Billigangebote für Mietwagen haben oft Haken. Die Experten von Finanztest haben sich zehn Portale genauer angesehen und analysiert, wie gut Kunden darüber vernünftige und günstige Angebote finden. Dazu gibt es Tipps, worauf beim Mieten eines Wagens unbedingt geachtet werden muss.
Was taugen die bequemen Suchportale?
Bequem sind sie auf jeden Fall: Mietwagenvergleichsportale wie billiger-mietwagen.de oder mietwagen.check24.de sind leicht zu bedienen und liefern schnell Ergebnisse. Der Kunde tippt ein, wann und wo er ein Auto mieten möchte, und startet den Preisvergleich. Wer möchte, kann anschließend sofort über das Portal buchen. Die besten Angebote stammen meist von Vermittlern. Sie haben keine eigene Wagenflotte, sondern vermitteln Verträge zu Vermietern am Urlaubsort. Aber auch bekannte Firmen wie Hertz und Avis tauchen auf. Doch was taugen die Vergleichsrechner und die Angebote, die sie ausspucken? Die Experten von Finanztest haben es ausprobiert: Im Internet haben sie bei Google die Suchwörter „Mietwagen“ und „Preisvergleich“ eingegeben und sich die ersten zehn Treffer genauer angesehen.
Bequemes Filtern nach Suchkriterien
Das Ergebnis: Vier Mietwagenportale erlauben dem Kunden nicht nur wichtige Voreinstellungen, sondern stellen auch die entscheidenden Mietbedingungen klar dar. In der Tabelle sind diese Vergleichsportale aufgelistet. Der Kunde kann die Angebote dort mindestens nach den folgenden vier Suchkriterien filtern:
- Vollkasko ohne Selbstbeteiligung
- Versicherung für Glas und Reifen
- Keine Kilometerbegrenzung
- Tankregelung bei Übergabe des Autos.
Wichtig war den Testern auch, dass die Portale die Deckungssumme der Haftpflichtversicherung deutlich darstellen, damit der Preis-Leistungs-Vergleich leichtfällt.
Nicht ohne Kaskoschutz
Neben der Kfz-Haftpflicht sollte jeder Mietwagenkunde eine Vollkaskoversicherung haben. Sie deckt selbstverschuldete Schäden am Mietauto. Hat der Fahrer eine Selbstbeteiligung vereinbart, muss er allerdings im Schadensfall je nach Police zwischen 300 und über 1 000 Euro selbst bezahlen. Schäden an Reifen, Autoscheiben, Dach und Unterboden sind oft nicht mitversichert.
Tipp: Für wenige Euro mehr können Sie die Selbstbeteiligung ausschließen und Glas und Reifen mitversichern. Der Unterschied betrug in der kleinsten Fahrzeugklasse für sieben Tage Mallorca in einem Fall 9 Euro.
Vorkasse für Schäden
Trotz Vollkaskoversicherung müssen Mieter das Geld für die Reparatur eines Schadens manchmal vorstrecken. Der Vermittler Auto-Europe beispielsweise bietet Tarife an, in denen zwar Reifen und Autoglas mitversichert sind. Sollte dem Mieter aber ein Reifen platzen oder die Windschutzscheibe einen Riss kommen, muss er bei der Rückgabe des Autos den Schaden erst einmal zahlen. Später erhält er eine Erstattung.
Geld zurück gibt es aber nur, wenn innerhalb von 24 Stunden nach dem Unfall ein Schadens- und Polizeibericht erstellt wurde. Außerdem fällt bei Auto-Europe abhängig vom Angebot eine Bearbeitungsgebühr zwischen 30 und 80 Euro an.
Manchmal müssen Kunden Geld vorschießen
Auch beim Vollkaskoschutz ohne Selbstbeteiligung müssen Kunden manchmal Geld vorschießen, so zum Beispiel bei den Vermittlern Holiday Autos, Auto-Europe, oder Car del Mar. Nach einem Schaden zahlt der Mieter bei der Autorückgabe zunächst die Selbstbeteiligung, die beim Vermieter vor Ort üblich wäre – auch wenn er Versicherungsschutz ohne Selbstbeteiligung gebucht hat. Zuhause holt er sich das Geld dann vom Vermittler zurück. „Für den Kunden ist der Mietpreis so deutlich günstiger, als wenn er die Selbstbeteiligung vor Ort ausschließen würde“, sagt Frieder Bechtel von billiger-mietwagen.de.
Mit einem Klick zur Deckungssumme
Die Tester haben sich auch angesehen, ob Kunden die Deckungssumme der Haftpflichtversicherung bei dem Preisvergleich gut erkennen können. Die gesetzliche Mindestversicherungssumme ist nämlich in einigen Ländern so niedrig, dass es im Schadensfall eng werden könnte. In der Türkei liegt sie für Personenschäden bei gerade mal 350 000 Euro, Sachschäden müssen nur mit 14 000 Euro abgesichert sein. Zum Vergleich: In Deutschland müssen Personenschäden mit mindestens 7,5 Millionen Euro versichert sein. Einige Vermittler erhöhen die Haftungssumme der örtlichen Vermieter. Bei Holiday Autos beträgt sie fast immer mindestens 2 Millionen Euro, bei Sunny Cars mindestens 7,5 Millionen.
Mehr Schutz über die „Mallorca-Police“
Wer ein eigenes Auto Haftpflicht versichert hat, ist innerhalb Europas oft auch als Mietwagenfahrer gut versichert. Denn viele deutsche Tarife haben eine „Mallorca- Police“. Sie zahlt auch für Unfallschäden im Ausland, die über der Versicherungsdeckungssumme des Mietwagens liegen, aber nur bis maximal zur Höhe des deutschen Vertrags. In unserem letzten Autoversicherungstest hatten von 152 Tarifen etwa die Hälfte einen solchen Zusatzschutz.
Tipp: Einige Versicher begrenzen die Höhe oder die Dauer der „Mallorca-Police“. Schauen Sie daher in den Vertrag.
Beim Preisvergleich auch die Tankregel prüfen
Zum Preis für das Auto kommt noch das Geld für den Sprit. In Portugal, Spanien und Griechenland verlangen immer mehr Vermieter Geld für die erste Tankfüllung und berechnen teilweise zusätzlich eine Servicegebühr. Restbenzin erstatten sie nicht.
Tipp: Achten Sie beim Preisvergleich auf die Tankregelung. Eine Rückgabe mit vollem Tank ist oft günstiger als mit leerem.
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