14.01.2013

Microsoft Surface: Ein Tablet zum Hinstellen

Mit den neuen Betriebs­systemen Wind­ows 8 und RT und dem Tablet Surface als Hard­ware stürmt Microsoft auf den Tablet-Markt. Windows 8 hat die Experten wenig überzeugt. Aber wie gut schlägt sich die Hard­ware? Im Schnell­test zeigt test.de, was das Surface kann.

Neue Bedien­oberfläche wenig intuitiv

Bereits der Test von Windows 8 und Windows RT zeigte Schwächen im neuen Bedien­konzept des Betriebs­systems. Diese zeigen sich logischer­weise auch im Tablettest. Gleich zwei Oberflächen bekommt der Nutzer angeboten. Zum einen die Kachel­oberfläche, bei der sich hinter verschieden großen Kacheln entweder Live-Information wie Wetter oder Nach­richten anzeigen oder Programme wie die E-Mail-Anwendung oder das Adress­buch starten lassen. Zum anderen gibt es die gewohnte Desktop­ansicht, allerdings ohne Start­button. Diese Ansicht lässt sich auf dem Tablet nur schwer bedienen, weil sie nicht für die Bedienung per Finger­zeig konzipiert ist. Icons sind zu klein und lassen sich daher mit der Fingerspitze nur schwer anvisieren. Für die Steuerung müssen Nutzer viele neue Gesten lernen, die teil­weise je nach genutzter Oberfläche unterschiedliche Funk­tionen haben. Das funk­tioniert wenig intuitiv. Umso schwerer wiegt die Tatsache, dass Microsoft kein ausführ­liches Hand­buch mitliefert. Im Vergleich zu den etablierten Tabletbetriebs­systemen Android von Google und iOS von Apple wirkt Wind­ows RT auf dem Surface unausgereift.

Mit Tastatur und integriertem Ständer

Immerhin: In der teuersten Version mit 64-Gigabyte Speicher liefert Microsoft eine Display­abdeckung mit, auf dessen Rück­seite sich eine Tastatur und ein Touch­pad zur Mausbedienung verbergen. Touchcover heißt das Ganze und stellt im Arbeits­alltag eine gute Erleichterung dar, wenn auch aufgrund des fehlenden Druck­punktes nicht ganz das Gefühl einer echten Tastatur aufkommen mag. Besser als auf der Bild­schirm­tastatur funk­tioniert das Tippen aber allemal. In den güns­tigeren Modell­varianten gibt es das Cover hingegen nur gegen Aufpreis.

Display und Akku über­zeugen

Über­zeugt sind die Tester von der Akku­leistung. Beim Internetsurfen hält er gute neun Stunden, beim Filmgu­cken sogar fast zehn Stunden. Mit diesen Werten muss sich das Surface nicht verstecken. Im jüngsten Tablettest waren nur wenige Geräte besser. Auch das Display kann sich sehen lassen: Mit einer Auflösung von 1 366 mal 768 Bild­punkten macht es einen guten Eindruck. Das Format ist hingegen unüblich. Besonders im Hoch­format wird die Oberfläche recht schmal. Einziger Nachteil: Wie bei Tablets üblich, spiegelt auch das Display des Surface recht stark.

Schwache Kamera und lang­sam in der Daten­speicherung

Die Kamera ist hingegen deutlich schwächer als bei der Konkurrenz. Mit nur einem Megapixel Auflösung gelingt keine über­zeugende Bild­qualität. Auch die Bedienung ist unge­wohnt. Es fehlt ein Auslösebutton. Geknipst wird per Finger­zeig auf dem Display. Bei anderen Systemen stellt der Nutzer durch diese Geste den Fokus ein. Beim Speichern von Daten ist das Surface recht lang­sam. So benötigt es für das Kopieren eines 100 Megabyte großen Ordners, der mit mehreren hundert Dateien gefüllt ist, von einer SD-Speicherkarte fast 37 Sekunden. Das lang­samste Tablet im letzten Test brauchte dafür 30 Sekunden, das schnellste nur 8 Sekunden. Einzelne Dateien, zum Beispiel größere Fotos, werden mit dem Surface wesentlich schneller kopiert.

Das Problem mit den Apps

Ein weiteres Argument spricht derzeit noch gegen das Surface beziehungs­weise gegen alle Tablets mit der abge­speckten RT-Version von Wind­ows 8. Unter RT gibt es nur einen sehr einge­schränktem Zugang zu Programmen. Der Wind­ows-Store kann beim App-Angebot noch nicht mit Apples App Store oder Googles Playstore mithalten. Tablets mit einer voll­ständigen Wind­ows 8-Version haben das Problem nicht. Hier können Nutzer auch Software aus anderen Quellen installieren. Das Surface mit Wind­ows 8 war zum Test­zeit­punkt allerdings noch nicht verfügbar.

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