11.04.2003

Medizinische Beratung im Internet: Von richtig gut bis voll daneben

Das wollten wir wissen

Hier eine Kurzfassung unserer Fragen, die wir in den Gesundheitsforen gestellt haben:

  • Zeckengefahr: Wir wollen im Frühjahr nach Jena fahren, um mit den Kindern die Oma zu besuchen. Sie hat ein Häuschen mit Garten etwas außerhalb der Stadt. Sind die Kinder dort durch Zecken gefährdet? Sollen wir uns impfen lassen? Was könnte das kosten?
    Richtige Antwort: Die Umgebung von Jena ist ein Hochrisikogebiet bezüglich Zecken, eine Impfung gegen Hirnhautentzündung (FSME) wird empfohlen. Die Kasse zahlt.
  • Mammographie: Soll ich – Anfang 40, mit einer etwas knotigen Brust – zur Krebsfrüherkennung eine Mammographie machen lassen? Ich habe Angst vor den Strahlen. Außerdem frage ich mich, ob der Krebs immer gefunden wird. Kann auch irrtümlich „Krebs“ entdeckt werden, der gar keiner ist?
    Richtige Antwort: Regelmäßige Mammographie alle zwei Jahre erst ab 50, Basismammographie auch schon ab 40. Strahlenbelastung gering. Etwa 10 Prozent der Krebsherde werden übersehen, 5 bis 10 Prozent werden fälschlicherweise für Krebs gehalten.
  • Biologische Medikamente bei der Bechterew-Krankheit: Ich werde seit mehreren Jahren mit den üblichen Rheumamitteln und auch mit Kortison behandelt – die Medikamente helfen nicht oder verursachen starke Magenbe­schwer­den. Kann mir das neue Medikament „Remicade“ helfen?
    Richtige Antwort: Remicade gut geeignet, wenn die Standardtherapie ausgereizt ist, in Deutschland aber dafür noch nicht zugelassen.
  • Erbliche Belastung bei Diabetes Typ I: Mein Mann und ich wollen gern ein Kind. Ich habe Diabetes Typ I, mein Mann ist gesund. Wie hoch ist das Risiko, dass das Kind auch an Diabetes erkrankt?
    Richtige Antwort: Risiko für das Kind nur 2 bis 3 Prozent. Blutzucker gut einstellen, Schwangerschaft gut überwachen.
  • Aufdehnung der Herzkranzgefäße bei Diabetes: Soll ich, Diabetiker, Mitte 50, meine verengten Herzkranzgefäße mit einem Ballon aufdehnen und mit einem „Stent“ abstützen lassen?
    Richtige Antwort: Bei Diabetikern ist die Behandlung sinnvoll, Operationsrisiko aber etwas erhöht.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Tabelle: Kostenlose Expertenforen

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