08.05.2012

Medion-Superzoom-Kamera von Aldi (Nord): Guter Bekannter zum guten Preis

Seit Montag bietet Aldi (Nord) eine Digitalkamera mit extragroßem Zoomfaktor an – für nur 149 Euro. Dabei liefert Medion auch noch relativ viel Zubehör mit. Das klingt nach Schnäppchen-Alarm. Doch was leistet die Superzoom-Kamera von Aldi wirklich?

Viel Kamera fürs Geld

Die technischen Daten der Medion Live X44088 lesen sich recht üppig: Der CMOS-Sensor schafft 16 Millionen Pixel. Das ist mehr, als jeder Hobbyfotograf braucht. Und das Zoomobjektiv deckt mit Brennweiten von 25 bis 525 Millimeter Kleinbild­äquivalent alles von weitwinkelingen Landschafts­aufnahmen bis zu extremen Teleaufnahmen ab. Wichtig: Ein optischer Bildstabilisator soll auch bei sehr langen Brennweiten vor Verwackelung schützen. Üppig sind freilich nicht nur die Funktionen: Auch die Kamera selbst ist ziemlich groß. Dank ihrem ausgeprägten Griff liegt sie gut in der Hand, bringt nach Einlegen der vier AA-Standardakkus aber auch mehr als ein Pfund auf die Waage.

Wenig individuelle Kontrolle möglich

Medion-Superzoom-Kamera von Aldi (Nord) Schnelltest

Damit spielt die Kamera in Größe und Gewicht schon in der Liga recht anspruchsvoller Universalkameras (beim Vergleich hilft der Produktfinder Digitalkameras mit ausführlichen Testergebnisse zu über 1000 Kameras). Ein Blick auf das Modusrad rechts oben dämpft aber die Erwartungen: An Belichtungs­einstellungen gibt es das übliche „P“ für Programmautomatik und ein „M“ für manuelle Belichtung, aber weder ein „A“ für Blendenvorwahl (Englisch: Aperture Priority), noch ein „S“ für Zeitvorwahl (Englisch: Shutter Priority). Die Belichtung arbeitet also entweder komplett automatisch oder komplett manuell. Eine Zeit- oder Blendenautomatik gibt es nicht. Stattdessen bietet die Kamera 17 verschiedene automatische Belichtungsprogramme. Eine manuelle Fokussierung ist ebenfalls nicht möglich. Damit richtet sich die Kamera weniger an die gehobenen Ansprüche ambitionierter Fotografen, die alle Bildparameter genau kontrollieren wollen. Interessant ist sie eher für Leute, die einfach nur schnell knipsen – und dabei über einen riesigen Zoomfaktor verfügen wollen.

Das Gerät ist ein guter Bekannter

Im Prüflabor beschleicht die Tester beim Anblick der Medion X44088 ein Déja-Vu-Gefühl: Die Aldi-Kamera gleicht der Praktica Luxmedia 16-Z21C, die sich im Produktfinder Digitalkameras als ordentliche Kompaktkamera mit großem Zoombereich im oberen Mittelfeld einreiht. Weitere Tests bestätigen: Die beiden Kameras ähneln einander nicht nur äußerlich, sie sind auch technisch weitgehend baugleich. Für die Fotoqualität ist das eine gute Nachricht: Trotz Schwächen bei der Auflösung liefert die Kamera gute Bilder – und das auch bei wenig Licht. Besonders die Farbwiedergabe ist sehr gut. Auch der verbaute Bildstabilisator macht seine Sache bestens. Die Videofunktion ist nur befriedigend. Das interne Mikrofon nimmt störende Zoomgeräusche auf, ein Eingang für ein externes Mikrofon fehlt. Trotzdem ist die Medion – wie die Praktica – insgesamt eine gute Kamera.

Ein guter Preis

Ein nicht ganz unwesentlicher Unterschied zwischen Medion und Praktica ist der Preis: Die Praktica kostet im Online-Handel um die 200 Euro – ein Drittel mehr als das Aldi-Angebot. Zudem liefert Medion seiner Version der Kamera überdurchschnittlich viel Zubehör mit: Neben USB-Datenkabel, analogem und HDMI-Videokabel, Schutzhülle und Trageriemen sind auch noch eine 4-Gigabyte-Speicherkarte und vier NiMH-Akkus samt Ladegerät dabei. Damit ist die Aldi-Kamera für alle, die eine günstige Kamera ohne viele Einstellmöglichkeiten, aber mit sehr großem Zoombereich suchen, ein hochinteressantes Angebot.

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