25.07.2002

Medikamente gegen Schmerzen: Ein Wirkstoff reicht

Häufige schmerzformen und ihre Symptome: Rasch erkennen und gezielt behandeln

Chronische Kopfschmerzen: Wenn Schmerzen länger andauern, öfter wiederkehren. Dazu gehören Spannungskopfschmerz, Migräne, Schmerzmittelkopfschmerz. Hilfe erfolgt durch den Arzt.

Akute Kopfschmerzen: Einstoffpräparate mit ASS, Parazetamol, Ibuprofen oder Naproxen. Eine Brausetablette wirkt am schnellsten.

Spannungskopfschmerzen: Episodisch oder chronisch, meist dumpf drückend, gürtelartig, beidseitig („Schraubstockgefühl“). Bis zu sieben Tage. Für kurze Zeit können Sie eines der als geeignet bewerteten Schmerzmittel nehmen. Für eine Langzeitbehandlung brauchen Sie ärztliche Hilfe, eventuell zusätzlich mit Mitteln gegen Depressionen.

Schmerzmittelkopfschmerzen: Wenn zum Beispiel Kopfschmerzen an mehr als 15 Tagen auftreten und Kopfschmerzmittel an mehr als 10 Tagen im Monat eingenommen werden. Abhängigkeit auch bei Alkoholkranken mit Kater. Schmerzmittelentzug unter ärztlicher Anleitung, eventuell in einer Klinik. Siehe auch Tabelle „Pflanzliche ...“ zur Unterstützung.

Migräne: Anfallartige, meist einseitige, pulsierend pochende Schmerzen mit Lärm- und Lichtempfindlichkeit. Medikation schon bei den ersten Anzeichen (ausführlicher Bericht folgt).

Cluster-Kopfschmerzen: Sehr heftiger, einseitiger, bohrender, stechender Schmerz bis 180 Minuten, oft hinter dem Auge. Meist trifft es Männer. Schmerzen treten in Bündeln („Clusters“) auf, im Durchschnitt alle zwei Jahre. Medikamente wie sonst; Therapieversuch mit Mitteln gegen Epilepsie oder Depressionen.

Zahnschmerzen: Die„dicke Backe“ können Sie mit einem feuchtkalten Umschlag kühlen. Säuglinge können auf einem mit Gel gefüllten Beißring kauen.

Bei jeder Art von Zahnschmerzen ist die Einnahme von Schmerzmitteln nur als überbrückende Maßnahme akzeptabel. Es eignen sich die Wirkstoffe Ibuprofen und Parazetamol. Keine Azetylsalizylsäure (ASS) (auch in Kombinationsmitteln), da sie die Blutgerinnungszeit verlängert, die Blutungsneigung erhöht.

Regelschmerzen: Je unbelasteter die Lebensumstände sind, desto beschwerdeärmer ist die Blutung. Feuchte Wärme lindert: ein Bad, eine Wärmflasche, ein warmer Wickel. Atemübungen, autogenes Training, Yoga dienen der Entspannung. Als Schmerzmittel sind jene am besten, die die Produktion von Prostaglandinen bremsen – Ibuprofen ist das Mittel der ersten Wahl. Wenn Sie es bereits einen Tag vor dem Einsetzen der Blutung einnehmen oder gleich zu Beginn, prägen sich die Schmerzen nicht so stark aus.

Gelenk-, Kreuz- und Rückenschmerzen: Parazetamol, wenn es sich nicht um einen entzündlichen Prozess handelt, sonst Ibuprofen. Wenn es nicht ausreichend wirkt oder ein Gelenk entzündet ist („aktivierte Arthrose“), ebenfalls Ibuprofen oder ein anderes Rheumapräparat nehmen (z.B. Diclofenac, auf Rezept). Die richtige Dosis müssen Sie selbst herausfinden („So viel wie nötig, so wenig wie möglich“). Mittel nicht länger als sechs Wochen einnehmen; bei andauernden Schmerzen Arztbesuch!

Fieber herrscht bei einer Körpertemperatur von mehr als 38,5° C . Bei etwa 41° C zeigen Apathie und Verwirrung, dass das Gehirn Schaden nehmen kann (bei 42° C eventuell Bewusstlosigkeit). Das Fieber zu senken ist erst sinnvoll, wenn die Aufheizphase vor­über ist: so durch kalte Wadenwickel oder ein Bad in lauwarmem Wasser, kaltes Wasser zulaufen lassen. Abkühlungsbad nicht länger als 20 Minuten. Fieber unter 38,5° C bei Erkältung, Angina, Magen-Darm-Infektion etc. braucht nicht behandelt zu werden.

Fieber senken Ibuprofen, ASS oder Parazetamol. Bei Kindern zunächst Wadenwickel, dann Parazetamol- oder Ibuprofen-Einstoffpräparate. Unter 12 Jahren kein ASS (Leberschaden, Reye-Syndrom)!

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Naproxen

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