02.09.2007

Lidl verkauft Prepaid-Karten fürs Handy: Konkurrenz deutlich unterboten

Lidl verkauft Prepaid-Karten fürs Handy Schnelltest

Im Dezember 2005 brachte Aldi als erster Discounter günstige Prepaid-Karten für 15 Cent pro Minute auf den Markt. Konkurrent Lidl wurmte dies, konnte er den Preis doch nicht unterbieten. Folglich tat Lidl erst mal nichts. Inzwischen hat Aldi rund eine Million Kunden gewonnen und die Mobilfunkpreise auf 14 Cent gesenkt. Ab Montag verkauft nun auch Lidl Guthaben-Karten. Mit ihnen kosten Gespräche 9,9 Cent pro Minute. Ein neuer Tiefpreisrekord für Prepaid-Karten.

Von Lidl über Fonic zu O2

Die SIM-only Karten stammen von Fonic. Sie nutzen das O2-Netz. Lidl selbst verkauft in seinen Filialen nur die Starterpakete für 9,99 Euro. Hinzu kommen noch 10 Euro Startguthaben, die bei der Aktivierung im Internet oder unter der Fonic-Hotline zu bezahlen sind. Das Guthaben bleibt unbegrenzt gültig. Eine Grundgebühr oder einen Mindestumsatz verlangt Fonic nicht. Gehen allerdings sechs Monate lang keine Gespräche oder SMS von dem Handy ab, friert Fonic das Guthaben ein.

Nicht nur der Minutenpreis zählt

Der Preis von 9,9 Cent je Gesprächsminute und Kurzmitteilung sucht unter Prepaid-Karten noch seinesgleichen. Ähnlich günstige Gesprächspreise gibt es bisher nur bei Verträgen wie den Zehnsations-Tarifen mit 24-monatiger Laufzeit. Die günstigsten Guthaben-Karten fangen erst bei 14 Cent pro Minute an. Doch auch die Karte von Lidl hat einige Nachteile: So rechnet Fonic im ungünstigen Minutentakt ab. Jede angefangene Minute kostet volle 9,9 Cent. Das macht vor allem kurze Gespräche teuer. Außerdem gibt es keine vergünstigten Preise für netzinterne Gespräche. Besitzer einer Aldi-Karte telefonieren schon für 4 Cent untereinander.

Keine Nachladekarten

Weiterer Nachteil gegenüber Aldi: Die Karten lassen sich nur per Lastschrift aufladen. Das setzt ein Bankkonto voraus. Nachladekarten wie von Aldi wird es an den Lidl-Kassen nicht geben. Lidl-Kunden haben nur die Wahl, jeden Monat einen festgelegten Betrag abbuchen zu lassen. Oder die Überweisung selbst zu veranlassen. Fällt das Guthaben unter 3 Euro, gibt es eine Erinnerungs-SMS. Nicht verbrauchtes Guthaben zahlt Fonic auf Wunsch wieder aus.

Für Wenig- und Normaltelefonierer

Mit diesen Konditionen rechnet sich die Prepaid-Karte von Lidl und Fonic hauptsächlich für Wenig- und Normaltelefonierer. Billiger geht es für sie nur mit netzinternen Gesprächen bei Anbietern wie Aldi Talk, Pennymobile oder Simyo. Wer nur wenige kürzere Gespräche führt, sollte die manuelle Aufladung über www.fonic.de wählen. Mit der automatischen monatlichen Abbuchung sammelt sich sonst schnell zu viel Guthaben an. Eine automatische Abbuchung, wenn das Guthaben unter einen festgelegten Betrag sinkt, bietet Fonic leider nicht. Einen Überblick über die verschiedenen Guthaben-Karten gibt die Tabelle.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Tabelle: 11 Prepaidkarten im Vergleich

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