25.10.2012

Lebens­mittel mit Stevia: Wundersüß­stoff unter der Lupe

Die ersten Lebens­mittel mit Süßstoff aus der Steviapflanze sind da. Wie gut sind sie? Sparen sie tatsäch­lich enorm viele Kalorien? Schme­cken sie anders als normal gesüßte Lebens­mittel? test hat 16 neue Produk­te mit Süßstoff aus Stevia geprüft – darunter Fritz-Kola, Haribo Lakritze, Bauer Jogurt und Lipton Ice Tea.

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Test Lebens­mittel mit Stevia test 11/2012
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Einzeln bewertet und im Paar­vergleich

Jahre­lang haben die Lebens­mittel­hersteller auf die Zulassung der süßenden Stoffe aus der Steviapflanze gewartet. Sie tragen den komplizierten Namen Steviolglykoside, gelten als kalorienfrei und sind bis zu 300 mal süßer als Zucker. Als die Stoffe im November 2011 endlich offiziell in der EU erlaubt wurden, brachten die Hersteller schnell Produktneuheiten auf den Markt. Die Lebens­mittel­experten der Stiftung Warentest haben 16 dieser Neuheiten untersucht, darunter Getränke, Jogurts, Konfitüren, Schokolade, Süßstoff­tabletten und Ketchup. Sechs davon haben die Tester zusätzlich mit dem herkömm­lich gesüßten Original­produkt verglichen.

Die Test­kriterien

Die Prüfer haben untersucht, wie viel Stevia in den 16 Produkten steckt und ob sie Zucker und weitere Süßstoffe enthalten. Sie ließen sie von mehreren Prüf­personen verkosten und prüften die Informationen auf der Verpackung der Produkte. Außerdem ermittelten sie, ob die Produkte Höchst­mengen für Steviolglykoside über­schreiten.

Weniger als 10 Prozent Süße aus Stevia

Das Fazit der Labor­analyse: Wo Stevia drauf­steht, sind tatsäch­lich Steviolglykoside drin. Zur Süßkraft tragen sie allerdings in ganz unterschiedlichem Maß bei: Während bei einigen Produkten 100 Prozent der Süße aus Steviolglykosiden kommt, sind es bei anderen nicht einmal 10 Prozent. Generell gilt: Wer glaubt, dass bei Stevia­produkten Zucker keine Rolle mehr spielt, liegt falsch. Wie die Produkte im Einzelnen abge­schnitten haben, zeigt der Test (sicht­bar nach Frei­schalten des Artikels).

Nur 5 Kalorien gespart

Der Paar­vergleich “Original­produkt versus Stevia­produkt“ offen­bart am deutlichsten, wie sich mit Steviolglykosiden gesüßte Lebens­mittel von anderen unterscheiden. Ihr Geschmack ist für viele Menschen erst einmal gewöhnungs­bedürftig, zum Beispiel weil die Süße nicht so intensiv auftritt und der Gesamt­eindruck weniger abge­rundet ist. Verantwort­lich für den Geschmack sind zwei Steviolglykoside: Rebaudiosid A, das vorwiegend süß schmeckt, und Steviosid, das auch eine bittere, lakritz­artige Note hat. Viele Stevia­produkte sparen Kalorien ein – aber nicht jedes. Bei einem Getränk entpuppte sich die Stevia-Variante eher als Verbraucher­täuschung: Pro halbem Liter enthielt es nur winzige 5 Kilokalorien weniger als das Vergleichs­getränk.

Bessere Kenn­zeichnung nötig

Der Test zeigt, dass viele Produkte noch genauer gekenn­zeichnet werden müssen. Die Verpackung vieler Produkte suggeriert, dass sie Stevia enthalten. Doch die Steviapflanze selbst ist bis heute nicht in der EU zum Verzehr zugelassen, sondern nur die aus ihren Blättern isolierten Steviolglykoside. Eine gute Lösung sind Hinweise wie „mit Steviolglykosiden aus Stevia“, wie sie zum Beispiel Fritz-Kola und Zentis aufbringen.

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