Was passt besser zur eigenen Stereoanlage – Standlautsprecher oder Regalboxen mit Subwoofer? In puncto Natürlichkeit des Klangs liegen die Standlautsprecher vorn, beim effektvollen Heimkino-Sound die 2.1-Systeme. Zwölf Stereosysteme im Test.
Für jeden das richtige System
Für Musikliebhaber sind Standboxen nach wie vor erste Wahl. Kleine Regalboxen mit Subwoofer eignen sich dagegen eher für effektvollen Heimkinoklang. Das ist das Fazit des Tests von zwölf Stereosystemen: Mit Preisen zwischen 575 und 1 230 Euro gehören die getesteten Sets schon zur gehobenen Klasse. Eine unverfälschte und neutrale Wiedergabe von Instrumenten und Stimmen gelingt den meisten der acht getesteten Standlautsprecher-Paare deutlich besser als den vier 2.1-Lautsprechersystemen. Die 2.1-Systeme kombinieren zwei kleinere Boxen mit einem aktiven Subwoofer für die tiefen Töne.
Fürs Heimkino: Mit Subwoofer
Für einen fetten Bass braucht es ein großes Gehäusevolumen. Das bringt bei 2.1-Systemen der Subwoofer. Er darf auch versteckt stehen und muss nicht wie Hoch- und Mitteltöner auf den Zuhörer ausgerichtet sein. Bei tiefen Tönen lässt sich nämlich die Richtung, aus der der Schall kommt, nicht orten. Weiterer Vorteil der 2.1-Systeme: Sie lassen sich zum platzsparenden 5.1-Surroundsystem fürs Heimkino erweitern, denn die kleinen Boxen passen ins Regal oder lassen sich unauffällig an der Wand montieren. Im Gegensatz zu den eher neutral abgestimmten Standboxen können Filmfans bei den 2.1-Boxensets zum Beispiel die Wucht der Bässe eines Actionfilms stufenlos am Subwoofer einstellen. Auch bei der Musikwiedergabe lohnt es hier oft, nachzuregeln. So bleibt die gewünschte Klangabstimmung beim Wechsel des Musikstils erhalten.
Teufel vorn, Magnat hinten
Testsieger des Vergleichs: Teufel M 420 F zu 700 Euro das Paar. Sie ist die einzige Standbox im Test mit aktivem Bass. Ihr Basspegel lässt sich dreistufig regeln. Kleiner Nachteil: Jede Box benötigt einen Netzanschluss und verbraucht im Betrieb 25 Watt. Auf dem letzten Platz landet das 2.1-System von Magnat. Unzeitgemäß hoch: Der Stromverbrauch im Standby – fast 11 Watt verbraucht das System ohne einen einzigen Mucks von sich zu geben. Das entspricht Stromkosten von 8 Euro pro Jahr. Auch die Verarbeitung des 820 Euro teuren Sets überzeugt nicht. Schade, denn klanglich zieht das Magnat-System mit dem Testsieger gleich.
Schlechte Aufstellung – schlechter Sound
Eine entscheidende Rolle für guten Klang spielt die Aufstellung der Boxen. Schon kleine Positionsänderungen können den Sound deutlich verbessern oder verschlechtern. Wer seine Lautsprecher direkt vor eine Wand oder in Raumecken stellt, nimmt oft Einbußen in Kauf. Grund: Die Bassreflexrohre strahlen tiefe Töne meist nach hinten ab. Bassgewitter und matschiger Klang können die Folge sein. Elac und Kef legen ihren Standboxen Stopfen aus Schaumstoff bei, die der Musikfreund bei Bedarf ins Bassreflexrohr schieben kann. Das dämpft die Bässe etwas, wenn die Box direkt vor der Wand steht.
Nicht jede klingt in jedem Raum
Wer aus Platzgründen nicht umhin kommt, die Boxen in der Zimmerecke zu platzieren, sollte solche mit eher schlankem Klang wählen – etwa die „befriedigende“ Kef iQ 50. Gut geeignet zur wandnahen Aufstellung ist auch das 745 Euro teure 2.1-Set aus Teufel M 550 FCR und Subwoofer M 5500 SW. Im Gegensatz zu allen anderen Boxen im Test setzt dieses Set nämlich nicht auf ein Bassreflexsystem. Fazit: HiFi-Fans sollten - wenn möglich - vor dem Kauf ihre Wunschboxen in den eigenen vier Wänden probehören. Dann stellt sich heraus, ob Raum und Lautsprecher zueinander passen.
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