17.06.2011

Krankenversicherung: Spam-Mails von falschen Verbraucherschützern

Krankenversicherung Meldung

Eine Welle von Werbemails für billige private Krankenversicherungen überflutet zurzeit viele E-Mail-Postfächer. Die Absender nennen sich „Verbraucher­beratung“ oder „Verbraucherservice“. Doch der Schein trügt: Es handelt sich um gewöhnlichen Spam, der mit Verbraucherschutz nichts zu tun hat.

Privatpatient ab 59 Euro

In den Spam-Mails werden Versicherungsvergleiche angeboten und es wird für einen Wechsel zur privaten Krankenversicherung geworben. „Viele Verbraucher haben sich an uns gewandt, weil sie glaubten, dass es sich um eine Aktion der Verbraucherschützer handelt“, sagt die Justiziarin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Dr. Gabriele Gärtner. Sie warnt davor, die in den Mails enthaltenen Links anzuklicken. Sie führen zu Internetseiten, die zum Beispiel versprechen: „Privatpatient ab 59 Euro im Monat – die neue Volks-Versicherung“.

Datenabfrage statt Versicherungsvergleich

Wer den Link anklickt, muss zunächst seine persönlichen Daten preisgeben: Name, Alter, Wohn- und E-Mail-Adresse sowie Telefonnummern und Beruf. Der Verband der privaten Krankenversicherung warnt in seiner Verbandszeitschrift, dass diese Daten für Adresshändler hoch interessant sein können. Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen berichtet: Kunden, die ihre Daten abgeliefert haben, erhielten weder den versprochenen Beitragsvergleich noch ein Vertragsangebot.

Billigangebote haben oft Leistungslücken

Dass hinter der „59-Euro-Werbung“ seriöse Angebote stecken, ist kaum vorstellbar. Selbst günstige Angebote für eine private Krankenvollversicherung liegen deutlich darüber – und haben teilweise gravierende Leistungslücken. Ein 35-jähriger selbstständiger Mann zahlt beim Eintritt für so einen Tarif zwischen 230 und 330 Euro im Monat bei einer jährlichen Selbstbeteiligung von 100 bis 900 Euro.

Was Verbraucher tun können

Der Versand von Spam-Mails verstößt gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Da die Urheber ihren Firmensitz jedoch häufig im außereuropäischen Ausland haben, ist eine rechtliche Verfolgung nahezu aussichtslos. Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wird aus diesem Grund nicht gegen die angebliche „Verbraucherberatung“ vorgehen. Das beste, was Verbraucher tun können, ist ihren Computer durch Spamfilter und Virenschutz gegen unerwünschte Werbemails zu sichern. Wer trotzdem solche Post erhält, sollte sie ungeöffnet löschen – auf keinen Fall irgendwelche Links anklicken oder Dateien herunterladen.

Im Test: Sicherheitssoftware

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