Das Einzige, was hilft, wenn die Haut straffer und fester werden soll, ist Bewegung. Körperlotionen schaffen das nicht, auch wenn die Werbung es verspricht: Wir haben „straffende“ mit klassischen Lotionen verglichen.
Es klingt vielversprechend, was die neuen Körperlotionen da ausloben: Eine „hautstraffende Intensivbehandlung“ verheißt Biotherm, straffere Haut „bereits nach vier Wochen“, lockt Florena. Bei Nivea sollen derartige Effekte schon nach zwei Wochen auftreten.
Um weitere Kundenkreise zu erschließen, haben sich die Marketingstrategen der Kosmetikindustrie etwas Neues einfallen lassen: Zusätzlich zu üblichen Körperlotionen gibt es jetzt auch solche, die versprechen, die Haut zu straffen. Damit scheint die Gewissheit verbunden zu sein, dass die angepeilte Kundschaft deutlich mehr für diese neuen Lotionen auszugeben bereit ist. Denn im Vergleich zur herkömmlichen Körperlotion ist die straffende deutlich teurer. Manchmal kostet sie mehr als doppelt so viel.
Nicht fester und straffer
Wir wollten wissen, ob sich diese Ausgabe lohnt und haben 20 Lotionen getestet – pro Anbieter jeweils eine straffende und eine „normale“. Außer der Reihe kam noch eine straffende Sonnenschutzmilch von Nivea Sun hinzu.
Fazit der Untersuchung: Das Geld für diese Pflegemittel der besonderen Art kann man sich sparen. In keinem Fall ließ sich eine verbesserte Hautelastizität nachweisen. Das zeigten unsere Messungen mit dem Cutometer. Dieses Spezialgerät wird auf die Haut aufgesetzt und saugt sie mit Unterdruck an. Je mehr Kraft dafür aufgewandt werden muss, desto straffer und elastischer ist die Haut.
Bei den Messungen – vor und nach einer mehrwöchigen Anwendungszeit – ließen sich keinerlei Veränderungen der Hautelastizität feststellen. „Mangelhaft“ lautet deshalb das test-Qualitätsurteil für die Körperlotionen, die vornehmlich mit Straffung der Haut werben. Genauso bei der straffenden Sonnenmilch.
Fachleute wird dieses Ergebnis nicht allzu sehr verwundern. Schließlich sind die unteren Hautschichten (speziell die Cutis) verantwortlich für Spannkraft und Straffheit. Doch so tief reichende Wirkung haben kosmetische Mittel nicht. Da helfen auch die ausgelobten Wirkstoffe wie zum Beispiel Coenzym Q 10, Koffein, Ceramide oder Meeresmineralien nicht.
Unsere Probandinnen waren ebenfalls enttäuscht. Über einen Zeitraum von vier Wochen cremten sie den einen Oberschenkel mit einer üblichen Körperlotion ein, den anderen mit einer „straffenden“. Dabei wussten sie nicht, welches der beiden Produkte eine straffere Haut verspricht. Wenn sie überhaupt einen festigenden Effekt bemerkten, schrieben sie den mal der straffenden, genauso oft aber auch der klassischen Körperlotion zu. Nach Abschluss der vierwöchigen Anwendungszeit kamen alle am Test Beteiligten zu dem Schluss: An der Elastizität der Haut hat sich nichts Grundlegendes verbessert. Wozu also die teurere Lotion kaufen, wenn sie den versprochenen Effekt nicht bringt? Gute Pflegeeigenschaften haben auch die „normalen“, deutlich preiswerteren Lotionen.
Feuchtigkeitsspender
Klassische Körperlotionen bestehen hauptsächlich aus Wasser – bis zu 80 Prozent. Hinzu kommen vor allem Fette oder Öle, Konservierungs- und Duftstoffe. Diese flüssigen Allzweckcremes sollen die strapazierte Haut wieder mit Feuchtigkeit aufpäppeln, die ihr beim Baden, Duschen, nach dem Schwimmbadbesuch oder dem Saunagang verloren ging. Dieser Effekt hält zwar nicht ewig, doch sind bei einer guten Lotion noch nach Stunden erhöhte Feuchtigkeitswerte zu messen. Als Testzonen dienten uns die besonders empfindlichen Unterarm-Innenseiten – und zwar von 360 Probandinnen. Ihre Haut wurde dort künstlich etwas aufgeraut, um deutlichere Ergebnisse zu bekommen. Die Pflegemittel sollten diese Austrocknungseffekte möglichst wieder ausgleichen. Über vier Wochen trugen die Testerinnen die Lotionen täglich auf die vorgesehenen Hautareale auf. Zwölf Stunden nach dem letzten Cremen wurde die Hautfeuchte mit dem Corneometer gemessen. Danach stand fest, welche Produkte die Haut am besten und nachhaltigsten mit Feuchtigkeit versorgen.
Mit „sehr gut“ im test-Qualitätsurteil stehen die Lotionen von Biotherm und Neutrogena an der Spitze der Konkurrenz. Doch auch Dove, Kaloderma, Nivea und Migros Jana (nur in der Schweiz erhältlich) reicherten die Haut „sehr gut“ mit Feuchtigkeit an; hier reichte es aber nur zu „guten“ test-Qualitätsurteilen. Vergleichsweise schwach sahen die Pflegemittel von Jade und Clarins aus. Sie versorgen die Haut nur „befriedigend“ mit Feuchtigkeit.
Der „richtige“ Duft
Eine gute Bodylotion muss nicht nur pflegen, sondern soll sich auch leicht verteilen lassen, schnell einziehen und nicht klebrig sein. Die 30 Prüferinnen, die jedes Mittel in der Praxis erprobten, hatten dabei wenig zu bemängeln. Vier Wochen lang mussten sie mindestens einmal täglich cremen und anschließend in einem Fragebogen zu zahlreichen Kriterien Stellung nehmen, zum Beispiel zum Entnehmen, Einreiben, zur Konsistenz und zum Hautgefühl nach dem Eincremen. Auch wenn es in Details manchmal unterschiedliche Auffassungen gab, beurteilten die Testerinnen die Anwendung insgesamt durchweg mit „gut“. Dabei ging die Lotion von Biotherm mit hauchdünnem Vorsprung durchs Ziel.
Mit einem Urteil zur Parfümierung können wir nicht dienen. Zwar entscheidet der „richtige“ Duft bei der Wahl einer Körperlotion mit, doch die Geschmäcker sind da zu unterschiedlich. Was für die eine unserer Testerinnen „angenehm fruchtig“ war, konnte bei der nächsten als „unangenehm medizinisch“ durchfallen. Also vor dem Kauf die Parfümierung selber erschnuppern.
Gut verträglich
Die Probandinnen vertrugen die Lotionen ohne nennenswerte Hautprobleme. Dennoch kann es im Einzelfall zu unliebsamen Reaktionen kommen: Wer extrem empfindlich auf Kosmetika reagiert, findet in der Tabelle Angaben zu den enthaltenen Parfüm-, Konservierungs- und Farbstoffen. Diese Substanzen werden öfter als andere Inhaltsstoffe für Hautreaktionen verantwortlich gemacht.
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