24.08.2007

Kinderhochstühle: Mitwachsende am besten

Kinderhochstühle Test

Durchrutschen und Umkippen – diese Gefahren drohen den lieben Kleinen in manchem Hochstuhl. Als wäre das nicht genug: Jetzt hat die Stiftung Warentest auch noch gesundheitsgefährdende Weichmacher in den Stühlen gefunden. Immerhin: 7 der 16 getesteten Hochstühle sind „gut“. test.de gibt Tipps, wie Sie Ihre Kinder am besten auf Augenhöhe füttern.

Gemeinsam groß werden

Das Mittagessen kann bei manch einem zappeligen Kleinkind in einer Breischlacht enden. Für Mamas Schoß werden die Racker ab dem achten oder neunten Monat außerdem zu schwer. Spätestens dann sollte ein Hochstuhl her. Am besten einer, der mitwächst. Dann kann sogar ein Schulkind noch gut darauf sitzen. Babybügel und eventuelle zusätzliche Abstützungen im Rücken sind abnehmbar. Im Idealfall sollten sich Sitzfläche und Fußabstützung verstellen lassen. Am besten geht das beim Testsieger Stokke Tripp Trapp. Mit 172 Euro ist der Holzstuhl leider auch der teuerste Vertreter im Test. Einfach Sitz und Fußstütze in die unterschiedlich hohen Kerben an der Innenseite der Stuhlbeine schieben. Fertig. Die meisten anderen mitwachsenden Stühle funktionieren ähnlich. Nur der Brevi Slex ist anders konstruiert. Bei dem Stahlrohrgestell lässt sich die Sitzfläche aus Kunststoff stufenlos nach oben oder unten schieben.

Tisch und Stuhl in einem

Neben den mitwachsenden Hochstühlen gibt es Tisch-Stuhl-Kombinationen. Das sind kleine Tische, auf denen ein Stuhl thront. Beide Teile können im Kinderzimmer auch nebeneinander auf dem Boden stehen. Scheint praktisch, aber: Richtig gut können Kinder darin nur selten sitzen. Die Stühle sind wenig verstellbar und schaffen es nicht, Babys ebenso wie Kleinkinder gut unterzubringen. Sitzauflagen, die Eltern extra für die Kleinsten dazu kaufen müssen, sind meist nicht ausreichend gepolstert. Die Folge: Der Windelpo kommt nicht weit genug nach vorne und die Beine baumeln in der Luft. Nur ein Modell bekommt das Qualitätsurteil „gut“: das schwere, aber dafür mit 60 Euro preiswerte Herlag Kombi-Set.

Für Sitzfans ab 5 Monaten

Kinderhintern gehören erst dann in einen Hochstuhl, wenn sie aufrecht sitzen können. Wer Sohn oder Tochter schon früher Tischmanieren beibringen möchte, sollte sie in einem Schalensitz platzieren. Nur darin sind bereits Babys ab 5 Monaten gut unterbracht. Schalensitze lassen sich nach hinten neigen, so dass die Kleinen fast darin liegen. Je nach Modell sind Kinder aus solchen Hochstühlen allerdings schon nach ein- bis zweieinhalb Jahren wieder herausgewachsen. Vorsicht bei Stühlen mit vier Rollen: Davon raten die Tester ab. Das Festellen der kleinen Räder ist schnell mal vergessen – ein unnötiges Sicherheitsrisiko. Bester Schalensitz mit Qualitätsurteil „gut“ ist der Peg Pérego Prima Pappa Diner für 135 Euro.

Wo Gefahren lauern

Trotz Vielfalt in Sachen Konstruktion: Die Auswahl an ungefährlichen Hochstühlen ist beschränkt. Bei einigen Tisch-Stuhl-Kombis (Schardt x-tra I und Jedynak Babywelt) sowie mitwachsenden Modellen (Moizi 2) können vor allem kleinere Kinder nach vorne durchrutschen und abstürzen. Andere Hochstühle (Chicco Polly 2 in 1, Hauck Zoomy, Storchenmühle und Roba Sit Up +) können umkippen. Abzüge im Prüfpunkt Sicherheit gab es außerdem wegen gebrochenen Holzteilen (Jedynak Babywelt, Schardt x-tra I und Roba Sit Up +). Bedenkliche Ergebnisse brachte auch der Schadstofftest. Im Lack oder im Sitzbezug mancher Hochstühle stecken schädliche Weichmacher – zum Beispiel bei Storchenmühle, beim baugleichen Recaro und Jedynak Babywelt. Alle drei Modelle schneiden nur „mangelhaft“ ab. Zu hoch ist die Gefahr, dass Kinder durch Lutschen und Beißen mit dem gesundheitsgefährdenden Stoff DINP in Berührung kommen.

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