27.08.2008

Katzenfutter: Weniger ist mehr

Garfield ist nicht allein: Viele Katzen sind zu dick. Weil ihre Besitzer es zu gut mit ihnen meinen und weil die Empfehlungen auf den Futterpackungen nicht stimmen. Die Stiftung Warentest hat 39 Katzenfutter untersucht. test.de zeigt die besten Produkte und gibt Tipps für schlanke Miezen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Katzenfutter.

230 Kilokalorien sind genug

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Liebe geht durch den Magen. Auch bei Katzen. Doch zu viel ist zu viel. Dickerchen à la Garfield können Diabetes bekommen und Herz-Kreislauf-Probleme. Wer sein Tier liebt, füttert wohldosiert. Eine erwachsene, gesunde Katze mit vier Kilogramm Körpergewicht braucht täglich nur etwa 230 Kilokalorien. Wichtig für den Stoffwechsel der Katze sind reichlich Eiweiß und Aminosäuren, Fett, wenig Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine.

Ein Futter liefert alles

Alleinfutter liefert das alles. Es muss so zusammengesetzt sein, dass eine erwachsene Katze damit rundum versorgt ist. Die Stiftung Warentest hat 39 Alleinfutter untersucht: 11 Trockenfutter und 28 Feuchtfutter wie Huhn in Soße oder saftige Rinderhäppchen mit Leber. 32 Produkte sind gut komponiert. Sie enthalten alle Nährstoffe im richtigen Verhältnis. Doch nur bei 12 Produkten sind auch die Fütterungshinweise korrekt. Viele Anbieter empfehlen stattdessen zu viel des Guten.

Trockenfutter billig und gut

Trockenfutter ist besonders preiswert. Eine Tagesration kostet zwischen 5 und 31 Cent. Ist die Katze gesund, spricht nichts gegen Trockenfutter. Vorausgesetzt das Tier trinkt genug Wasser. Alle Trockenfutter im Test sind ausgewogen komponiert. Sieben sind sehr gut. Darunter Schnucki von Aldi Nord, Minou von Aldi Süd und Coshida von Lidl. Sie kosten nur 5 bis 6 Cent pro Tag. Feuchtfutter ist wesentlich teurer. Preis für eine Tagesration: bis zu 3,23 Euro. Das billigste sehr gute Feuchtfutter im Test, Yarrah Bio Pâté mit Huhn, kostet pro Tag 97 Cent.

Drei sind mangelhaft

Drei Alleinfutter patzen dagegen bei der ernährungsphysiologischen Qualität. Sie sind nicht optimal komponiert. Bei Almo Nature mit Thunfisch und Huhn fehlen wichtige Mineralstoffe, bei Fressnapf fit+fun Geflügel fehlen Vitamine und in Rewe ja! Zarte Stücke mit Geflügel steckt widerum zu viel Vitamin A. Die Folge: Testurteil mangelhaft für alle drei Produkte. Mit diesem Futter ist eine Katze nicht optimal versorgt. Almo Nature enthält beispielsweise kaum Kalzium. Das brauchen Katzen aber für ihre Knochen.

Zusatzstoffe sinnvoll

Zusatzstoffe werden oft verteufelt. Zu unrecht. Im Katzenfutter machen sie Sinn. Fehlen dem Fleischmix etwa Vitamine, müssen die Anbieter sie zusetzen. Ein positives Beispiel ist Yarrah Bio Pâté. Obgleich als bio deklariert, setzt der Anbieter die Vitamine D und E zu und den Eiweißbaustein Taurin. Das ist gut so. Vitamine und Taurin halten Samtpfötchen gesund. Fehlt der Katze langfristig Taurin, kann das Tier erblinden. Es drohen Fruchtbarkeitsstörungen, Herzkrankheiten und Gehirnschäden beim Nachwuchs. Taurin kommt nur in tierischem Gewebe vor. Es ist deshalb keine gute Idee, Katzen rein pflanzlich zu ernähren. Vegetarische Produkte wie Schlecki Schlemmerschmaus sind bestenfalls als Ergänzung geeignet.

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