12.12.2008

Kakaogetränkepulver: Mehr Zucker als Kakao

Kakaogetränkepulver Test

Ein kleiner Berg Kakao und ein großer Haufen Zucker ergeben ein hellbraunes, kakaohaltiges Getränkepulver. Kaba und Nesquik kennt jedes Kind. Ganze Generationen sind damit groß geworden. Im Test: 25 Kakaogetränkepulver. Nur neun sind gut. test.de sagt warum.

Viel Zucker, viel Kalorien

„Einfach fünf bis sechs Teelöffel Kakaopulver in ein Glas mit kalter oder warmer Milch geben.“ Fertig. So steht es auf der Cho-Quick Dose von Penny. Die Mischung rockt. Der Kakao ist zuckersüß. In jedem Glas stecken umgerechnet siebeneinhalb Stück Würfelzucker. Ganz genau 19,1 Gramm Zucker. Das Kakaopulver allein bringt 93 Kilokalorien, die fettarme Milch weitere 116, macht 209 Kilokalorien für ein Glas Kakao. Das ist viel. Zu viel für kleine Kinder.

Zwei Teelöffel reichen

Die Stiftung Warentest hat 25 Kakaogetränkepulver untersucht. Zubereitet stets nach den Empfehlungen der Anbieter. Die Tester dosierten das Pulver wie auf den Packungen angegeben. Ergebnis: Der fertige Kakao ist oft extrem süß und hat zu viele Kalorien. Die Anbieter übertreiben bei Komposition und Dosierung. Zuckeranteil: bis zu 81 Prozent. Ein gehäufter Teelöffel Pulver entspricht im Schnitt einem Stück Würfelzucker. Zwei Teelöffel Pulver auf ein Glas Milch sind für Kinder unter sechs Jahren schon mehr als genug. Ernährungsexperten empfehlen nur anderthalb Teelöffel.

Sarotti stürzt ab

Am wenigsten Zucker pro Portion enthalten die Bio-Getränkepulver von Alnatura und Naturata, das Getränkepulver von Arko sowie die Schokoladenpulver von Nestlé, Sarotti und Rapunzel (ebenfalls Bio). Zuckergehalt pro Glas: jeweils unter 10 Gramm. Zucker allein ist aber nicht alles. Auch Geruch und Geschmack müssen stimmen. Die sensorische Beurteilung zeigt, ob die Getränkepulver halten, was sie versprechen: typischen Kakaogeschmack nämlich. Arko und Sarotti verabschieden sich jetzt. Arko geht mit einer künstlichen, stark buttrigen Karamellnote aus dem Rennen, Sarotti riecht und schmeckt nach Papier und Karton.

Kadmium im Kakao

Natürlich sollen die Kakaopulver auch frei von Schadstoffen sein. Die Stiftung Warentest untersuchte zunächst auf Kadmium. Hier verabschieden sich die Bioprodukte Alnatura, Naturata und Rapunzel. Sie enthalten verhältnismäßig viel Kadmium. Deutlich mehr als die anderen Produkte im Test. Schadstoffurteil: nur ausreichend. Das kann an der Herkunft des Kakaos liegen. In einigen Anbaugebieten sind die Böden von Natur aus reich an Kadmium. Das Schwermetall kann in größeren Mengen zu Nierenschäden führen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt höchstens 0,3 Milligramm Kadmium pro Kilogramm Schokolade. Immerhin: Die Kakaopulver liegen alle darunter. Auch die Bio-Produkte.

Schimmelpilzgift in Kaba

In der Traditionsmarke Kaba fanden die Tester dagegen ein Schimmelpilzgift. Ochratoxin A heißt der Stoff, der etwa bei Lagerung von Kakaobohnen entstehen kann. In größeren Mengen könnte das Schimmelpilzgift die Nieren schädigen oder das Immunsystem angreifen. Im Tierversuch wirkt es krebserzeugend. Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es noch nicht. Aber es gilt: je weniger desto besser. Schadstoffurteil für Kaba deshalb nur ausreichend.

Goody Cao ganz vorn

Zum Schluss bleiben neun gute Kakaogetränkepulver. Das insgesamt beste ist Goody Cao von Lidl. Testurteil: gut, Note 1,8. Günstig ist Goody Cao obendrein. Preis pro Kilo nur 2,11 Euro. Ebenfalls gut sind die Getränkepulver von Rewe ja!, Gepa Bio Cacoba, Suchard Kakaoexpress, Milka Schokodrink und Aldi Nord Combo. Nesquik landet im Mittelfeld. Hauptkritik der Tester: Die Werbung mit Vitaminen und Mineralstoffzusätzen. Sie suggeriert ein gesundes Nahrungsmittel, obwohl Getränkepulver vor allem Zuckerwaren sind. Gleiches trifft Kaba, Krüger und einige Discounterprodukte.

Schokoladenpulver weniger süß

Echte Schokoladenpulver enthalten mehr Kakao als kakaohaltige Getränkepulver. Das beste Schokoladenpulver im Test heißt Caotina Surfin. Kilopreis: 9,00 Euro. Auch Nestlé Heiße Schokolade und Hachez Chocolat au lait sind gut. Zuckerreduzierte Pulver wie Nesquik zuckerreduziert sind übrigens nicht besser. Sie enthalten zwar weniger Haushaltszucker, dafür aber das Kohlenhydratgemisch Maltodextrin. Das schmeckt nicht so süß, hat aber ebenso viel Kalorien wie weißer Zucker. Alternative: ein gutes Schokoladenpulver. Die enthalten insgesamt weniger Zucker.

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