Blumenversender, Batterien und Zündhölzer – Jungtester aus ganz Deutschland überraschten auch dieses Jahr mit originellen Tests und verblüffenden Ergebnissen. Heute fand in Berlin die Preisverleihung des Wettbewerbs „Jugend testet 2011“ der Stiftung Warentest statt.
Reges Interesse
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Mehr als 1 800 Schüler aus ganz Deutschland nahmen am diesjährigen Wettbewerb „Jugend testet“ der Stiftung Warentest teil. 461 Produkt- und Dienstleistungstests reichten die Jugendlichen ein. Die sechs besten Arbeiten zeichneten Stiftungsvorstand Werner Brinkmann und Robert Kloos, Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium, am Mittag in Berlin aus.
Batterien im freien Fall
Sebastian Binder und Paul Wunderlich untersuchten 14 Batterien – mit originellen Methoden: Um die Belastbarkeit der Batterien zu testen, steckten sie sie in den Backofen und ins Gefrierfach. Damit simulierten sie Sommerhitze und Winterkälte. Anschließend kletterten sie ins oberste Stockwerk ihrer Schule und stürzten die Batterien 15 Meter in die Tiefe. Nur wenige überstanden diese Tortur unbeschadet. Die Konzeption des Tests überzeugte die Jury: erster Preis in der Kategorie Produkttests. „Ein klasse Test! Batterien spielen im Alltag eine große Rolle. Sie sind in jedem Haushalt zu finden“, lobte Juror Markus Bautsch.
Blumen aus dem Internet
Online-Blumenversand ist eine tolle Sache, fanden die Schwestern Sophia und Emma Rauch. Sie bestellten bei zehn Anbietern und staunten über die Unterschiede. Zwischen Werbung und Realität lagen teilweise Welten. Darüber hinaus beurteilten sie Frische und Pünktlichkeit. Denn nichts ist ärgerlicher als ein verspäteter Geburtstagsstrauß. Für fair gehandelte und umweltfreundlich angebaute Blumen vergaben sie zudem Extrapunkte. Das brachte ihnen den Sieg in der Kategorie Dienstleistungstests und 2 000 Euro Preisgeld.
Zündeln ohne Ende
Hunderte Zündhölzer verbrannte Johannes Schubert. Für den Test baute der 13-Jährige seine Modelleisenbahn um: Das Zündholz befestigte er am Waggon, die Schachtel auf einem Brett schräg zu den Schienen. So testete er, ob die Hölzer beim ersten Versuch zünden. Ergebnis: Von manchen Marken brennt jedes Zündholz beim ersten Versuch, bei anderen gar keins. Ebenfalls interessant: Die Hölzer brennen unterschiedlich schnell. Bis zu vier Sekunden Unterschied können über angebrannte Fingerspitzen entscheiden. Zweiter Platz in der Kategorie Produkttests und 1 500 Euro Preisgeld.
"Clock how much is it?"
"Clock how much is it?" spuckte der Übersetzungsdienst einer bekannten Internetsuchmaschine auf die Frage nach der Zeit aus. Hätte das ein Schüler im Englischunterricht geschrieben, wäre das mangelhaft. Bei ihrem Test von Übersetzungsprogrammen im Internet stellten Céline Vernin, Laura Seubert und Anna Gasper aus Köln schnell fest: Einzelne Wörter übersetzen die Dienste meist zutreffend. Doch bei Sätzen oder gar Redewendungen ist auf Online-Dienste kein Verlass. Der Jury gefiel, dass die Schülerinnen ein Thema gewählt hatten, das für viele Schüler relevant ist – zweiter Platz in der Kategorie Dienstleistungen.
Nagellack trifft Wattebausch
23 Teams reichten Tests von Nagellacken zum Wettbewerb ein. Einer davon war besonders kreativ: Vier Schülerinnen des Bonner Kardinal-Frings-Gymnasiums bepinselten ihre Nägel mit zehn verschiedenen Nagellacken. Volle Punktzahl vergaben sie nur bei bestandenem Wattebauschtest: Die 13- und 14-Jährigen fanden, auf gutem Nagellack sollten nach zwei Minuten keine Fussel mehr kleben. Die originelle Untersuchungsmethode wurde belohnt: „Der Jury hat die Arbeit ausgezeichnet gefallen“, fasste Heike van Laak, Pressesprecherin der Stiftung Warentest, in ihrer Laudatio zusammen. Die Bonner Schülerinnen gewannen den dritten Platz in der Kategorie Produkttests.
Berufe finden
Am PC zuhause den Traumberuf finden – klingt gut. Aber halten die Berufswahltests im Internet, was sie versprechen? Daniel Steigerwald aus Kahl am Main wollte das wissen und testete elf verschiedene Anbieter. Wichtig war ihm, dass am Ende konkrete Berufe herauskommen und nicht nur Berufsgruppen. Für Daniel hat sich der Test doppelt gelohnt: Seiner Berufswahl ist er deutlich näher gekommen. Und mit dem dritten Preis in der Kategorie Dienstleistungen nimmt er 1 000 Euro mit nach Hause.
Der Wettbewerb geht weiter
Der Wettbewerb „Jugend testet“ findet bereits seit 1979 statt – und er geht weiter: Auch in der nächsten Runde können Nachwuchstester wieder ihr Können zeigen und Preisgelder in Höhe von insgesamt 9 000 Euro gewinnen. Ab September 2011 beginnt die Anmeldung. Das Thema ist nach Lust und Interesse frei wählbar. Weitere Informationen stehen unter www.jugend-testet.de.
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