In ihrer Jahresmitteilung sollen Riester-Sparer erkennen können, ob mit ihrem Vertrag alles klappt. Lange Zeit war das kaum möglich: Die Mitteilungen waren oft unverständlich. Der aktuelle Test zeigt: Die Informationen sind jetzt aussagekräftiger. Dazu zeigt Finanztest, wie Anleger die wichtigen Informationen in den Mitteilungen ausfindig machen.
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Informieren hilft Ärger vermeiden
Wie wichtig die Qualität der Informationen in den Jahresmitteilungen sind, hat sich erst kürzlich wieder gezeigt: Hunderttausenden von Riester-Anlegern waren staatliche Zulagen abgezogen worden, die sie bereits erhalten hatten. Die Anleger hatten zuvor aus Unwissenheit zu wenig Beitrag eingezahlt und so stand ihnen nicht die volle Zulage zu. Die Betroffenen hatten das oft aber gar nicht bemerkt. Mit klaren Jahresmitteilungen wäre der Ärger ausgeblieben.
Nicht alle Anbieter haben dazugelernt
Schon im August 2008 hatte Finanztest Riester-Jahresmitteilungen untersucht – mit verheerendem Ergebnis: Rätselstunde für Riester-Sparer lautete damals der Titel der Untersuchung. Seither hat sich gottlob einiges getan. Heute sind viele Abrechnungen der Banken, Versicherungs- und Fondsgesellschaften lesbarer, klarer und verständlicher. Das zeigt die aktuelle Untersuchung von Finanztest. Die Experten prüften 37 Standmitteilungen auf Logik, Verständlichkeit und Transparenz. Doch noch längst nicht alle Infos sind verständlich. Vor allem bei den Versicherungen mit Fonds liegt immer noch vieles im Argen. Zwei Abrechnungen – eine von der Heidelberger Leben und eine von der Versicherungskammer Bayern – haben sogar gravierende Mängel. Dafür gab es jeweils ein „Mangelhaft“.
Entscheidende Information für Kunden
Die jährlich verschickte Standmitteilung ist die entscheidende Information von Riester-Anbietern für ihre Kunden, für die es immerhin um die Ergänzung der Altersvorsorge geht. Kein ganz unwichtiger Punkt also. Wenn die Jahresmitteilung kundenfreundlich aufgebaut ist, erkennt der Sparer schnell, ob alles wunschgemäß läuft und kann bei Bedarf reagieren. Er sieht, welche Beiträge und Zulagen eingegangen sind und welche Kosten abgezogen wurden.
Kein einheitlicher Mitteilungsstandard
Ein besonders kritischer Punkt in den Mitteilungen: Die Höhe der späteren Rente. In den untersuchten Abrechnungen fanden die Tester allein acht unterschiedliche Arten, wie sie dargestellt und berechnet wird. Das ist für Sparer verwirrend und weckt oft falsche Erwartungen. Dabei sind im Grunde nur zwei Angaben besonders wichtig: Das garantierte Kapital, das der Sparer mit seinen Einzahlungen bereits erreicht hat und die Höhe der Rente, die sich daraus ergibt. Beides ist dem Sparer auch dann sicher, wenn er künftig keine Beiträge mehr einzahlt. Alles andere ist in hohem Maße Kaffeesatzleserei.
Mustermitteilung schafft Klarheit
Finanztest hat deshalb nicht nur die Abrechnungen der Riester-Anbieter getestet, sondern zeigt auch, wie sie sich verbessern lassen. Dazu haben die Tester eine Mustermitteilung für eine Riester-Versicherung erstellt. An diesem Beispiel erklären sie, welche Punkte für Riester-Sparer besonders wichtig sind und was Anleger aus den jährlichen Informationen herauslesen können. Das ist praktischer Nutzen für die Anleger – und zugleich ein Anstoß für die Anbieter, die sich die Mustermitteilung zu Herzen nehmen sollten. Deren Mitteilungen sind zwar besser geworden. Ein „Sehr Gut“ oder ein „Gut“ aber haben in der aktuellen Untersuchung von 37 Mitteilungen nur 10 bekommen.
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