14.02.2012

Investmentfonds: Renditechancen nutzen

Fondsschließung

Die meisten Investmentfonds haben keine Laufzeitbegrenzung. Es kommt aber immer wieder vor, dass Fonds von den Anbietern geschlossen werden. Der Grund dafür ist meist eine mangelnde Nachfrage. Fonds mit sehr geringem Volumen lassen sich kaum noch rentabel managen. Anleger haben bei einer Fondsschließung nicht viel zu sagen. Dennoch müssen Betroffene nicht in Panik verfallen.

Informationsquellen

Fondsgesellschaften müssen eine Schließung 13 Monate vorher im elektronischen Bundesanzeiger und im Jahres- oder Halbjahresbericht bekannt geben. Eine Pflicht, den Anleger direkt zu informieren, gibt es aber nicht. Häufig erfahren Fondsbesitzer daher erst durch ein schriftliches Umtauschangebot von der Schließung. Wem das zu spät ist, der sollte auf folgende Frühwarnsignale achten:

  • Ausrichtung. Von einer Schließung häufiger betroffen sind Branchen- oder Themenfonds, die auf kurzfristige Trends reagieren (beispielsweise in den Bereichen Sport oder Gesundheit). Sie haben selten langfristige Mittelzuflüsse.
  • Fondsvolumen. Gefährdet sind Fonds mit niedrigem Fondsvolumen. Ab wann Fonds nicht mehr rentabel arbeiten ist aber unterschiedlich. Mal ist von 5, mal von 10 oder auch von 20 Millionen Euro die Rede. Die kritische Grenze hängt auch vom Anlagespektrum ab. Fonds, die in kleineren Märkten agieren oder mit denen die Gesellschaft Nischen besetzen will, werden oft auch dann weitergeführt, wenn sie nicht so viel Geld verwalten. Manchmal enthalten Fondsprospekte aber auch Angaben, ab welchem Volumen die Gesellschaft den Fonds schließen kann. Anleger sollten daher vor dem Fondskauf diesen Wert mit dem aktuellen Fondsvolumen vergleichen.
  • Fusionen. Wenn Geldinstitute oder Fondsgesellschaften fusionieren, können Fonds auch zusammengelegt werden.

Umtauschen und verkaufen

Anleger haben im Falle einer Fondsschließung meist zwei Möglichkeiten: Sie können ihre Anteile verkaufen oder umtauschen. Wer direkt bei der Fondsgesellschaft gekauft hat, bekommt oft einen kostenlosen Umtausch in einen anderen Fonds der Gesellschaft angeboten. Hausbanken, Discountbroker oder Direktbanken verlangen dagegen vor einem Fondswechsel oft erneut den Ausgabeaufschlag. Wichtig für Anleger ist jedoch, dass sie beim Tausch in einen anderen Fonds ihr Anlageziel nicht aus den Augen verlieren. Wer seine Fondsanteile nicht tauschen möchte, muss sie verkaufen - und zwar so schnell wie möglich. Grund: Die Verwaltungskosten eines Fonds verteilen sich zum Ende der Laufzeit auf wenige Fondsbesitzer. Das drückt auf den Rücknahmepreis.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Fondskauf: Vertriebswege

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