14.02.2012

Investmentfonds: Renditechancen nutzen

Weitere Fondsgruppen

Aktien- und Rentenfonds sind den meisten Anlegern ein Begriff. test.de nennt und erklärt weitere Fondsgruppen.

Mischfonds

Sie investieren in Aktien und Zinspapiere. Es gibt Fonds mit ausgewogener, offensiver oder defensiver Ausrichtung. Offensive Fonds enthalten mehr Aktien, defensive mehr Zinspapiere. Bei vielen Mischfonds ist festgelegt, wie hoch der Aktien- beziehungsweise der Anleiheanteil in etwa sein soll. Anleger können die Risiken dann zumindest grob abschätzen Es gibt aber auch flexible Mischfonds, bei denen der Fondsmanager je nach Marktsituation frei entscheiden kann, wie hoch die jeweiligen Anteile sein sollen. Dann kann es passieren, dass Fondsmanager viel spekulativer agieren, als es Anlegern lieb ist. Andererseits bieten flexible Mischfonds aber eine Art Vermögensverwaltung für Anleger, die sich nicht weiter um ihr Fondsdepot kümmern wollen. Vor dem Kauf eines Mischfonds ist das Studium des Fondsprospekts oder ­zumindest des Datenblattes (Fact­sheet) im Internet wichtig. Dort ist die aktuelle Aktienquote nachzulesen. Mischfonds eignen sich für Anleger, die sich nicht gern mit Fonds und Börse beschäftigen, aber nicht vollständig auf die Chancen der Kapitalmärkte verzichten wollen. Für diese Zielgruppe sind vor allem Mischfonds geeignet, die eine definierte Mischung aus sicheren Anlagen und Aktien bieten.

Offene Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds galten jahrzehntelang als solide Geldanlage: Sie verwalten geschäftlich genutzte Immobilien wie Büros oder Hotels und leben von den Mieteinnahmen. Ein Teil des Geldes liegt in Zinsanlagen, die schnell verfügbar sind, damit Anleger jederzeit Anteile zurückgeben können. Normalerweise reicht dieses Geld, weil private Sparer offene Immobilienfonds als eine langfristige Anlage betrachten und nicht ständig hin- und herschichten. Der Sand im Getriebe sind große Investoren wie Vermögensverwalter. Sie missbrauchen die Fonds als Geldparkplatz und legen nur kurze Zeit dort an. Die Folge: Immer mehr offene Immobilienfonds machen auf unbestimmte Zeit dicht. Anleger können ihre Fondsanteile nicht mehr an die Fondsgesellschaft zurückgeben und kommen vorerst auf diesem Weg nicht an ihr Geld.
Tipp: Wenn Sie Ihr Geld aus dem Immobilienfonds nicht unbedingt brauchen, warten Sie im Falle einer vorübergehenden Schließung am besten ab. Notfalls können Sie Fondsanteile etwa über die Börse Hamburg verkaufen – möglicherweise mit Abschlag. Setzen Sie ein Limit. Solange ein Immobilienfonds geschlossen ist, sollten Anleger auch die Einzahlungen in einen entsprechenden Sparplan aussetzen. Sie können das Geld in andere offene Immobilienfonds stecken.

Geldmarktfonds Euro

Sie investieren in kurz laufende Wertpapiere. Als kurz gelten normalerweise Laufzeiten von höchstens zwölf Monaten. Am Geldmarkt handeln vorwiegend Banken, große Unternehmen und der Staat. Die Anleihen sind für gewöhnlich sicher und die Kurse wegen der kurzen Laufzeit stabil. Geldmarktfonds Euro investieren ausschließlich in Papiere, die auf Euro lauten. In der jüngsten Krise haben sich die Papiere aber oft verspekuliert. Daher empfiehlt Finanztest Geldmarktfonds inzwischen nicht mehr: Tages- und Festgeld sind die bessere, weil sicherere Alternative Produktfinder Tages- und Festgeld.

Geldmarktfonds Währungen

Diese Fonds investieren in kurz laufende Papiere, die auf fremde Währungen wie US-Dollar oder Yen lauten. Anleger können mit diesen Fonds auf einen Anstieg der entsprechenden Währung gegenüber dem Euro spekulieren und haben eine jederzeit verfügbare und laufend verzinste Anlage.

Garantiefonds

Diese Fonds bieten Anlegern eine Sicherheitsgarantie. Denn entweder ziehen sie eine Verlustgrenze oder der Anleger hat die Gewissheit, dass er von Verlusten bis zu einem gewissen Prozentsatz verschont bleibt. Nachteil: Die größere Sicherheit geht zulasten der Rendite.

Ökofonds

Eine einheitliche Definition für grüne Fonds gibt es nicht. Informationen über einzelne grüne Fonds liefert der jeweilige Fondsprospekt. Dieser muss Käufern kostenlos von den entsprechenden Gesellschaften zur Verfügung gestellt werden. Aus den Prospekten erfahren Anleger wichtige Hintergrundinformationen. Folgende Kriterien können von den Fonds berücksichtigt werden:

  • Negativkriterien. Es gibt ökologische und ethische Negativkriterien. Die Fondsmanager dürfen nicht in Unternehmen investieren, die in einem speziellen Geschäftsfeld tätig sind. Dazu gehören bei ökologischen Kriterien die Atom-/Kernenergie, Automobilindustrie, Flugzeugbau oder Grüne Gentechnologie. Zu den ethischen Negativkriterien gehören etwa Abtreibung, Alkohol, Glücksspiel, Kinderarbeit, Pornografie, Prostitution, Tabak, Tierversuche oder Waffen/Rüstung. Die Reichweite der Negativkriterien ist unterschiedlich. Manchmal beziehen sie sich nur auf das Unternehmen selbst, manchmal werden sie auch auf Tochtergesellschaften und assoziierte Unternehmen angewendet.
  • Positivkriterien. Positivkriterien beschreiben konkrete Unternehmensleistungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit. Finanztest unterscheidet ökologische und soziale Positivkriterien. Zu den ökologischen Positivkriterien gehören beispielsweise die Berichterstattung zu ökologischen Belangen der Geschäftstätigkeit, die Öko-/Energieeffizienz oder ein Umweltmanagement-System. Soziale Positivkriterien sind dagegen die Berichterstattung zu sozialen Belangen der Geschäftstätigkeit, die Einhaltung von Mindestsozialstandards im Unternehmen und/oder bei Zulieferern, Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Minderheiten sowie Verhaltensrichtlinien für das Unternehmen und die Mitarbeiter.
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