Die Bundesregierung plant ab 2005 auf Zinsen voraussichtlich 25 Prozent Abgeltungsteuer. Der Bundesverband deutscher Banken will das schon früher. Hans-Jürgen Krause, Mitglied der Geschäftsführung, sagt, warum.
Finanztest: Derzeit versteuern Anleger Zinsen über dem Sparerfreibetrag mit ihrem persönlichen Steuersatz. Warum wollen Sie lieber schon 2004 einen festen moderaten Steuersatz auf Zinsen?
Hans-Jürgen Krause: Die Steuerbelastung für private Kapitalerträge ist im Vergleich zu anderen Ländern noch immer deutlich zu hoch. Zahlreiche Finanzplätze innerhalb und außerhalb der EU bieten privaten Kapitalanlegern günstigere steuerliche Rahmenbedingungen.
Finanztest: Was schlagen Sie vor?
Hans-Jürgen Krause: Die Kreditwirtschaft hat ein Konzept vorgelegt, wonach nicht nur Zinsen, sondern unter bestimmten Bedingungen auch Dividenden und Wertpapier-Veräußerungsgewinne einer einheitlichen Abgeltungsteuer in Höhe von 20 Prozent unterliegen sollen.
Finanztest: Würde dadurch die Geldanlage in Deutschland attraktiver?
Hans-Jürgen Krause: Die Abgeltungsteuer mit einem moderaten Steuersatz ist sicherlich erfolgversprechender als ein Kontrollmitteilungssystem. Nicht Kontrolle und Abschreckung, sondern Akzeptanz muss die Grundlage für eine Neuregelung der Besteuerung von Kapitalanlagen sein. Zum echten Neuanfang gehört aber auch, Steuersündern die Rückkehr in die Steuerehrlichkeit zu erleichtern. Deshalb begrüße ich die Initiative der Bundesregierung, eine solche Brücke zu bauen.
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