Wer ohne Schutzprogramm im Internet surft, riskiert, Daten und Passwörter an Kriminelle zu verlieren. Wir sagen Ihnen, welche Programme schützen.
Ein ungeschützter Computer im Internet, das ist vergleichbar mit einem Topf Honig im Frühling auf dem Fensterbrett. Wie Bienen auf den Honigtopf schwirren in Minuten Schwärme von Computerschädlingen auf den PC zu, der den Angreifern hilflos ausgeliefert ist. Die Hersteller von Antivirensoftware stellen solche Honigtöpfe (Honeypots) absichtlich ins Netz. Sie wollen, dass die kleinen Biester in die Falle tappen, um sie zu analysieren und Schutzsoftware gegen sie zu entwickeln.
Damit der eigene Rechner nicht ungewollt zum Honeypot wird, haben wir 13 Sicherheitspakete und 3 kostenlose Antivirenschutzprogramme untersucht. Wir sagen, welchen Sie vertrauen können, und beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Sicherheitssoftware.
Brauche ich Sicherheitssoftware?
Wer mit einem Rechner ungeschützt ins Internet geht, ist für alle Arten von Schadprogrammen wie Viren, Trojaner und Würmer eine leichte und sichere Beute. Das gilt vor allem für das weltweit am meisten genutzte Betriebssystem Windows. Für kein anderes Betriebssystem gibt es mehr Schadprogramme und täglich kommen mehr als hundert neue hinzu. Weniger verbreitete Betriebssysteme – wie Apple oder das kostenlose Linux – sind weniger attraktiv für Internetangriffe und darum weniger gefährdet. Doch auch Nutzer dieser Systeme müssen ihren Rechner schützen und die Grundregeln für die Internetnutzung befolgen.
Was macht die Sicherheitssoftware?
Die Schutzprogramme kämpfen an zwei Fronten. Beim Start des Rechners untersuchen sie den Festplatten- und Arbeitsspeicher des PCs anhand gespeicherter „Fingerabdrücke“ (Virensignaturen) auf verdächtige Hinweise oder Aktivitäten von ungebetenen Besuchern. Während des Betriebs werden alle eingehenden Daten auf Befall von bösartiger Software wie Viren, Würmer und Co. untersuchtZugang verschaffen sich die Schadprogramme über unterschiedliche Eingänge: Das können Datenträger wie CD, DVD oder der USB-Stick sein. Die meisten Angriffe drohen jedoch aus dem Netz. Als Hauptverdächtige gelten E-Mails von meist unbekannten Absendern mit ebenso unbekannten Anhängen. Doch die Schädlinge können sich auch in Bildern auf Webseiten oder Webseiten selbst „verstecken“.
Unser Test konzentriert sich auf die zwei wesentlichen Schutzfunktionen der Sicherheitspakete: den Virenschutz und die Firewall (Brandschutzmauer) – sie überwacht den Datenverkehr zwischen Computer und Internet. Zusätzlich haben die meisten Pakete einen Spamfilter, um ungewünschte Massenmails auszusortieren. Einige bieten Kinderschutzfunktionen, mit denen sich zum Beispiel bestimmte Webseiten komplett sperren lassen.
Welche Software schützt am besten?
Auf der Suche nach bösen Computerschädlingen hat – wie auch in unserer letzten Untersuchung ) – G Data die höchste Trefferquote erzielt. Dem Programm entgeht fast keines der über 1 500 Schadprogramme aus unserem Test. Allerdings ist es auch ressourcenhungrig: Fast 280 Megabyte Hauptspeicher belegt das Programm im laufenden Betrieb. Der Rechner arbeitet langsamer, ältere Rechner werden spürbar ausgebremst. Ist der PC nicht auf dem neusten Stand der Technik, verrichten ressourcenschonendere Programme mit gutem Schutz von BitDefender (43 MB) oder F-Secure (155 MB) ihre Arbeit wesentlich unauffälliger. Am schwächsten schneiden die Pakete von Panda und CA ab. Zu viele der Viren, Rootkits und Trojaner schlüpften unbemerkt an der Software vorbei und nisteten sich auf dem Rechner ein.
Was ist die Aufgabe einer Firewall?
Eine Firewall (Brandschutzmauer) macht den Rechner zuerst einmal unsichtbar im Netz und schützt ihn so gegen Angriffe von außen. So bietet sie einem Eindringling kein Ziel, um sich unerlaubten Zugriff auf den Rechner zu verschaffen. Die Firewall überwacht außerdem den Netzwerkverkehr ins Internet und soll verhindern, dass Schadprogramme, die sich am Schutzprogramm vorbeigeschlichen haben, eine Verbindung ins Netz aufbauen können. Dass die Firewallprogramme neben den Schädlingen nicht das eigene E-Mail-Programm oder den Browser vom Internet abschneiden, dafür sorgt ein Lernmodus. Erfahrene Computernutzer können die Sicherheit verbessern, indem sie die Firewall auf die höchste Sicherheitsstufe einstellen. Das geht dann allerdings zulasten des Surfkomforts, denn die Firewall gibt nun häufiger Warnmeldungen heraus, die beantwortet werden müssen. In unserem Test schnitten die Firewalls von G Data und BitDefender „sehr gut“ ab: Sie warnen zielsicher und sind einfach zu bedienen.
Wie gut schützt kostenlose Software?
Von den drei Gratis-Virenschutzprogrammen im Test schneidet Avast! am besten ab. Der Nutzer ist mit diesem Programm – zumindest was den Virenschutz anbelangt – besser geschützt als mit den schlechteren unter den kostenpflichtigen Sicherheitspaketen. Eine Firewall hat das Programm allerdings nicht.
Wie oft muss ich die Sicherheitssoftware aktualisieren?
Neue Schadprogramme tauchen täglich im Internet auf. Deshalb ist es ratsam, die Software regelmäßig zu aktualisieren. Denn das beste Schutzprogramm nutzt nichts, wenn es nicht auf dem neuesten Stand ist. Meist kann der Nutzer selbst einstellen, wie oft das Programm automatisch auf der Herstellerseite nach neuen Virensignaturen – „Fahndungsfotos“ bekannter Schädlinge – suchen soll. Vielsurfer mit Dauerverbindung ins Netz sollten, wenn der Hersteller es anbietet, stündlich aktualisieren. Wer sich nur ab und zu per Modem in das Netz einwählt, dem reichen tägliche Updates.
Weitere Sicherheitseinstellungen, die der Nutzer überprüfen und anders einstellen kann: Der Browser sollte bei aktiven Inhalten (ActiveX, Java, Java Script) immer nachfragen. So kann der Nutzer sie dann bei Bedarf einschalten. Das Mail-Programm sollte E-Mails nicht in HTML-, sondern nur in reiner Textform anzeigen und senden.
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