Die Urlaubsplanung ist Internetnutzern viel Zeit und Mühe wert. Neun Stunden benötigen sie im Schnitt für die Reiseplanung und besuchten dabei im Mittel 13 verschiedenen Websites. Da ist es gut zu wissen, auf welchen Seiten sich die Suche lohnt, wo die Reise-Auswahl groß ist und wo Preisangaben und Informationen stimmen. Die Reise-Experten der Stiftung Warentest haben neun Vermittlungsportale für Pauschalreisen getestet und sagen, wo es mit der Beratung und Buchung am besten klappt.
Vermittlungsportale für Pauschalreisen 11/2012
- Ab-in-den-Urlaub.de
- Ebookers.de
- Expedia.de
- Holidaycheck.de
- Lastminute.de
- Opodo.de
- Travelchannel.de
- Travelscout24.de
- Weg.de
Neun Portale, ein Lieferant
Eigentlich dürften die Unterschiede in der Qualität von Online-Buchungsportalen nicht allzu groß sein. Alle getesteten Portale wickeln ihre Buchungen hauptsächlich über Traveltainment ab, einem der größten Anbieter von Softwarelösungen für die Touristik. Obwohl Millionen von Urlaubern über die Aachener Firma buchen, ist das Unternehmen weitgehend unbekannt. Die Firma Traveltainment arbeitet im Hintergrund. Sie liefert die Buchungssoftware nicht nur für die großen Online-Reiseportale, sondern auch für stationäre Reisebüros.
Schlechte Beratung bei vielen Portalen
Trotzdem gibt es Unterschiede. So bietet Traveltainment den Portalbetreibern verschiedene Module an, die sich zum Beispiel in der Seitengestaltung und der Auswahl der Reiseveranstalter unterscheiden. Außerdem können die Portale weitere Zulieferer mit meist kleineren Veranstaltern in ihre Systeme integrieren. Doch daran liegt das schwache Abschneider vieler Reiseportale im Test nicht. Es ist hausgemacht. Fast alle Portale versprechen eine schnelle und sachgerechte Beratung. Doch nur Travelscout24 erfüllte diese Zusage im Test. Sechsmal hieß es für die Beratungsqualität dagegen nur: ausreichend.
Jede zehnte Reise nicht verfügbar
Wer genau weiß, was er will, und sich mit den Internetgepflogenheiten auskennt, hat kaum Probleme mit der Onlinebuchung einer Pauschalreise. Weniger internetkundige Nutzer sollten wissen: Die Suchmasken der verschiedenen Portale ähneln sich zwar auf den ersten Blick. Trotzdem gibt es Unterschiede. So bieten die Anbieter Lastminute.de und Weg.de mehr Möglichkeiten für eine individuelle Auswahl der Reiseziele. Ob die angezeigten Reisen wirklich buchbar sind, muss der Nutzer bei allen Anbietern durch einen Klick auf das gewünschte Angebot selbst prüfen. Im Test war insgesamt etwa jedes zehnte Angebot nicht verfügbar.
Versicherung oft voreingestellt
Geht der Buchungsprozess weiter, werden die Reisedetails aufgeführt. Der Kunde muss seine persönlichen Daten angeben und sich für eine Bezahlvariante entscheiden – meist Bankeinzug, Überweisung oder Kreditkartenzahlung. Danach unterbreiten die Portale Zusatzangebote wie Reiseversicherungen – allerdings nicht immer auf die seriöse Art. Im Juli 2012 hat der Europäische Gerichtshof es ausdrücklich untersagt, die Versicherungspolicen automatisch mitzuverkaufen. Während der Testphase von Juni bis Juli haben vier Anbieter aber genau das versucht – mit einem Häkchen, also einer Voreinstellung einer Reiseversicherung. Holidaycheck, Opodo und Weg.de haben uns mitgeteilt, dass es keine Voreinstellung mehr gibt. Ob er eine Versicherung wünscht, entscheidet der Buchende jetzt aktiv durch Setzen des Häkchens – oder er lässt es eben sein.
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