02.11.2012

Internet-Reiseportale: Nur drei Portale sind wirk­lich gut

Internet-Reiseportale Test

Die Urlaubs­planung ist Internetnutzern viel Zeit und Mühe wert. Neun Stunden benötigen sie im Schnitt für die Reiseplanung und besuchten dabei im Mittel 13 verschiedenen Websites. Da ist es gut zu wissen, auf welchen Seiten sich die Suche lohnt, wo die Reise-Auswahl groß ist und wo Preis­angaben und Informationen stimmen. Die Reise-Experten der Stiftung Warentest haben neun Vermitt­lungs­portale für Pauschalr­eisen getestet und sagen, wo es mit der Beratung und Buchung am besten klappt.

Vermittlungsportale für Pauschalreisen 11/2012

  • Ab-in-den-Urlaub.de 
  • Eboo­kers.de 
  • Expedia.de 
  • Holidaycheck.de 
  • Lastminute.de 
  • Opodo.de 
  • Travelchannel.de 
  • Travels­cout24.de 
  • Weg.de 

Neun Portale, ein Lieferant

Eigentlich dürften die Unterschiede in der Qualität von Online-Buchungs­portalen nicht allzu groß sein. Alle getesteten Portale wickeln ihre Buchungen haupt­sächlich über Traveltainment ab, einem der größten Anbieter von Software­lösungen für die Touristik. Obwohl Millionen von Urlaubern über die Aachener Firma buchen, ist das Unternehmen weit­gehend unbe­kannt. Die Firma Traveltainment arbeitet im Hintergrund. Sie liefert die Buchungs­software nicht nur für die großen Online-Reiseportale, sondern auch für stationäre Reisebüros.

Schlechte Beratung bei vielen Portalen

Trotzdem gibt es Unterschiede. So bietet Traveltainment den Portal­betreibern verschiedene Module an, die sich zum Beispiel in der Seiten­gestaltung und der Auswahl der Reise­ver­anstalter unterscheiden. Außer­dem können die Portale weitere Zulieferer mit meist kleineren Veranstaltern in ihre Systeme integrieren. Doch daran liegt das schwache Abschneider vieler Reiseportale im Test nicht. Es ist hausgemacht. Fast alle Portale versprechen eine schnelle und sachgerechte Beratung. Doch nur Travel­scout24 erfüllte diese Zusage im Test. Sechs­mal hieß es für die Beratungs­qualität dagegen nur: ausreichend.

Jede zehnte Reise nicht verfügbar

Wer genau weiß, was er will, und sich mit den Internet­gepflogenheiten auskennt, hat kaum Probleme mit der Onlinebu­chung einer Pauschalreise. Weniger internet­kundige Nutzer sollten wissen: Die Suchmasken der verschiedenen Portale ähneln sich zwar auf den ersten Blick. Trotzdem gibt es Unterschiede. So bieten die Anbieter Lastminute.de und Weg.de mehr Möglich­keiten für eine individuelle Auswahl der Reiseziele. Ob die ange­zeigten Reisen wirk­lich buch­bar sind, muss der Nutzer bei allen Anbietern durch einen Klick auf das gewünschte Angebot selbst prüfen. Im Test war insgesamt etwa jedes zehnte Angebot nicht verfügbar.

Versicherung oft voreinge­stellt

Geht der Buchungs­prozess weiter, werden die Reisedetails aufgeführt. Der Kunde muss seine persönlichen Daten angeben und sich für eine Bezahl­variante entscheiden – meist Bank­einzug, Über­weisung oder Kreditkartenzahlung. Danach unterbreiten die Portale Zusatz­angebote wie Reise­versicherungen – allerdings nicht immer auf die seriöse Art. Im Juli 2012 hat der Euro­pä­ische Gerichts­hof es ausdrück­lich untersagt, die Versicherungs­policen auto­matisch mitzuver­kaufen. Während der Test­phase von Juni bis Juli haben vier Anbieter aber genau das versucht – mit einem Häkchen, also einer Voreinstellung einer Reise­versicherung. Holidaycheck, Opodo und Weg.de haben uns mitgeteilt, dass es keine Voreinstellung mehr gibt. Ob er eine Versicherung wünscht, entscheidet der Buchende jetzt aktiv durch Setzen des Häkchens – oder er lässt es eben sein.

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