15.06.2010

Inflation: So viel Schutz braucht Ihr Geld

Inflationsschutz fürs Depot: Der richtige Mix schützt am allerbesten

Anleger können ihr Vermögen weiterhin so zwischen Aktien und Anleihen oder Aktienfonds und Rentenfonds aufgeteilt lassen, wie es ist. Wichtig ist aber, dass die Aufteilung ihrer Risikobereitschaft entspricht.

Wir empfehlen auch sicherheitsorientierten Anlegern zumindest einen kleinen Anteil an Aktienfonds – vorausgesetzt, sie wollen ihr Geld nicht nur kurzfristig anlegen.

Welche Mischung passt, das zeiget das Special Investmentfonds. Die Anleger haben die Wahl zwischen drei verschiedenen Varianten. Es gibt ein Sicherheitsdepot mit einem Aktienfondsanteil von 15 Prozent, ein ausgewogenes Depot mit einem Aktienfondsanteil von 40 Prozent und ein Renditedepot mit einem Aktienfondsanteil von 70 Prozent.

Wir haben überprüft, wie sich unsere Musterdepots seit 1970 im Vergleich mit den verschiedenen einzelnen Anlageklassen geschlagen hätten.

Die höchste Rendite nach Abzug der Inflation haben Aktien gebracht, gefolgt von Gold (siehe Tabelle: Das waren Zeiten). Gleichzeitig war die Wahrscheinlichkeit, mit einer Anlageklasse in einem Jahr einen Verlust zu erzielen, bei Gold am größten. Und zwar mit Abstand: In über 40 Prozent der untersuchten Einjahreszeiträume lagen Anleger mit Gold im Minus. Bei Aktien waren es nur 30 Prozent.

Die realen Renditen unserer Depots lagen zwischen 4,4 und 6 Prozent pro Jahr. Die Verlustwahrscheinlichkeiten betrugen zwischen 20 und 25 Prozent. Der Glanz des Goldes trübt sich noch mehr ein, wenn man sich die längsten Phasen realer Verluste anschaut (siehe Grafik).

Wer sich Anfang der achtziger Jahre von der Panik um die zweite Ölkrise und den Einmarsch der Russen in Afghanistan anstecken ließ und Gold auf dem Höchststand kaufte, hat 27 Jahre warten müssen, bis er nur seinen Einsatz wieder heraushatte.

In Krisenzeiten, wenn viele Leute Gold kaufen, kann es sein, dass der Goldpreis über seinen ursprünglichen Tauschwert hinaus steigt und sich eine Spekulationsblase bildet. Platzt die Blase, ist der Schutz dahin und der Anleger hat sogar noch weniger Geld, als wenn er es nicht vor der Inflation in Sicherheit gebracht hätte.

In der jetzigen Krise hat Gold schon mehrere neue Höchststände erreicht. Es kann daher schon zu spät sein, um jetzt noch einzusteigen.

Auch die Aktienmärkte lagen bis zu zehn Jahre im Verlust. Die kürzesten Verlustphasen gab es mit einjährigen Staatsanleihen: Spätestens nach dreieinviertel Jahren stand wieder ein Plus zu Buche. Nur wenig länger – vier Jahre – hätte es gedauert, bis Anleger mit unserem Sicherheitsdepot wieder ins Plus gekommen wären.

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