Virtuelle Reiseportale bieten viele Vorteile: Sie sind rund um die Uhr geöffnet und liefern umfangreiche Informationen in Form von Texten, Bildern und Videos. Nutzerbewertungen erleichtern die Auswahl, Preisvergleiche helfen beim Sparen. Inzwischen bucht schon fast jeder Fünfte sein Hotel im Netz. test hat untersucht, ob das gut klappt.
Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Reiseportale.
Buchungsportale 05/2012
- booking.com
- hotel.de
- hotelclub.com
- hotelreservierung.de
- hotels.com
- hrs.de
- venere.com
Vermittlungsportale 05/2012
- google.de
- holidaycheck.de
- tripadvisor.de
- trivago.de
- zoover.de
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Dreimal gute Bewertung
Die Stiftung Warentest hat zwölf Hotelseiten getestet. Ergebnis: Die großen Anbieter sind die besten. Booking.com und HRS, die zusammen mit der HRS-Tochter hotel.de rund Dreiviertel des Marktes abdecken, schneiden bei den Buchungsportalen gut ab. Holidaycheck, das wohl bekannteste Bewertungsportal in Deutschland, geht als bester Hotelvermittler aus dem Rennen. Bei ihm wie bei vier weiteren Anbietern steht die Hotelbewertung im Mittelpunkt. Ein Zimmer buchen kann der Nutzer hier zwar auch, er wird aber meist zu anderen Anbietern weitergeleitet. Deshalb nennt die Stiftung Warentest diese Webseiten Vermittlungsportale.
Bewertungen für Urlauber wichtig – aber auch verlässlich?
Ohne positive Kommentare von ehemaligen Urlaubern lassen sich Hotelzimmer kaum noch verkaufen. In einer Studie des Verbandes Internet Reisevertrieb gaben 59 Prozent der Befragten an, Hotelbewertungen seien für sie bei der Wahl der Unterkunft „sehr entscheidend“. Nur für 4 Prozent spielten sie kaum eine Rolle. Inzwischen verfügen alle bedeutenden Hotelportale über ihr eigenes Bewertungssystem. Die wichtigste Frage lautet: Können sich die Nutzer der Portale auf die Urteile verlassen? Um das herauszufinden, haben die Tester allen Anbietern fünf fingierte Hotelbewertungen geschickt. Vom sinnfreien Blindtext über Werbeaussagen, völlig übertriebenen Lobpreisungen bis zu auffällig falschen Angaben zum Standort war alles dabei. Veröffentlichen die Portale die fingierten Bewertungen oder fangen sie sie ab?
Portale finden Fälschungen
Die großen Portale haben offenbar einiges getan, um ihre Bewertungssysteme vor Manipulationen zu schützen. Am besten scheint Holidaycheck das Problem im Griff zu haben. Das zu Tomorrow Focus gehörende Unternehmen beschäftigt nach eigener Aussage ein „Qualitätsteam“ mit 60 Mitarbeitern, das nach unerlaubten Eingriffen in sein „Sonnensystem“ fahndet. Vier der fünf Falschbewertungen durch für den Test hat Holidaycheck herausgefischt und die Absender darüber informiert. Der Konkurrent Zoover fand zwar alle Falschbewertungen, veröffentlichte zunächst aber vier und entfernte sie erst später.
Google am schlechtesten
Rund 80 Prozent aller Internetnutzer, so schätzen Experten, starten mit der Hotelsuche bei Google. Sehr häufig landen sie dann auf www.maps.google.de, dem eigenen Angebot der Suchmaschine – und damit auf dem schlechtesten Hotelvermittlungsportal. Schon die Suche, die kaum Filtermöglichkeiten zur Verfügung stellt, ist mangelhaft. Erst recht das Bewertungsverfahren. Bei Google kann jeder ungehindert Bewertungen abgeben, egal welches Ziel er verfolgt. Die Falschbewertungen der Stiftung Warentest landeten sofort im Netz – und blieben da auch.
Hotelsuche nicht immer detailliert
Nur 4 der 12 getesteten Portale bieten eine detaillierte Suchfunktion, die auch die Hotel- und Zimmerausstattung sowie Sportangebote berücksichtigt. Vorbildlich ist hier nur Holidaycheck. Bei der Ergebnisdarstellung wiederum überzeugt einzig HRS mit vielen Sortiermöglichkeiten und ausführlichen Angaben zu den Hotels. Hat der Nutzer ein passendes Haus gefunden, ist die Buchung meist einfach und zuverlässig. Ausnahmen bestätigen die Regel: Einmal wurde das Hotel während der Buchung teurer. Bei einem anderen Anbieter ärgert die verbraucherunfreundliche Voreinstellung der Stornoschutzversicherung. Wer sie nicht wegklickt, muss sie mitbezahlen. Bei Hotels wird sie aber kaum gebraucht, da sie meist ein kostenlosen Storno zulassen. Auch beim Stornieren gab es Verwirrung. In einem Fall wurden die Tester bei zwei von fünf Annulierungen aufgefordert, das Servicecenter anzurufen – für 49 Cent pro Minute. Sie taten es nicht.
Nichts für Leute, die Beratung wollen
Wer eine Frage zur Buchung hat und die Antwort nicht auf der Webseite findet, sollte sich auf eine Enttäuschung gefasst machen. Weder per Telefon noch per E-Mail gaben die Mitarbeiter der Buchungsportale zufriedenstellende Antworten auf die Anfragen der Tester. Fast alle sind hier mangelhaft. Das fördert eine weitverbreitete Vorgehensweise: Im Netz informieren, im Reisebüro offene Fragen klären – und buchen.
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