20.04.2012

Hautkrebs: Die Warnzeichen erkennen

Hautkrebs Special

Sommer – Sonne – Hautkrebs: Diese Steigerung muss nicht sein. Die Haut schützt uns vor äußeren Einflüssen und Krankheitserregern. Sie ist aber schutz­bedürftig und kann krank werden. Für Ängste sorgt Hautkrebs. Die Stiftung Warentest klärt auf, wie man vorbeugen kann, Warnzeichen erkennt und worauf bei der ärztlichen Unter­suchung zu achten ist. Eine Umfrage zeigt: Haus- und Hautärzte betrachten nicht alle Hautpartien mit der gleichen Aufmerksamkeit.

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Gefährlicher und ungefährlicher Hautkrebs

Hautkrebs ist nicht gleich Hautkrebs. Die hellen Hautkrebsarten Basaliom und Spinaliom sind sehr häufig, aber relativ ungefährlich und gut zu behandeln. Der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom, ist gefährlich und im fortgeschrittenen Stadium schwer behandelbar. Experten sind sich einig, dass die Heilungschancen – auch der anderen Hautkrebsarten – in frühen Krankheitsstadien am größten sind.

Die Haut selbst untersuchen und untersuchen lassen

Menschen mit heller Haut oder Menschen, die Hautkrebserkrankungen in der Familie haben, sollten am besten einmal im Monat ihre Haut selbst aufmerksam betrachten, um Warnzeichen des gefährlichen schwarzen Hautkrebses rechtzeitig zu entdecken – wie beispielsweise unregelmäßig geformte oder dunkle Pigmentmale. Eine regelmäßige Untersuchung beim Arzt – das sogenannte Hautkrebsscreening – dient ebenfalls der Früherkennung. Ab ihrem 35. Geburtstag haben gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre Anspruch auf das kostenlose Hautkrebsscreening beim Hausarzt oder Hautarzt.

Krankenkassen zahlen für den Hautcheck

Das Hautkrebsscreening ist eine Reihenuntersuchung von Personen ohne Beschwerden oder Krankheitssymptome. Wichtigstes Ziel ist, die Zahl der tumorbedingten Todesfälle zu senken. Etliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Haut-Check auch schon vor dem 35. Lebensjahr, einige finanzieren jährliche Hautuntersuchungen Hautkrebsvorsorge: Das zahlen die Kassen. Auch die Praxisgebühr entfällt bei Früherkennungsuntersuchungen. Ausführliche Informationen über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen bietet der Produktfinder Krankenkassen.

Onlineumfrage: Ärzte nicht immer gründlich

Die Teilnehmer einer Onlineumfrage der Stiftung Warentest zum Hautkrebsscreening berichteten, dass die Ärzte nicht alle Hautpartien mit der gleichen Aufmerksamkeit betrachteten. Oberkörper, Brust, Achseln, Arme, Hände, Beine wurden bei den meisten Teilnehmern untersucht. Die Ärzte vernachlässigten jedoch häufig – so das Ergebnis der nichtrepräsentativen Umfrage – Körperpartien, an denen man keinen Hautkrebs vermuten würde, wie Mund oder am After. In seltenen Fällen kann dort jedoch der schwarze Hautkrebs auftreten.

Eine Viertelstunde muss sein

Der Arzt sollte daher auf jeden Fall den ganzen Körper von der Kopfhaut bis zu den Zehenzwischenräumen und Fußsohlen untersuchen und sich mindestens 15 bis 20 Minuten Zeit für den Hautcheck nehmen – von Kopf bis Fuß Tipps.

Patienten müssen mitunter zuzahlen

Nach den Richtlinien für das Hautkrebsscreening reichen für die Untersuchung ein geschultes Auge, eine helle Lampe und ein Spatel für die Untersuchung der Mundhöhle und der Kopfhaut. Wenn der Arzt spezielle Geräte nutzt, rechnet er die Kosten oft zusätzlich ab. Die Kassen zahlen dafür nicht, die Patienten müssen dann aus eigener Tasche bezahlen. Viele Teilnehmer der Onlineumfrage gaben an, dass ihre Ärzte für das Hautkrebsscreening eine Lupe oder ein Mikroskop benutzten, gelegentlich auch Videokameras mit einem angeschlossenen Computer. Für den Einsatz eines Auflichtmikroskops können bis zu 24 Euro fällig werden, für ein videogestütztes Gerät bis zu 110 Euro.

Hellhäutige Menschen sind gefährdet

Als wichtigster Auslöser von Hautkrebs gelten Sonnenlicht und UV-Strahlen – auch aus Solarien. Besonders anfällig sind vor allem blonde, rothaarige, hellhäutige oder sommersprossige Menschen, die kaum bräunen und schnell Sonnenbrand bekommen. Mediziner unterscheiden verschiedene Hauttypen entsprechend ihrer Empfindlichkeit Fotogalerie. Wer viele Muttermale oder Leberflecke hat, ist ebenfalls gefährdet. Sonnenbrände im Kindes- und Jugendalter sind besonders gefährlich. Sie erhöhen das Risiko, als Erwachsener an Hautkrebs zu erkranken.

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