18.01.2007

Haushaltsnahe Dienstleistungen: So sparen Sie Steuern

Haushaltsnahe Dienstleistungen Meldung

Handwerker, Putzhilfe, Pflege:  Für „haushaltsnahe Dienstleistungen“ gibt es Steuern zurück. Nun wurde die Palette der geförderten Arbeiten erweitert.

Mit Handwerksarbeiten und Dienstleistungen in privaten Haushalten lassen sich kräftig Steuern sparen – egal ob Mieter oder Eigenheimbesitzer Auftraggeber sind. Rechnungen für haushaltsnahe Dienstleistungen senken ihre Steuerlast direkt.

  • Zum einen geht es dabei um Dienstleistungen im Haushalt, zum Beispiel Putzen, Gartenarbeiten, Betreuung von Kindern, Senioren oder Pflegebedürftigen. Das Finanzamt akzeptiert maximal 3 000 Euro der Lohnkosten. 20 Prozent davon senken unmittelbar die Steuerschuld. Das bringt bis zu 600 Euro Steuerersparnis.
  • Zusätzlich werden seit 2006 genauso auch Handwerkerarbeiten gefördert, wenn Eigentümer oder Mieter ihre Wohnung modernisieren. Das bringt ihnen weitere 600 Euro Steuerersparnis.
  • Als Drittes wird die Versorgung Pflegebedürftiger im Haushalt zusätzlich gefördert. Die Kosten können zum einen als haushaltsnahe Dienstleistung abgerechnet werden, darüber hinaus aber auch noch separat. Wer also keine anderen Dienstleistungen wie etwa Gartenarbeiten anzusetzen hat, kann 3 000 Euro für die Pflege als Dienstleistung ansetzen und weitere 3 000 Euro als Pflegeleistung. Erhält der Pflegebedürftige Geld von der Pflegekasse, muss das allerdings von den Aufwendungen abgezogen werden.

Beispiel: Die Rechnung des Pflegedienstes beläuft sich auf 9 000 Euro, die Pflegeversicherung zahlt 4 608 Euro. Als haushaltsnahe Dienstleistung können dann noch 4 392 Euro angesetzt werden. 20 Prozent davon bringen eine Steuererstattung von 878,40 Euro.

Voraussetzung ist immer, dass Firmen beauftragt werden. Und: Nur die Lohnkosten können angesetzt werden, nicht die Ausgaben für Material. Die Rechnung muss daher den Lohn separat ausweisen.

Mehr geförderte Leistungen

Bisher entstand bei einzelnen Leistungen häufig Streit mit dem Finanzamt, ob sie förderfähig sind oder nicht. Da hat das Bundesfinanzministerium nun Klarheit geschaffen: In einem achtseitigen Schreiben legt es fest, welche Leistungen dazugehören (Az. IV C 4 – S – 2296 b – 60/06). Jetzt zählen auch Reparatur und Wartung von Geräten im Haushalt dazu. Wenn also der Geschirrspüler tropft, der Computer lahmt, der Fernseher schwarz bleibt, Herd oder Waschmaschine streiken, gibt es einen Teil der Reparaturkosten zurück.

Nach dem Wortlaut des Schreibens gilt das jedoch nur, wenn die Geräte im Haushalt repariert werden. Doch ob sich das Finanzamt wirklich querlegt, wenn der Herd in die Werkstatt geschafft werden muss, bezweifeln Steuerexperten.

Erstmals zahlt das Finanzamt auch neue Hausanschlüsse mit, zum Beispiel wenn Telefon- oder TV-Kabel zum Haus verlegt werden. Dasselbe gilt für die Wartung von Heizungs-, Elektro-, Gas- und Wasseranlagen. Selbst Schornsteinfegerge­bühren und Service für Aufzug, Blitz- und Brandschutzanlagen zählen dazu.

Die Rechnung sollte die Lohnkosten separat ausweisen. Wer beispielsweise Fliesen im Baumarkt einkauft und den Handwerker nur verlegen lässt, kann die Fliesenlegerrechnung abziehen, weil ja kein Material auf der Rechnung steht. Weigert sich die Firma, die Lohnkosten getrennt auszuweisen oder wurde das vergessen, sollten Sie den Lohn selbst schätzen und diesen Vorschlag mit den Rechnungen beim Finanzamt einreichen.

Tipp: Den Höchstbetrag von 3 000 Euro können Sie jedes Jahr ansetzen. Wenn etwa die Badsanierung 6 000 Euro kostet und Sie – falls die Firma das akzeptiert – eine Hälfte in diesem Jahr zahlen, die andere nächstes Jahr, gibt es 1 200 Euro zurück. Es spielt keine Rolle, dass die Rechnungen für einen Auftrag waren. Entscheidend ist das Datum der Zahlungen.

Zur Kontrolle verlangen die Beamten zwei Belege: die Rechnung und den Überweisungsbeleg (Kontoauszug). Quittungen oder Barzahlungen reichen nicht.

Mehr geförderte Haushalte

Unterstützung bekommen ab sofort auch Wohnungseigentümer, wenn die Gemeinschaft Aufträge vergibt. Bisher gingen sie bei Arbeiten am Gemeinschaftseigentum leer aus.

Jetzt können selbst Mieter und Heimbewohner in betreuten Wohnprojekten anteilige Kosten individuell abrechnen, die der Vermieter als Betriebskosten kassiert.

Das setzt aber immer voraus, dass die entsprechenden Dienstleistungen auf der Rechnung einzeln stehen und der jeweilige Anteil für die Personalkosten daraus klar hervorgeht. Auch der Hausverwalter darf den Nachweis der begünstigten Kostenanteile bescheinigen.

Weil Wohnungseigentümer- und Mietergemeinschaften bisher weder gemeinsame Handwerkerkosten noch haushaltsnahe Dienstleistungen abrechnen konnten, gibt es eine Übergangslösung. So darf bis Ende 2006 der Lohnanteil auch nachträglich geschätzt werden, wenn er nicht separat in der Rechnung steht. Die Schätzung sollte jedoch plausibel begründet werden, empfiehlt die Bundessteuerberaterkammer. Besonders hohe Stundenlöhne hakt das Finanzamt nicht ohne weiteres ab. Spätestens ab 2007 müssen sich Hausverwalter und Vermieter auf die neue Abrechnung einstellen, sonst funktioniert die Steuererstattung nicht.

Und noch ein Pluspunkt: Mitglieder von Mieter- und Eigentümergemeinschaften, deren Steuerbescheide ab 2003 noch offen sind, können anteilige Nebenkosten, die auf haushaltsnahe Dienstleistungen entfallen, auch noch rückwirkend steuerlich geltend machen.

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