Ob Freundin, Ehemann oder Oma: Wer oft dieselben Nummern wählt, für den lohnen sich Gruppentarife. Damit sind Anrufe teilweise sogar kostenlos.
Etwa 37 Stunden telefonierte jeder deutsche Handynutzer 2009 im Schnitt, weiß der Branchenverband Bitkom. Es sind oft dieselben Personen, die angerufen werden: die beste Freundin, der Ehemann, die Kinder. Wer sich mit ihnen auf einen Gruppentarif einigt, soll Geld sparen. „Superbillig mobil telefonieren“ oder „Einfach fünf Cent untereinander“ – so werben die Anbieter. Und unser Vergleich zeigt: Kunden können tatsächlich sparen. Denn innerhalb dieser Tarife sind Gespräche und SMS günstiger als in anderen. Teilweise kosten Telefonate sogar gar nichts.
Mit Gruppentarifen sparen
Ein Gruppentarif lohnt sich vor allem für Kunden, die viel innerhalb eines Tarifes telefonieren. Sie rufen also oft Personen an, die denselben Handytarif nutzen. Ohne Gruppentarif zahlen Normaltelefonierer (90 Minuten) im günstigsten Fall 10 Euro. 8,50 Euro sind es mit den billigsten Gruppen- oder Communitytarifen, wie die Anbieter sie meist nennen. Noch mehr sparen können Vieltelefonierer. Wer etwa drei Stunden im Monat telefoniert, zahlt mit einem Gruppentarif nur die Hälfte.
Tipp: Für Kunden, die zu den Normaltelefonierern (siehe Tabelle: Communitytelefonierer) gehören, sind die Gruppentarife von Aldi Talk, Edeka, Penny Mobil, Rewe und simply eine gute Wahl. Auch Wenig- und Vieltelefonierer kommen in den genannten Tarifen noch günstig weg. Echte Quasselstrippen dagegen, die bis zu zehn Stunden pro Monat am Hörer hängen, sind mit dem Gruppentarif von Edeka und dem Callya Openend von Vodafone gut bedient.
Mit 8-Cent-Tarifen sparen
Ein Gruppentarif kann auch zum Nachteil werden. Hat sich erst einmal der gesamte Freundeskreis auf einen Tarif geeinigt, fällt es schwerer, wieder zu wechseln, als würde man allein einen neuen Tarif suchen – eine Kundenbindung, mit der die Anbieter rechnen. Wenn aus diesen oder anderen Gründen, etwa weil der Nutzer oft verschiedene Nummern anruft, kein Gruppentarif infrage kommt, gibt es andere Möglichkeiten, den Geldbeutel zu entlasten. Die Tabellen zeigen die günstigsten Handytarife. Viele funktionieren nach dem Prinzip „Alles für rund 8 Cent“: sei es eine SMS senden oder eine Minute telefonieren.
Tipp: Mit diesen 8-Cent-Tarifen fahren Sie gut – egal ob Sie wenig, normal oder viel mit dem Handy telefonieren.
Netzbetreiber sind wesentlich teurer
Kleine Unterschiede gibt es aber auch bei den 8-Cent-Tarifen. Mit discoplus zum Beispiel kostet eine Abrechnungsminute und eine SMS jeweils nur 7,5 Cent. Es sind vor allem Prepaid-, sprich Guthabentarife, die in den Tabellen der billigsten Handytarife auftauchen. Bei ihnen zahlt der Kunde im Voraus und telefoniert sein Guthaben ab. Die preiswerteste Wahl für Wenigtelefonierer sind discoplus und Minutel. Wer eine halbe Stunde im Monat telefoniert, zahlt 4 Euro. Vieltelefonierer, die etwa drei Stunden sprechen, zahlen mit ihnen 22 Euro. Genauso günstig ist freenetmobile. Bei dem freenet-Tarif handelt es sich um einen Laufzeitvertrag. Da zahlt der Kunde im Nachhinein, was er vertelefoniert hat. Die Laufzeit beträgt bei ihm nur einen Monat.
Weit abgeschlagen sind die vier Netzbetreiber. E-Plus mit Base, O2, T-Mobile und Vodafone können mit den 8-Cent-Tarifen nicht mithalten. Die preisgünstigsten Handytarife der Netzbetreiber kosten teilweise doppelt so viel wie die billigsten Discountangebote, mitunter sogar noch mehr. Bei den Normaltelefonierern ist das Inklusivpaket von O2 die Ausnahme. Durch 100 freie SMS und Freiminuten ist es die günstigste Wahl für alle, die etwa 90 Minuten im Monat telefonieren. Jedoch müssen sich Kunden hier für 24 Monate binden. Sie können also nicht schnell wechseln, sollte ein noch geeigneterer Tarif auf den Markt kommen oder sich das Telefonierverhalten ändern.
Tipp: Analysieren Sie in regelmäßigen Abständen Ihr Telefonierverhalten. Benutzen Sie dazu am besten Ihre aktuellen Handyrechnungen. Rufen Sie viele verschiedene Nummern an, etwa weil Sie das Handy beruflich nutzen? Oder sind es immer wieder dieselben? Unser Infoabruf im Internet und unsere Tabellen helfen Ihnen, den besten Tarif für Sie zu finden.
Vorsicht, Zusatzkosten
Bei der Wahl eines neuen Handytarifs ist es aber auch wichtig, auf Zusatzkosten zu achten. So werden zum Beispiel für Anrufe bei Servicehotlines oft hohe Kosten fällig. Auch kann ein Mindestumsatz extra kosten. TNG fordert etwa, dass die Rechnung mindestens 9 Euro beträgt. simply berechnet 1,79 Euro Administrationsgebühr zusätzlich, wenn Kunden in zwei aufeinanderfolgenden Monaten nicht telefonieren oder keine SMS verschicken.
Tipp: Telefonieren Sie viel im Monat, brauchen Sie sich von einem Mindestumsatz jedoch nicht abschrecken zu lassen. Er verteuert in dem Fall nicht die Rechnung.
Ärgernis Kündigung
Ein großes Ärgernis ist die Praxis der Anbieter, die Guthabentarife einfach zu kündigen, wenn die Kunden längere Zeit kein Guthaben aufladen oder nicht telefonieren. Manche Kunden besorgen sich ein Handy jedoch nur für Notfälle und telefonieren deshalb kaum. Zuletzt war die Deutsche Telekom mit einer großen Kündigungswelle von Prepaidkarten in die Schlagzeilen geraten. Aber auch bei den billigen 8-Cent-Tarifen der Discountanbieter ist das gang und gäbe. In ihren Geschäftsbedingungen räumen die Anbieter sich das Recht ein, zu kündigen. Sie müssen jedoch in diesen Fällen das Restguthaben der Kunden wieder auszahlen.
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