07.03.2008

Handys für Senioren: Diese Modelle sind gut

Winzige Tasten, kryptische Symbole, verworrene Menüs: Moderne Handys sind vielen Menschen zu kompliziert. Jetzt ist Klarheit gefragt. Im Test: Fünf Seniorenhandys mit extra großen Tasten und acht herkömmliche Modelle für Puristen. test.de zeigt die besten Handys für alle, die einfach telefonieren wollen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Seniorenhandys

Rentner machen Praxistest

Große Tasten, klare Menüs und kein überflüssiger Schnickschnack: So wünschen sich ältere Menschen ihr Handy. Trendsetter gehen mit: Das Apple iPhone etwa ist so klar und übersichtlich, wie kein Handy zuvor. Die meisten Mobiltelefone sehen heute allerdings noch anders aus. Funktion geht vor Klarheit, Ausstattung vor Komfort. Die Stiftung Warentest hat 13 Handys ausgewählt, die ohne viel Schnickschnack auskommen. Fünf Seniorenhandys mit extra großen Tasten und acht herkömmliche Modelle. Elf Rentnerinnen und Rentner machten den Praxistest.

Fitage und Nokia vorn

Die beiden beliebtesten Handys im Test sind das Nokia 3110 Classic und das spezielle Seniorenhandy Fitage Big Easy 2. Das Nokia überzeugt durch seine unkomplizierte Bedienung. Es ist schön leicht, hat übersichtliche Tasten und ein gut lesbares Display. Lauthören ist möglich. Auch die Gebrauchsanleitung gefiel den Testern. Fazit: Das Nokia 3110 ist das beste herkömmliche Handy im Test. Auch für jüngere Puristen geeignet. Pluspunkt: Im Standby-Betrieb bleibt das 3110 lange auf Empfang. Gut für den Einsatz als Notfallhandy.

Telefonieren auf Tastendruck

Das Fitage Big Easy 2 nimmt sich dagegen riesig aus (siehe Foto). Das spezielle Seniorenhandy wiegt 211 Gramm. Gut doppelt soviel wie das Nokia. Für Menschen mit Seh- oder Motorikschwäche ist das Big Easy dennoch eine gute Wahl. Die Tester loben seine großen Tasten, die gut lesbare Anzeige und die Nutzerführung. Drei große Kurzwahltasten ermöglichen Telefongespräche oder Notruf mit nur einem Tastendruck. Lauthören ist möglich. Die Bedienungsanleitung ist gut. Nachteil: Das Big Easy bleibt nicht so lange auf Empfang. Standby-Betrieb nur ausreichend. Beim Telefonieren ist der Akku dagegen top: Acht Stunden Dauergespräch sind drin.

Notruf automatisch

Eine ebenso einfache wie intelligente Funktion bietet das Seniorenhandy Emporia Life: Den Notruf per Notruftaste – leicht versenkt, auf der Rückseite des Telefons. Wird die Taste gedrückt, wählt das Telefon nacheinander bis zu fünf vorher festgelegte Rufnummern. Vorteil: Ist die Familie auf Platz eins nicht erreichbar, springt der Notruf auf Nachbarn oder Freunde um. Das Emporia Life überzeugt durch klar definierte große Tasten, einfache Nutzerführung und ein besonders kontrastreiches Display mit orangefarbener Schrift auf schwarzem Grund. Fazit: Ein gutes Mobiltelefon für Menschen die schlecht sehen oder in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. Das Emporia Life gibt Sicherheit.

Ortung per Satellit

Auf Sicherheit setzt auch das Secufone BX55. Das Seniorenhandy aus der Schweiz kombiniert die Notruffunktion mit Satellitenortung. Ein GPS-Empfänger übermittelt den Standort des Handybenutzers an eine Notrufzentrale. In Deutschland bieten etwa der ADAC und das Rote Kreuz diesen Service an. Kostenpflichtig, versteht sich. Nachteil allerdings: Die Satellitenortung funktioniert nur auf offener Straße. U-Bahn-Tunnel und Gebäude blockieren das Signal. Die Ortung verbraucht überdies permament Akkustrom. Das Handy muss häufig nachgeladen werden.

Anruf mit Bild

Highlight wiederum: Das Secufone kann auch Bilder im Telefonbuch speichern. Ruft die entsprechende Person an, erscheint ihr Bild im Display. Ein Fingerzeig auf das Verbindungssymbol neben dem Bild stellt die Verbindung her. Der Bildschirm ist berührungsempfindlich und steuert das Telefon. Zur Sicherheit gibts außerdem noch ein paar große Tasten. Fazit: Gut für ältere Menschen mit Sehschwäche oder motorischer Störung.

Kein Handy für alle

Der Test zeigt aber auch: Ein Handy für alle gibt es nicht. Zu groß sind die individuellen Vorlieben und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Benutzer. Spezialhandys mit extra großen Tasten kommen bei vielen Senioren gut an. Andere schreckt der Micky-Maus-Look dieser großen Telefone eher ab. Herkömmliche Handys sind unauffälliger. Und billiger. Beispiel: Das Nokia 3110 kostet etwa 150 Euro. Das Seniorenhandy Emporia Life schon 200, das Fitage Big Easy 290 Euro und das Secufone bis zu 450 Euro.

Notfallhandy für nur 50 Euro

Preiswert und gut für Puristen geeignet ist das Motorola F3 Motofone. Das billigste Handy im Test kostet nur 50 Euro. Vorteil: Einfarbiges Display mit großen Buchstaben, gut lesbar. Sprachunterstützung bei den Grundeinstellungen. Die Tasten der herkömmlichen Handys sind natürlich zwangläufig kleiner als die der großen Seniorenhandys. Auch eine spezielle Notruftaste gibt es nicht. Die 112 ist aber schnell gewählt. Die Tabelle - Ergebnisse kompakt - zeigt die Stärken und Schwächen der einzelnen Modelle. Ansonsten gilt: Auf zum Fachhändler und ausprobieren. Die Tipps helfen bei der Suche nach dem passenden Modell.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Tabelle: Ergebnisse kompakt

Dieser Artikel ist hilfreich. Nutzer finden das hilfreich.

Kommentare (0)

weitere Kommentare anzeigen

Alle Kommentare anzeigen

Schreiben Sie bitte einen Kommentar

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Jetzt einloggen oder Neu registrieren.
Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice