30.08.2007

Handys: Die besten neuen Modelle

Handys Test

Mit einer innovativen Bedienung stiehlt das Prada-Handy von LG selbst dem Testsieger von Sony Ericsson die Show. Das vielgelobte Alleskönner-Handy N95 von Nokia enttäuscht.

Sie sind die Stars am Handyhimmel. Wo sie auftauchen, erregen sie Aufmerksamkeit und ziehen neidische Blicke auf sich. Jedes Jahr gibt es ein paar solcher Handys, die aus der Masse her­ausragen und Kultstatus erlangen. In diesem Heft haben wir gleich zwei Anwärter zum Kulthandy dabei, denen Fans in aller Welt schon monatelang entgegenge­fie­bert haben – aus ganz unterschiedlichen Gründen: Das Nokia N95 wurde vor allem von Technikfreaks heiß ersehnt, weil es die neuesten Kommunikationstechniken in besonders kompakter Form verbinden soll. Ganz anders das Prada-Handy von LG: Wie der glamouröse Name schon ahnen lässt, richtet es sich vor allem an modebewusste Mobiltelefonierer, denen ein nobles Design wichtiger ist als lange Listen mit technischen Daten.

Für viele wohl überraschend: Das schicke Design-Handy von LG platziert sich im Test deutlich vor dem Alleskönner von Nokia. Dabei können sich die techni­schen Leistungen des Nokia N95 sehen lassen: Als Quadband-Handy funktioniert es neben den in Europa üblichen GSM-Frequenzbändern auch in amerikanischen GSM-Netzen. Außerdem arbeitet es in UMTS- und sogar in WLan-Funknetzen, wie man sie zum drahtlosen Surfen benutzt. Das große Display ist „sehr gut“ beim Telefonieren und kann auch viele Websites ordentlich darstellen.

GPS schon eingebaut

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Ein eingebauter GPS-Empfänger und die Navigationssoftware sorgen beim N95 für Orientierung unterwegs. Und seine 5-Megapixel-Kamera ist die beste im Test. Für seine üppige Ausstattung ist das Gerät mit 121 Gramm verglichen mit anderen Smartphones (Handys mit Computerfunktionen) sogar noch recht handlich.

Nokia N95 überlebte Schauer nicht

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Entsprechend viele Vorschusslorbeeren hat das N95 in der Fachpresse erhalten. Doch bei uns scheiterte es am Regentest. Der simuliert einen Regenschauer, dem die Han­dys zweimal für je eine Minute ausgesetzt werden. Alle haben das überlebt, nur nicht das N95. Ein Exemplar war danach komplett tot, bei einem zweiten blieb das Display schwarz. Damit ist das N95 nur „befriedigend“, den Platz als größtes Kommunikationstalent unter den „Guten“ im Test nimmt das Nokia E65 ein.

Prada-Handy originell zu bedienen

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Edle Aufmachung: Das Prada-Handy von LG ist verpackt wie ein Schmuckstück.

Das Prada-Handy von LG bewegt sich mit 600 Euro in einer ähnlichen Preisklasse wie das N95, doch sein Konzept ist ein anderes. Es gehört zu einer wachsenden Klasse von Handys, die nicht durch immer neue technische Fähigkeiten überzeugen wollen, sondern durch anspruchs­volles Design. Beim Prada-Handy funktioniert das, denn Design bedeutet hier nicht nur ein gefälliges Äußeres, sondern ein gut durchdachtes und originelles Bedienkonzept: Das Gerät wird fast vollständig über einen großen, berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert. Und zwar nicht mit einem fummeligen Eingabestift, sondern direkt per Fingerkontakt. So kann man das Gerät lässig in einer Hand halten und mit dem Daumen die virtuellen Wähltasten bedienen, Menüpunkte und Adressbucheinträge auswählen oder den Musikspieler steuern.

Ob die gelungene Gestaltung des Prada-Handys allerdings 600 Euro wert ist, bleibt Geschmackssache. Bei der Ausstattung jedenfalls ist noch Raum für Verbesserungen. Die Kamera liefert eher mittelmäßige Bilder, und der Musikspieler kann weder Abspiellisten erstellen noch die Musikstücke nach Album, Genre oder Interpret sortieren. Doch die gelungene Steuerung macht Lust auf mehr. Vielleicht gibt es ja bald bezahlbarere Handys, die diesem Design folgen.

Auch andere Anbieter machen sich zunehmend Gedanken über die Gestaltung ihrer Handys. Doch nicht immer gewinnt dadurch die Handhabung. Beispiel Samsung: Die beiden Edel-Handys F300 und P310 zeigen viel Gestaltungswillen. Die abnehmbaren Schutzhüllen, die beiden beiliegen, sehen nicht nur nobel aus, sondern sind auch funktionell: Sie enthalten einen zusätzlichen Akku. Besonders das P310 schafft damit beeindruckende Akku­laufzeiten. Der Ausdauerbonus beschert aber auch Nachteile: Die Akkuhülle bringt zusätzliches Gewicht und behindert beim einhändigen Wählen.

SMS schwierig beim Samsung F300

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Beim F300 sind die Samsung-Designer wohl über das Ziel hinausgeschossen. Das Gerät präsentiert sich janusköpfig. Auf der einen Seite hat es eine große Tastatur und ein eher kleines Display zum Telefonieren, auf der anderen ein großes Display mit wenigen Tasten für Multimedia­anwendungen. Auf dem Papier mag das als innovatives Konzept erscheinen, in der Praxis verflucht man es spätestens dann, wenn man auf dem kleinen Bildschirm der Telefonseite eine SMS schreiben muss. Oder wenn man den internen Akku wechseln will und merkt, dass der fest eingebaut ist – schließlich hat das F300 keinen Platz für ein Batteriefach.

Sony-Ericssons fummelige Minitasten

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Gewöhnungsbedürftig: Kleine Tasten, hier beim Sony Ericsson W610i.

Auch bei einigen Sony-Ericsson-Handys geht das Design auf Kosten der Handha­bung. Das W880i, das W610i und das K550i machen im Test insgesamt eine „gute“ Figur, zwei davon platzieren sich gar an der Tabellenspitze. Doch ein gestalterisches Detail nagt am ansonsten positiven Eindruck: Die winzigen Tasten sehen zwar hübsch aus, fühlen sich aber nicht unbedingt gut an. Unterm Finger wirken sie ungewohnt spitz, außerdem spürt man beim Wählen auch die Nachbartasten. Tipp: Probieren Sie die Tasten aus, bevor Sie sich eines dieser Geräte zulegen.

Einfachhandys für wenig Geld

Natürlich haben wir nicht nur teure Designhandys getestet. Wer ein Mobiltelefon mit gutem Musikspieler sucht und keine gute Kamera braucht, bekommt mit dem Sony-Ericsson W200i für 150 Euro ein Walkman-Handy. Wer es noch einfacher liebt, findet im Nokia 2626 für 89 Euro ein „gutes“ Einsteiger-Handy. Das 39 Euro billige Motorola F3 (siehe „Handy ohne Schnickschnack“) ist dagegen nur etwas für Menschen, die wirklich nichts anderes wollen als telefonieren – schon SMS-Botschaften werden bei ihm zur Geduldsprobe.

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