So testet die Stiftung Warentest
Die Stiftung Warentest bewertet Multimediahandys und Smartphones in acht Disziplinen: Telefon, Kamera, Musikspieler, Internet und PC, GPS und Navigation, Handhabung, Akku sowie Stabilität. Die Noten in den Disziplinen werden Gruppenurteile genannt. Aus den acht Gruppenurteilen ergibt sich das test-Qualitätsurteil. Lesen Sie hier, wie die Stiftung Warentest testet und bewertet.
Testergebnisse für Handys
Multimediahandys und Smartphones im Test
Handys und Smartphones testet die Stiftung Warentest gemeinsam mit Verbraucherorganisationen aus Belgien, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, den Niederlanden sowie einigen skandinavischen Ländern. Die Geräte werden anonym im Handel eingekauft. Weder Pressemuster noch Vorserienmodelle kommen in den Test.
Preise
Der Produktfinder zeigt Online-Preise ohne Versandkosten. Die Preise ermittelt der Onlinedienst idealo.de. Der Stand des Onlinepreises wird für jedes Produkt angezeigt.
Abwertungen
Abwertungen sorgen dafür, dass sich gravierende Mängel auch deutlich auf das test-Qualitätsurteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die normale Gewichtung den Mangel nicht deutlich macht. Abwertungen sind in den Tabellen mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Die Stiftung Warentest wendet bei Handys und Smartphones folgende Abwertungen an:
- Telefon: Bei mangelhaftem Urteil für die SMS-Funktion wird das Urteil für Telefon abgewertet.
- Kamera: Bei ausreichender Auslöseverzögerung wird die Kamera abgewertet. Bei ausreichender Kamera, wird das test-Qualitätsurteil abgewertet.
- Internet und PC: Bei ausreichendem Surfen wird das Urteil für Internet und PC abgewertet. Bei ausreichendem Internet und PC wird das test-Qualitätsurteil abgewertet.
- Handhabung: Bei mangelhafter Gebrauchsanleitung und Inbetriebnahme, ausreichendem Display oder ausreichender Tastatur wird die Handhabung abgewertet.
- Stabilität: Bei ausreichender Qualität wird das test-Qualitätsurteil abgewertet.
- Akku: Bei ausreichendem Akku wird das test-Qualitätsurteil abgewertet.
Je schlechter das auslösende Urteil ausfällt, desto stärker wirkt die jeweilige Abwertung.
Telefon: 15 %
Sprachqualität: Sie wird mit einem GSM-/UMTS-Simulator beim Hören und Sprechen in einem Prüfstand mit und ohne Umgebungslärm gemessen. Mit einem Kunstkopf wird die Nebengeräuschunterdrückung sowie die empfundene Übertragungsgüte „PESQ“ in Anlehnung an den ITU-Standard P.862 ermittelt.
Netzempfindlichkeit: In einer reflexionsarmen Freifeldkabine wird das Telefon mit Phantomhand und künstlichem Kopf betrieben und das Abreißen der Verbindung simuliert. Die Sendeleistung wird mittels 2D-SAR-Messung bestimmt.
SMS: Bewertet werden das Empfangen, Lesen, Eingeben, Senden, Archivieren, Bearbeiten und Löschen von SMS-Textnachrichten.
Kamera: 10 %
Das Bild wird bewertet anhand von Fotos, die bei normaler und bei geringer Beleuchtung in bester Qualitätsstufe aufgenommen wurden – nach Auflösung, Bildschärfe, Bildgeometrie, Farbwiedergabe, Bewegungsunschärfe und Lichtempfindlichkeit. Außerdem wird die Auslöseverzögerung gemessen und bewertet.
Video: Eine unterschiedlich ausgeleuchtete Szene wird im Kameraschwenk abgefilmt. Bewertet wird die Video- und Tonwiedergabe am Handy und am Computer.
Musikspieler: 10 %
Klang: Hörprüfung mit Klangproben aus den Genres Pop und Klassik über die mitgelieferten Ohrhörer und mit hochwertigem Kopfhörer. In Anlehnung an die DIN 50 332 werden zu hohe Schallpegel am mitgelieferten Kopfhörer negativ bewertet.
Kompatibilität: Unter anderem unterstützte Audioformate und Titelinformationen.
Internet und PC: 15 %
Surfen: Das Navigieren (URL-Eingabe, Bookmarks, Link-Aufruf, Scrollen, Zoomen, Auswählen) und die Leistungsfähigkeit (Darstellung, Geschwindigkeit) des Browsers werden in Praxistests mit verschiedenen Websites bewertet.
E-Mail: Die Tester prüfen die Funktionalität und Handhabung beim Einrichten von E-Mail-Konten und das Empfangen, Lesen (auch HTML, Dateianhänge) und Schreiben von Mails.
Synchronisation und Backup: Der Datenabgleich mit verschiedenen Office- und Multimediaanwendungen auf dem PC und mit Cloud-Diensten wird geprüft und bewertet. Ebenso die Sicherung wichtiger Daten (u. a. Adressbucheinträge, Textnachrichten, Anruflisten) vom Handy auf einem PC und die Wiederherstellung solcher Backups, sowie die Installation von Zusatzsoftware (Apps).
GPS und Navigation: 10 %
Schnelligkeit und Genauigkeit der Ortung. Routenführung mit der mitgelieferten Navigationssoftware (unter anderem Zieleingabe, Verhalten beim Abweichen von der vorgegebenen Route, gegebenenfalls mitgelieferte Navigationssoftware). Qualität des eingebauten Lautsprechers für Navigationsansagen.
Handhabung: 20 %
Gebrauchsanleitung und Hilfefunktion (Lesbarkeit, Verständlichkeit, Vollständigkeit). Aufwand der ersten Inbetriebnahme (unter anderem Einsetzen von Akku und Sim-Karte, erforderliche Softwareinstallation, Registrierungsumfang). Display (unter anderem Schärfe, Lesbarkeit, Farbdarstellung) und Tastatur (unter anderem Bedienbarkeit, Druckpunkt) werden bei verschiedenen Lichtbedingungen und Anwendungen bewertet. Weiterhin bewertet werden das Menü und die Bedienung von Telefon (unter anderem Gesprächsannahme, Wählen, Telefonbuch, Speicher, Wahlwiederholung), Kamera (unter anderem Aufnehmen, Löschen, Speichern) und Musikspieler (Starten, Stoppen, Lautstärkeregelung, Navigieren zu Musikstücken, Play-Listen) sowie der Transport (Gewicht, Abmessungen, subjektive Trageeigenschaften, Tastatursperre).
Stabilität: 5 %
Bruchfestigkeit: Prüfung in einer Falltrommel in Anlehnung an DIN EN 60 068-2-31. Feuchtigkeitstest: Die Handys werden liegend in Anlehnung an DIN EN 60 529 je fünf Minuten mit 1 mm/min Wasser beregnet, danach bis zu dreimal im Abstand von 24 Stunden Funktionsprüfung. Prüfung der Passgenauigkeit und Solidität von Gehäuse, Kontakten, Anschlüssen sowie des Schutzes des Displays und Gehäuses vor Kratzern mittels Ritzhärteprüfung in Anlehnung an ISO 1518.
Akku: 15 %
Durch Strommessungen wird die Betriebsdauer beim Telefonieren in GSM- und in UMTS-Netzen, im Standby, beim Internetsurfen und bei Online-GPS-Nutzung in UMTS- und gegebenenfalls auch in LTE-Netzen sowie bei Musikwiedergabe bestimmt. Auch wird die Ladedauer bestimmt und bewertet, ob sich der Akku vom Anwender wechseln lässt und welche Lademöglichkeiten (Netzteil, USB) mitgeliefert werden.
Vor April 2012
Vor Prüfung der im April 2012 veröffentlichten Handys hat die Stiftung Warentest den Handytest in einige Details überarbeitet. Im Produktfinder sind die Handys darum nach verschiedenen Testprojekten sortiert. Die Noten von Handys aus unterschiedlichen Testprojekte sind nicht direkt miteinander vergleichbar.
Das war im Testprojekt 2011 anders als im aktuellen Projekt 2012:
Abwertungen: Lautete das Urteil für SMS mangelhaft, wurde das Urteil für Telefon um eine halbe Note abgewertet. Lautete das Urteil für Kamera ausreichend, wurde das test-Qualitätsurteil um eine halbe Note abgewertet. Bei einer mangelhaften Auslöseverzögerung konnte das Kamera-Urteil nur eine Note besser sein. Lautete das Urteil für Musikspieler ausreichend, wurde das test-Qualitätsurteil um eine halbe Note abgewertet. Lautete das Urteil für Internet und PC ausreichend, wurde das test-Qualitätsurteil um eine halbe Note abgewertet. Bei ausreichendem Surfen konnte das Urteil für Internet und PC nur eine halbe Note besser sein. Bei mangelhafter Gebrauchsanleitung und Inbetriebnahme wurde das Urteil Handhabung um eine halbe Note abgewertet. Lautete das Urteil für Stabilität ausreichend, wurde das test-Qualitätsurteil um eine halbe Note abgewertet. Bei einem ausreichenden Akku konnte das test-Qualitätsurteil nur eine Note besser sein.
Bewertungen: In etlichen Prüfpunkten sind die Bewertungen der technischen Entwicklung 2012 entsprechend strenger geworden. So war zum Beispiel die Bewertung der Display-Qualität und der Akkulaufzeiten vor April 2012 noch etwas weniger streng.
Synchronisation und Backup: Die Synchronisation mit Cloud-Diensten und die Möglichkeiten, wichtige Daten als Backup auf dem PC zu sichern und auf einem Austauschgerät wiederherzustellen wurden vor April 2012 noch nicht geprüft.
GPS und Navigation: Die Genauigkeit der GPS-Ortung und die Qualität der mitgelieferten Navigationsprogramme wurde vor April 2012 weniger ausführlich getestet. Auch wurde noch nicht die Qualität der eingebauten Lautsprecher bei Navigationsansagen mitgeprüft.
Vor Januar 2011
Für den Produktfinder hat die Stiftung Warentest den Handytest Anfang 2011 grundlegend überarbeitet. Die Testergebnisse im Produktfinder sind daher nicht direkt mit denen aus älteren Handytests, die vor 2011 veröffentlicht wurden, vergleichbar. Wegen seiner besonderen Marktbedeutung haben die Tester das Apple iPhone 4 noch einmal nach dem neuen Prüfprogramm untersucht, obwohl es zuvor schon nach einem älteren Programm geprüft und veröffentlich worden war.
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