25.04.2013

Handy und Smartphone: 162 Mobiltelefone im Test

So testet die Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest bewertet Multimedia­handys und Smartphones in acht Disziplinen: Telefon, Kamera, Musikspieler, Internet und PC, GPS und Navigation, Hand­habung, Akku sowie Stabilität. Die Noten in den Disziplinen werden Gruppen­urteile genannt. Aus den acht Gruppen­urteilen ergibt sich das test-Qualitäts­urteil. Lesen Sie hier, wie die Stiftung Warentest testet und bewertet.

Multimedia­handys und Smartphones im Test

Handys und Smartphones testet die Stiftung Warentest gemein­sam mit Verbraucher­organisationen aus Belgien, Frank­reich, Italien, Spanien, Portugal, den Nieder­landen sowie einigen skandinavischen Ländern. Die Geräte werden anonym im Handel einge­kauft. Weder Presse­muster noch Vorserien­modelle kommen in den Test.

Preise

Der Produktfinder zeigt Online-Preise ohne Versand­kosten. Die Preise ermittelt der Online­dienst idealo.de. Der Stand des Online­preises wird für jedes Produkt ange­zeigt.

Abwertungen

Abwertungen sorgen dafür, dass sich gravierende Mängel auch deutlich auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die normale Gewichtung den Mangel nicht deutlich macht. Abwertungen sind in den Tabellen mit einem Stern­chen (*) gekenn­zeichnet. Die Stiftung Warentest wendet bei Handys und Smartphones folgende Abwertungen an:

  • Telefon: Bei mangelhaftem Urteil für die SMS-Funk­tion wird das Urteil für Telefon abge­wertet.
  • Kamera: Bei ausreichender Auslösever­zögerung wird die Kamera abge­wertet. Bei ausreichender Kamera, wird das test-Qualitäts­urteil abge­wertet.
  • Internet und PC: Bei ausreichendem Surfen wird das Urteil für Internet und PC abge­wertet. Bei ausreichendem Internet und PC wird das test-Qualitäts­urteil abge­wertet.
  • Hand­habung: Bei mangelhafter Gebrauchs­anleitung und Inbetrieb­nahme, ausreichendem Display oder ausreichender Tastatur wird die Hand­habung abge­wertet.
  • Stabilität: Bei ausreichender Qualität wird das test-Qualitäts­urteil abge­wertet.
  • Akku: Bei ausreichendem Akku wird das test-Qualitäts­urteil abge­wertet.

Je schlechter das auslösende Urteil ausfällt, desto stärker wirkt die jeweilige Abwertung.

Telefon: 15 %

Sprach­qualität: Sie wird mit einem GSM-/UMTS-Simulator beim Hören und Sprechen in einem Prüf­stand mit und ohne Umge­bungs­lärm gemessen. Mit einem Kunst­kopf wird die Neben­geräusch­unterdrückung sowie die empfundene Über­tragungs­güte „PESQ“ in Anlehnung an den ITU-Stan­dard P.862 ermittelt.
Netz­empfindlich­keit: In einer reflexions­armen Frei­feld­kabine wird das Telefon mit Phantom­hand und künst­lichem Kopf betrieben und das Abreißen der Verbindung simuliert. Die Sende­leistung wird mittels 2D-SAR-Messung bestimmt.
SMS: Bewertet werden das Empfangen, Lesen, Eingeben, Senden, Archi­vieren, Bearbeiten und Löschen von SMS-Text­nach­richten.

Kamera: 10 %

Das Bild wird bewertet anhand von Fotos, die bei normaler und bei geringer Beleuchtung in bester Qualitäts­stufe aufgenommen wurden – nach Auflösung, Bild­schärfe, Bild­geometrie, Farb­wieder­gabe, Bewegungs­unschärfe und Licht­empfindlich­keit. Außerdem wird die Auslösever­zögerung gemessen und bewertet.
Video: Eine unterschiedlich ausgeleuchtete Szene wird im Kamera­schwenk abge­filmt. Bewertet wird die Video- und Tonwieder­gabe am Handy und am Computer.

Musikspieler: 10 %

Klang: Hörprüfung mit Klang­proben aus den Genres Pop und Klassik über die mitgelieferten Ohrhörer und mit hoch­wertigem Kopf­hörer. In Anlehnung an die DIN 50 332 werden zu hohe Schall­pegel am mitgelieferten Kopf­hörer negativ bewertet.
Kompatibilität: Unter anderem unterstützte Audioformate und Titel­informationen.

Internet und PC: 15 %

Surfen: Das Navigieren (URL-Eingabe, Bookmarks, Link-Aufruf, Scrollen, Zoomen, Auswählen) und die Leistungs­fähig­keit (Darstellung, Geschwindig­keit) des Browsers werden in Praxis­tests mit verschiedenen Websites bewertet.
E-Mail: Die Tester prüfen die Funk­tionalität und Hand­habung beim Einrichten von E-Mail-Konten und das Empfangen, Lesen (auch HTML, Datei­anhänge) und Schreiben von Mails.
Synchronisation und Backup: Der Daten­abgleich mit verschiedenen Office- und Multimediaanwendungen auf dem PC und mit Cloud-Diensten wird geprüft und bewertet. Ebenso die Sicherung wichtiger Daten (u. a. Adress­buch­einträge, Text­nach­richten, Anruf­listen) vom Handy auf einem PC und die Wieder­herstellung solcher Backups, sowie die Installation von Zusatz­software (Apps).

GPS und Navigation: 10 %

Schnel­ligkeit und Genauigkeit der Ortung. Routenführung mit der mitgelieferten Navigations­software (unter anderem Ziel­eingabe, Verhalten beim Abweichen von der vorgegebenen Route, gegebenenfalls mitgelieferte Navigations­software). Qualität des einge­bauten Laut­sprechers für Navigations­ansagen.

Hand­habung: 20 %

Gebrauchs­anleitung und Hilfe­funk­tion (Lesbarkeit, Verständlich­keit, Voll­ständig­keit). Aufwand der ersten Inbetrieb­nahme (unter anderem Einsetzen von Akku und Sim-Karte, erforderliche Software­installation, Registrierungs­umfang). Display (unter anderem Schärfe, Lesbarkeit, Farbdarstellung) und Tastatur (unter anderem Bedien­barkeit, Druck­punkt) werden bei verschiedenen Licht­bedingungen und Anwendungen bewertet. Weiterhin bewertet werden das Menü und die Bedienung von Telefon (unter anderem Gesprächs­annahme, Wählen, Telefon­buch, Speicher, Wahl­wieder­holung), Kamera (unter anderem Aufnehmen, Löschen, Speichern) und Musikspieler (Starten, Stoppen, Laut­stärke­regelung, Navigieren zu Musikstücken, Play-Listen) sowie der Trans­port (Gewicht, Abmessungen, subjektive Trageeigenschaften, Tastatur­sperre).

Stabilität: 5 %

Bruch­festig­keit: Prüfung in einer Fall­trommel in Anlehnung an DIN EN 60 068-2-31. Feuchtig­keits­test: Die Handys werden liegend in Anlehnung an DIN EN 60 529 je fünf Minuten mit 1 mm/min Wasser beregnet, danach bis zu dreimal im Abstand von 24 Stunden Funk­tions­prüfung. Prüfung der Pass­genauigkeit und Solidität von Gehäuse, Kontakten, Anschlüssen sowie des Schutzes des Displays und Gehäuses vor Kratzern mittels Ritzhärte­prüfung in Anlehnung an ISO 1518.

Akku: 15 %

Durch Strom­messungen wird die Betriebs­dauer beim Telefonieren in GSM- und in UMTS-Netzen, im Standby, beim Internetsurfen und bei Online-GPS-Nutzung in UMTS- und gegebenenfalls auch in LTE-Netzen sowie bei Musik­wieder­gabe bestimmt. Auch wird die Ladedauer bestimmt und bewertet, ob sich der Akku vom Anwender wechseln lässt und welche Lade­möglich­keiten (Netz­teil, USB) mitgeliefert werden.

Vor April 2012

Vor Prüfung der im April 2012 veröffent­lichten Handys hat die Stiftung Warentest den Hand­ytest in einige Details über­arbeitet. Im Produktfinder sind die Handys darum nach verschiedenen Test­projekten sortiert. Die Noten von Handys aus unterschiedlichen Test­projekte sind nicht direkt miteinander vergleich­bar.
Das war im Test­projekt 2011 anders als im aktuellen Projekt 2012:

Abwertungen: Lautete das Urteil für SMS mangelhaft, wurde das Urteil für Telefon um eine halbe Note abge­wertet. Lautete das Urteil für Kamera ausreichend, wurde das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet. Bei einer mangelhaften Auslösever­zögerung konnte das Kamera-Urteil nur eine Note besser sein. Lautete das Urteil für Musikspieler ausreichend, wurde das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet. Lautete das Urteil für Internet und PC ausreichend, wurde das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet. Bei ausreichendem Surfen konnte das Urteil für Internet und PC nur eine halbe Note besser sein. Bei mangelhafter Gebrauchs­anleitung und Inbetrieb­nahme wurde das Urteil Hand­habung um eine halbe Note abge­wertet. Lautete das Urteil für Stabilität ausreichend, wurde das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet. Bei einem ausreichenden Akku konnte das test-Qualitäts­urteil nur eine Note besser sein.

Bewertungen: In etlichen Prüf­punkten sind die Bewertungen der tech­nischen Entwick­lung 2012 entsprechend strenger geworden. So war zum Beispiel die Bewertung der Display-Qualität und der Akku­lauf­zeiten vor April 2012 noch etwas weniger streng.

Synchronisation und Backup: Die Synchronisation mit Cloud-Diensten und die Möglich­keiten, wichtige Daten als Backup auf dem PC zu sichern und auf einem Austauschgerät wieder­herzu­stellen wurden vor April 2012 noch nicht geprüft.

GPS und Navigation: Die Genauigkeit der GPS-Ortung und die Qualität der mitgelieferten Navigations­programme wurde vor April 2012 weniger ausführ­lich getestet. Auch wurde noch nicht die Qualität der einge­bauten Laut­sprecher bei Navigations­ansagen mitgeprüft.

Vor Januar 2011

Für den Produktfinder hat die Stiftung Warentest den Hand­ytest Anfang 2011 grund­legend über­arbeitet. Die Test­ergeb­nisse im Produktfinder sind daher nicht direkt mit denen aus älteren Hand­ytests, die vor 2011 veröffent­licht wurden, vergleich­bar. Wegen seiner besonderen Markt­bedeutung haben die Tester das Apple iPhone 4 noch einmal nach dem neuen Prüf­programm untersucht, obwohl es zuvor schon nach einem älteren Programm geprüft und veröffent­lich worden war.

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