13.05.2010

Haarshampoos: Gut von 23 Cent bis 4,88 Euro

Haarshampoos Test

Wenn die Haare trocken, glanzlos und struppig sind, kommen Shampoos für strapaziertes Haar zum Einsatz. Sie sollen das Haar nicht nur reinigen, sondern sanft und intensiv pflegen. Die Stiftung Warentest hat 18 dieser Spezialshampoos getestet. Die Mehr­zahl löst das haarige Problem „gut“, darunter auch sehr preis­werte.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: Haarshampoos.

Shampoo für strapaziertes Haar 5/2010

  • dm/ Balea Professional Repair Shampoo
  • Dove Intensive Pflege Therapy
  • Garnier Fructis Kräftigendes Repair Shampoo Oil Repair
  • Guhl Tiefen Aufbau Mandelöl Shampoo
  • Herbal essences Rapid Repair Anti-Haarbruch Shampoo
  • L' Oréal Elvital Anti-Haarbruch pflegendes Aufbau-Shampoo
  • L' Oréal Professionnel expert série absolut repair
  • Lavera Hair Rosenmilch-Repair-Shampoo
  • Lidl/ Cien Provitamin Shampoo Repair & Care
  • Logona Repair Shampoo Ginkgo
  • Nivea Intense Repair Aufbau Shampoo
  • Pantene Pro-V Anti-Haarbruch Shampoo
  • Rossmann/ Accent Repair Shampoo
  • Schlecker/ AS Haircare Repair Aufbau Shampoo Anti-Haarbruch
  • Schwarzkopf Gliss Kur Hair Repair Total Repair Shampoo
  • Schwarzkopf Schauma Oil Intense Shampoo
  • Vichy Dercos Aufbau Repair Creme-Shampoo
  • Wella Professionals lifetex extra rich shampoo

Entscheidend ist die Pflege

Alle getesteten Shampoos geben den Haaren die notwendigen Pfle­gestoffe, ohne sie damit zu sehr zu beschweren. Die Produkte Dove, L´Oréal Professionnel, Cien von Lidl und Wella Professionals sind noch einen Tick besser als die restlichen Shampoos im Test­feld. Die Produkte von dm/Balea und Logona waren nur „ausreichend“. Sie hinterließen den schwächsten Eindruck.

Gute schon für wenig Geld

Erfreulich: Ein gutes Shampoo muss nicht teuer sein. So ist Cien Provitamin von Lidl schon für 23 Cent pro 100 Milliliter zu haben, genauso das fast ebenso gute AS Haircare Repair von Schle­cker. Die vor allem beim Friseur erhältlichen „Profishampoos“ Wella Professionals lifetex oder L´Oréal Professionnel expert série kosten schnell das Zehnfache und mehr: bis zu 4,72 Euro, das in Apotheken verkaufte Vichy Dercos gar 4,88 Euro pro 100 Milliliter. Die Qualitäts­unterschiede nehmen sich dagegen winzig aus.

50 Frauen ließen sich den Kopf waschen

Für den Test ließen sich pro Shampoo 50 Prüf­personen den Kopf waschen – im sogenannten Halb­seiten­test. Dabei scheiteln die prüfenden Friseure das Haar in der Mitte und tragen ein Shampoo links auf, das andere rechts. Die Kombinationen wechseln für jeden Probanden immer wieder. So haben die Friseure während der gesamten Haarbe­hand­lung optimale Vergleichs­möglich­keiten. Die Tester hielten alle Eigenschaften der Shampoos in detaillierten Fragebogen fest. Im Anschluss erfolgte die statistische Auswertung. Zusätzliche Laborprüfungen lieferten weitere Daten.

Mit Logona nur schwer zu kämmen

Das Shampoo Balea der Drogeriekette dm und das Naturkosmetik-Shampoo Logona pflegen die Haare am wenigsten. Vom Entwirren der Haare bis zur statischen Aufladung, dem „Fliegen“, kamen sie in den einzelnen Prüf­punkten über die Note „befriedigend“ kaum hinaus. Beim Kämmen erwiesen sich die mit Balea gewaschenen Haare als so widerspenstig, dass es für das dm-Shampoo nur zu „ausreichend“ langte. Nur Logona war hier sogar noch schlechter: „mangelhaft“. Damit reichte es sowohl bei den Pfle­geeigenschaften als auch beim test-Qualitäts­urteil nur für ein „ausreichend“.

Frei von Konservierungs­stoffen: Vorsicht vor Keimen

Die Naturkosmetik-Shampoos Logona und Lavera verzichten auf synthethische Konservierungs­stoffe. Diese Stoffe sind zwar sehr wirk­sam, bekommen aber nicht jeder Haut. Der Verzicht darauf macht die Shampoos anfäl­liger für Keimbefall. Das zeigte sich auch im Test. Frisch geöffnet verzeichneten die Tester bei Logona und Lavera keine bedenk­liche Keimzahl. Das änderte sich aber im Konservierungs-Belastungs­test. Dabei tragen die Tester bewusst Keime in die Shampoos ein. Bei einem sorgfältig konservierten Produkt sterben die meisten Krank­heits­erreger inner­halb einer bestimmten Zeit ab. Das schaffte Lavera nur „ausreichend“, Logona nur „befriedigend“. Wer diese Shampoos täglich nutzt, sollte sie also mit mehr Acht­samkeit behandeln als es bei konventionellen, konservierten Shampoos erforderlich wäre. Heißt: Shampoos nicht lange in der Sonne stehen lassen und nach jeder Benut­zung die Flasche wieder sorgfältig verschließen.

Was die Haare strapaziert

Dauer­wellen, Haare färben, bleichen, heiß föhnen, Sonnenbäder, Salz- oder Chlor­wasser – auch der gesündeste Schopf über­steht all das auf Dauer nicht ohne Schaden. Irgend­wann revoltieren die Haare gegen die Strapazen. Sie werden trocken, glanzlos und struppig, kurzum strapaziert. Wunder sind von keinem der getesteten Haar­wasch­mittel zu erwarten, auch wenn sie oft Bezeichnungen wie „Anti-Haarbruch“ oder „Repair-Shampoo“ im Namen tragen. Alle können das Haar nur oberflächlich „reparieren“, nicht tief im Innern – wie manchmal versprochen. Bestenfalls gleichen sie die Struktur­unterschiede durch gute Pfle­geeigenschaften vorüber­gehend etwas aus.

Shampoo nur ein Baustein im Pfle­gepro­gramm

Wer stark strapaziertes, splissiges oder gar brüchiges Haar hat, wird allein mit einem Shampoo nicht allzu weit kommen. Ein Haar­wasch­mittel kann nur der erste Baustein im Pfle­gepro­gramm sein. Schließ­lich wird es nach kurzer Zeit wieder ausgespült. Wer sein Haar intensiver pflegen möchte, hat mit einer speziellen Haarkur bessere Aussichten auf Erfolg. Die Wirk­stoffe sind reichhaltiger dosiert und verbleiben oft auch länger auf dem Haar.

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