30.08.2011

Girokonten: Schluss mit Gebühren

Girokonten Test

Warum jeden Monat 5 oder 10 Euro für das Girokonto zahlen, wenn es auch kostenlos geht? Etwa drei Viertel der Banken im aktuellen Test von Finanztest bieten ein Gratiskonto an. Wenn der Gratisanbieter dann auch noch genug Geldautomaten in der Nähe bereit hält, sparen Kunden durch einen Wechsel jedes Jahr richtig Geld.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Girokonten

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Test Girokonten finanztest 09/2011
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Kostenlos – mit oder ohne Bedingungen

Finanztest hat die Angebote von 77 Banken und Sparkassen untersucht und allein 23 Lohn-, Gehalts- und Rentenkonten gefunden, die ohne Bedingungen für Kunden kostenlos sind. Zusätzlich zu den Gratiskonten ohne Bedingungen gibt es viele weitere Angebote, die kostenlos sind, wenn die Kunden bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Im Test waren überregionale Großbanken, Direktbanken ohne Filialnetz sowie regionale Kreditinstitute wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Sie alle sind mit ihren spezifischen Bedingungen in einer übersichtlichen Tabelle aufgelistet. Das macht die Wahl eines neuen Anbieters ganz leicht.

Kostenlos heißt: Konto und Girocard ohne Gebühr

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Als kostenlos ohne Bedingungen stuft Finanztest ein Konto ein, wenn die Bank keine monatliche Kontoführungsgebühr verlangt, keine Kosten für die Girocard (ec-Karte) in Rechnung stellt und auf weitere Vorgaben wie eine Mindesthöhe für den Geldeingang verzichtet. Ob die Kreditkarte gratis ist, spielt für die Einstufung als kostenloses Konto keine Rolle, denn kein Kunde ist gezwungen, die Kreditkarte seiner Bank zu nehmen. Er kann ganz darauf verzichten oder sich anderswo eine Karte nach seinen Wünschen besorgen.

Auf die Bedingungen achten

Stellt die Bank Bedingungen an den Kunden, ehe sie das Konto gebührenfrei führt, können diese ganz unterschiedlich ausfallen. Die Postbank zum Beispiel hat sogar mehrere Varianten im Angebot: Einen monatlichen Geldeingang von 1 000 Euro verlangt sie für ihr Konto Giro Plus. Für ihr Giro extra plus setzt sie sogar einen Geldeingang von 4 000 Euro voraus. Können Kunden diese 4 000 Euro vorweisen, bekommen sie mehr Leistungen. Sie müssen zum Beispiel nichts für ihre Kreditkarte zahlen, mit der sie im gesamten Euroland kostenlos Geld abheben können. Niedriger ist die Hürde für ein kostenloses Konto bei den Sparda-Banken. Neukunden müssen meist nur für 52 Euro einen Genossenschaftsanteil kaufen, der verzinst wird.

Manchen Banken langen zu nach Änderungen

Erfüllen Kunden die Bedingungen nicht, auf die sie sich eingelassen haben, ist es mit der kostenlosen Kontoführung allerdings vorbei. Die Postbank langt dann kräftig hin: Fehlt der geforderte Geldeingang für das Konto Giro Plus sind 5,90 Euro im Monat fällig, für das Giro extra plus sind es sogar 9,90 Euro.

Günstig ans Bargeld kommen

Wichtig bei einem neuen Konto ist neben dem Preis, dass der Kunde ohne viel Mühe kostenlos an Bargeld kommt. Das ist in der Stadt normalerweise kein Problem. Schließlich haben sich die Institute zu Verbünden zusammengeschlossen, innerhalb derer Kunden an den Automaten aller Mitgliedsbanken kostenfrei Geld ziehen können. Der Test zeigt, welche Kreditinstitute in welchen Verbünden mitmachen und wie viele Automaten die Kunden jeweils kostenlos nutzen können.

Visa-Karte als Notnagel auf dem Lande

Auf dem Land kann es trotzdem schwierig werden, wenn es nichts anderes als eine Volksbank oder Sparkasse gibt. Dann werden jene Kreditinstitute besonders interessant, die nicht nur ein Girokonto, sondern auch eine Kreditkarte kostenfrei anbieten, mit der Kunden an allen Geldautomaten mit Visa-Zeichen kostenlos Geld abheben können, zum Beispiel DKB, Cortal Consors und Wüstenrot Bank.

Neue Preise fürs Fremdgehen

Nutzen Bankkunden mit ihrer Girocard einen Automaten außerhalb ihres Verbunds, sind Gebühren fällig. Seit Mitte Januar legt jede Bank selbst fest, wie viel fremde Kunden an ihren Automaten zahlen. Vorher war es die Bank des Kontoinhabers, die vorgab, wie viel er an Automaten anderer Banken zu zahlen hatte. Anders als heute war sie immer gleich hoch, egal welchen fremden Automaten sie benutzt hatten. Heute unterscheiden sich die Gebühren je nach Bank und betragen zwischen 1,75 Euro und 7,50 Euro pro Abhebung. Die Details für zahlreiche Kreditinstitute zeigt der Test in einer großen Tabelle.

Großbanken wollen 1,95 Euro von Fremdkunden

Großbanken wie Commerzbank, Deutsche Bank oder Postbank verlangen wie die übrigen Mitglieder des Bundesverbands privater Banken von fremden Kunden zum Beispiel nur 1,95 Euro fürs Geldabheben. Volksbanken und Sparkassen verlangen dagegen meist mehr, oft zwischen 4 Euro und 5 Euro. Seit dem 15. Januar 2011 zeigen Geldautomaten in Deutschland die Gebühr an. Der Kunde kann dann immer noch entscheiden, ob er den Vorgang fortsetzt oder zu einem anderen, für ihn günstigeren Geldautomaten wechselt.

Wer die besten Guthabenzinsen bietet

Erhoben haben die Tester auch, bei welchen Kreditinstituten das Geld auf dem Girokonto am meisten Zinsen bringt. Je nach Anbieter und Kontomodell unterscheidet sich der Guthabenzins deutlich. Rentabel ist zum Beispiel das Konto GiroDirekt der PSD Hessen-Thüringen, bei dem es ohne weitere Bedingungen 1 Prozent Guthabenzins gibt. Bei der netbank bekommen Inhaber des Kontos giroLoyal sogar 1,6 Prozent, sofern sie einen regelmäßigen Lohn-, Gehalts- oder Renteneingang haben.

Alle Preise für Gehalts- und Rentenkonten im Überblick

Als Extra hat Finanztest schließlich noch sämtliche Preise für die Gehalts- und Rentenkonten der untersuchten Kreditinstitute in einer großen Tabelle aufbereitet. Dabei ist Finanztest von einem Musterkunden mit durchschnittlichen Bedürfnissen ausgegangen. Um zum Beispiel die Konditionen der Onlinekonten besser vergleichen zu können, hat Finanztest hier einen Kunden zugrunde gelegt, der keine Überweisungen per Beleg in Auftrag gibt, dafür aber 48 mal pro Jahr per Computer überweist und über dessen Konto 257 Gutschriften und Lastschriften im Jahr abgewickelt werden.

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