20.11.2008

Gesichtscremes: Die besten für trockene Haut

Gesichtscremes Test

Zeige mir deine Haut, und ich sehe, wie es dir geht. Für trockene Haut gibt es eine „sehr gute“ und viele „gute“ Cremes.

Ein herrlicher Wintertag. Mit Mütze, Schal und Handschuhen sind Spaziergänger in dicke Mäntel eingepackt. In Stiefeln schlendern sie durch die kalte klare Winterluft. Alles ist eingehüllt, nur die Gesichter sind ungeschützt dem Wetter ausgesetzt.

Vor allem jetzt braucht die Haut intensive Pflege und eine reichhaltige Gesichtscreme. Denn die Kälte und die geringe Luftfeuchtigkeit im Winter und die trockene Luft in geheizten Räumen verstärken das Problem trockener Haut. Die obere Hautschicht ist dann oft nicht nur feuchtigkeitsarm, sondern auch fettarm und empfindlich. Spannt oder juckt es, fühlt man sich nicht wohl in seiner Haut. Auch raue oder schuppige Stellen im Gesicht möchte niemand haben. Die passende Creme kann da Abhilfe schaffen und lässt das Gesicht auch im Winter gesund aussehen und strahlen.

Letzter Platz für teuerste Creme

Wir haben insgesamt 15 Gesichtscremes getestet, alle empfehlen sich für trockene bis sehr trockene Haut. Einige eignen sich auch als Überra­schung unterm Weihnachtbaum wunderbar. Andere hingegen sind ihr Geld nicht wert. Die mit Abstand teuerste Creme im Test, die MBR BioChange Sensitive Skin Sealer Cream, schneidet am schlechtesten ab. Diese Creme, laut Website des Anbieters „die erste deutsche High-Tech Premiummarke“, kostet 200 Euro. Das Geld ist für ein anderes Geschenk allemal besser angelegt. So könnte man zum Beispiel die Testsieger-Creme, die Nivea Visage Silk Comfort Verwöhnende Tagespflege, ganze 22-mal von diesen 200 Euro kaufen.

Nivea und Roc bei Feuchtigkeit vorn

Um trockene Haut optimal zu pflegen, braucht eine Creme nicht nur Fett- und Feuchtigkeitsspender, sie sollte auch schnell einziehen und ein gutes Hautgefühl hinterlassen. Ob das auch für die Test-Cremes gilt, haben jeweils 30 Testpersonen mit trockener Haut zwei Wochen lang ausprobiert. Zum Hautgefühl befragt, beschrieben sie in bestimmten Zeitabschnitten, wie glatt oder rau ihre Haut ist, ob sie elastisch ist oder eher spannt. Ihr Hautgefühl war durchweg „gut“.

Anders dagegen das Ergebnis bei der Feuchtigkeitsanreicherung. Die Messungen im Labor zeigten deutliche Unterschiede. Zwei Cremes im Test schnitten hier „sehr gut“ ab: Nivea Visage Silk Comfort und Roc Enydrial Feuchtigkeitscreme. Diese beiden versorgten die Haut auch zwölf Stunden nach dem Auftragen „sehr gut“ mit Feuchtigkeit, die Cremes von Heliotrop, Avène, Weleda und MBR nur „befriedigend“.

Generell sollten Menschen mit trockener Haut nach dem Eincremen eher ein wärmendes Gefühl im Gesicht spüren. Dafür kann eine reichhaltige Creme sorgen. Zieht sie dagegen sehr schnell ein und spannt die Haut schon nach kurzer Zeit wieder, ist die Creme wahrscheinlich nicht fett genug. Ein kühlendes Empfinden kann darauf hindeuten, dass sie zu viel Wasser und zu wenig Fett enthält. Dann hilft es auch nicht, sich wieder und wieder einzucremen. Es kann sogar schlimmer werden, je mehr man cremt. Die Haut trocknet zunehmend aus.

Tipp: Meiden Sie fettarme Cremes, wenn Sie trockene Haut haben. Brauchen Sie diese Creme vielleicht im Sommer auf, wenn die Haut von Natur aus weniger trocken ist.

Mit einer Creme ist es eben wie mit dem Partner – sie muss einfach zu einem passen. Was dem einen zu reichhaltig ist, kann für die Haut des anderen perfekt sein.

Tipp: Probieren Sie aus, welche Creme Sie am besten vertragen und welche zu Ihren Bedürfnissen passt. Wichtig dabei ist, die Zeichen der Haut richtig zu deuten und dem eigenen Gefühl zu vertrauen. Probepackungen können die Wahl der richtigen Gesichtscreme erleichtern. Fragen Sie bei Ihrem nächsten Einkauf danach.

Vier ziehen etwas langsam ein

Trockene Haut braucht eine eher fettreiche Creme. Wer unter trockener Haut leidet, nimmt dabei oft in Kauf, dass diese Cremes relativ schlecht einziehen. Der Test zeigt jedoch: Es geht auch anders.

Trotz ihrer reichhaltigen Rezepturen ziehen die meisten Gesichtscremes „gut“ ein. Nur 4 der 15 Produkte im Test zeigten dabei Schwächen: „Befriedigend“ schnell ziehen die beiden Cold Creams von Avène und Weleda ein, die Tagescreme Rival de Loop von Rossmann und die Sensitive Skin Sealer Cream von MBR BioChange.

Ursachen trockener Haut

Die Ursachen für trockene Haut sind vielfältig. Häufig ist die Neigung dazu vererbt, aber auch das Alter und äußere Einflüsse spielen eine Rolle. Mit den Jahren lassen Elastizität und Spannkraft der Haut nach. Sie kann weniger Fett bilden und weniger Feuchtigkeit speichern. Trockene Haut kann aber auch eine Reaktion auf übermä­ßige Pflege sein. Dermatologen berichten, dass vor allem junge kosmetikbewusste Frauen durch übertriebene Pflegemaßnahmen eine trockene und empfindliche Haut entwickeln können.

Generell laugt jeder Kontakt mit Wasser und vor allem mit Reinigungsmitteln die Haut zusätzlich aus. Je heißer das Wasser ist, desto stärker leidet die Haut und verliert Fett und Feuchtigkeit. Warme, feuchte Luft im Bad kann zu einem weite­ren Problem führen: zur Vermehrung unerwünschter Keime in der Creme.

Probleme mit Keimen

Gesichtscremes Test
Wer direkt mit dem Finger in den Tiegel geht, riskiert, dass Keime in die Creme gelangen und sich möglicherweise vermehren. Besser ist es, immer einen sauberen Spatel zu benutzen oder Tuben zu kaufen.

Direkt nach dem Öffnen waren in keiner Creme im Test Keime nachweisbar. Bei einigen Produkten zeigten sich jedoch Schwächen in der Konservierung, vor allem bei MBR BioChange. Die mikrobiologische Qualität ist nur „ausreichend“. Wenn im täglichen Gebrauch Keime in die Creme gelangen, kann es passieren, dass diese Keime nicht ausreichend abgetötet werden oder sich sogar vermehren. Besonders bei Cremes im Tiegel besteht diese Gefahr.

Duft- und Konservierungsstoffe

Wer gegen Konservierungsstoffe allergisch ist, findet in der Tabelle detaillierte Angaben dazu, welche in den Cremes enthalten sind. Auch die Lichtschutzsubstanzen sind extra aufgeführt. Keine der Cremes im Test kommt komplett ohne Duftstoffe aus.

Butter, Öl und Co.

Sheabutter, Seidenextrakte oder Olivenöl: Kaum ein Anbieter, der nicht mit toll klingenden Inhaltsstoffen auf den Verpackungen wirbt. Das sagt aber nur wenig darüber aus, wie ein Produkt wirkt. Denn von den wohlklingenden Substanzen sind selten Wunder zu erwarten. Bei einer Creme kommt es vor allem auf die Grundkomposition an, auf die Zusammensetzung von Fetten und Feuchtigkeit. Bei trockener Haut beispielsweise sollte der Fettanteil in der Creme überwiegen.

Lichtschutz im Winterurlaub

Einige Cremes im Test enthalten auch Lichtschutzfilter. Wer in den Winterurlaub fährt, sollte dennoch zusätzlich zur Gesichtscreme ein Sonnenschutzmittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor (ab 20) benutzen. Die Haut ist im Winter nicht an Sonne gewöhnt, und die UV-Strahlung ist in größeren Höhen intensiver. Vor allem Kinder müssen gut geschützt werden.

Tipp: Reiben Sie die Lippen am besten mit einer speziellen Creme oder einem Wachsstift mit hohem Lichtschutzfaktor ein.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Testergebnisse: Gesichtscremes für trockene Haut

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