18.03.2003

Gesetzliche Krankenversicherung: Vorsorge und Rehabilitation

Für Reha zahlt häufig der Rentenversicherer

Die meisten Patienten bekommen ihre Reha über BfA oder Berufsgenossenschaft. Nur wenn sie nicht zahlen müssen, ist die Krankenkasse dran.

Für viele Rehaleistungen muss der Rentenversicherer oder die gesetzliche Unfallversicherung zahlen. Nur wenn sie nicht zuständig sind, kommt eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse infrage. Vorrangig in der Pflicht sind die Rentenversicherungsträger in folgenden Fällen:

  • Anschlussheilbehandlung (AHB) schließt sich nach schweren Eingriffen wie einer Herz-OP innerhalb von 14 Tagen an die Krankenhausbehandlung an. BfA-Versicherte müssen nicht auf eine Genehmigung warten. Ist der Kostenträger ein anderer Rentenversicherer (LVA) oder die Krankenkasse, muss das Krankenhaus den Antrag vor Aufnahme in die AHB-Klinik stellen und die Genehmigung abwarten.
  • Andere stationäre medizinische Rehaleistungen. Darauf haben alle gesetzlich Rentenversicherten Anspruch, wenn ihre Erwerbsfähigkeit durch die Krankheit oder Behinderung erheblich gefährdet ist und durch die Reha eine Minderung der Erwerbsfähigkeit abgewendet oder eine weitere Verschlechterung vermieden werden kann.
  • Reha im Rahmen der Kriegsopferversorgung.

Ist die Reha wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit erforderlich, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung die gesamte medizinische Behandlung und auch die Kur. Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind meist die Berufsgenossenschaften.

In zwei Fällen sind Krankenkasse und Rentenkasse gleichermaßen zuständig. Hier können die Versicherten die Rehabilitation bei der Krankenkasse oder beim Rentenversicherungsträger beantragen:

  • onkologische Nachsorgeleistungen nach Operation, Strahlen- oder Chemotherapie wegen einer bösartigen Geschwulsterkrankung (Krebs)
  • und stationäre Rehakuren für Kinder von gesetzlich Rentenversicherten.

Weitere mögliche Kostenträger sind:

  • Sozialamt – für weder Renten- noch Krankenversicherte, die nach dem Sozialhilfegesetz als bedürftig gelten,
  • Beihilfestelle – für Angehörige des öffentlichen Dienstes,
  • Hauptfürsorgestelle – bei ungeklärter Zuständigkeit.

Wenn es strittig ist, welcher Sozialversicherungsträger zahlen muss, dann gewährt üblicherweise die Stelle, an die sich der Versicherte zuerst gewandt hat, vorläufige Leistungen. Deren Umfang ist allerdings Ermessenssache.

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