12.11.2012

Fernseher von Aldi: Guter Zweit­fernseher

Aldi Nord verkauft seit Donners­tag (8.11.) einen kleinen LCD-Fernseher mit 60-Zenti­meter-Bild­schirm. Für digitales Fernsehen via Antenne, Kabel oder Satellit. Mit einge­bautem DVD-Spieler für 239 Euro. Der Schnell­test klärt, ob sich das Gerät als Weihnachts­geschenk lohnt.

Anschließen und Losgu­cken

„Auspacken, anschließen, los gehts“, so bewirbt Aldi den Fernseher mit 60-Zenti­meter Bild­diagonale und tatsäch­lich sind die wichtigsten Komponenten fürs Fernseh­vergnügen bereits einge­baut oder mitgeliefert. Allen voran der Triple-Tuner für Empfang über Antenne (DVB-T), Kabel (DVB-C) oder Satellit (DVB-S). Wer über DVB-T das TV-Signal ins Haus holt, bekommt auch die Antenne und das Kabel gleich mitgeliefert. Wer eine Satellitenschüssel auf dem Dach hat, braucht keinen extra Receiver anzu­schließen. DVD-Fans können ihre Scheiben direkt in den integrierten DVD-Spieler schieben. Für Blu-rays hingegen ist weiterhin ein extra Abspielgerät nötig. In Anbetracht des Preises ist das aber okay. Auch, weil der Fernseher schon aufgrund seiner eher kleinen Bild­diagonale weniger ins Wohn­zimmer, sondern eher als Zweit­fernseher ins Schlaf­zimmer oder in die Gartenlaube passt. Ähnlich sieht es mit dem fehlenden Internet­anschluss aus. Mit zwei HDMI-Eingängen und einem USB-Anschluss sind die Anschluss­möglich­keiten für die Zweitnut­zung mehr als ausreichend. Manko: Aufzeichnen auf einer externen Fest­platte funk­tioniert über den USB-Anschluss leider nicht.

Bild­qualität ordentlich

Die Bild­qualität des kleinen Aldi-Fernsehers ist insgesamt ordentlich, auch wenn sie nicht mit der Topklasse mithalten kann. Minus­punkt: Es fehlen Einstell­möglich­keiten zur Bewegt­bild­optimierung. Szenen mit schnellen Bewegungen ruckeln. Der Betrachtungs­winkel ist durch­schnitt­lich, das heißt Nutzer können auch von der Seite noch erkennen, was gerade im Fernsehen läuft. Die Farb­wieder­gabe ist insgesamt recht „warm“. Selbst in der Voreinstellung „kalt“ erscheint das Bild bisweilen bräunlich-gelb. Auch wirken die Farben insgesamt blass. Beides ist nicht sehr dramatisch. Wenn Schwarz das Bild dominiert, kommt es allerdings zu deutlichem „Clouding“. Das bedeutet, dass die Hintergrund­beleuchtung durch­schimmert. Bei anderen Fernsehern ist dieser Effekt deutlich geringer.

Ton klingt blechern

Abstriche müssen Nutzer beim Ton machen. Der klingt insgesamt sehr dünn und blechern. Bässe sind kaum vorhanden, tiefe Töne klingen verzerrt. Allerdings ist der Ton bei Flach­bild­fernsehern meistens bestenfalls Durch­schnitt. Das liegt an der dünnen Bauweise der Gehäuse. Es fehlt an Raum für guten Klang. Auch in diesem Fall wirkt sich die schlanke Bauweise des Geräts schlecht auf den Ton aus. Allerdings gibt es Geräte, die trotz dünner Schale deutlich besser klingen.

Fernbedienung unüber­sicht­lich

In der Hand­habung zeigt sich ein gemischtes Bild. Wer über Kabel und Antenne empfängt, muss zwingend einen Sendersuch­lauf durch­führen, bevor das TV-Programm über den Schirm flimmert. Beim Kabel dauert dieser sehr lange. Für Schüsselnutzer bietet das Gerät einen echten Vorteil: Für Satelliten­empfang gibt es eine gut vorinstallierte und gut sortierte Sender­liste. Die Fernbedienung wirkt über­laden und unüber­sicht­lich. Darunter leidet die Bedienung. Die Bedienung am Gerät gestaltet sich schwierig. Es gibt nur einen einzigen Bedien­knopf über den der Nutzer die verschiedene Funk­tionen, wie Sender- und Laut­stärkeeinstellung bewältigen muss. Das Bild­schirmmenü präsentiert sich hingegen recht über­sicht­lich mit einigen Schwächen, die Navigation könnte besser sein. Auch der elektronische Programm­führer (EPG) ist durch­aus brauch­bar, unüblicher­weise schaltet sich bei der Nutzung allerdings der Ton ab. Steckt der Nutzer einen USB-Stick ein oder legt er eine DVD ein, öffnen sich die die entsprechenden Menüs auto­matisch.

DVD-Spieler einfach gehalten

Eine Besonderheit des Aldi-Fernsehers ist der integrierte DVD-Spieler. Das Abspielen klappt problemlos, wenn­gleich die Lade­zeit für eine Scheibe kürzer sein könnte. Nutzer können nur einfachste Einstel­lungen, zum Beispiel Sprache oder Unter­titel, am DVD-Spieler voreinstellen. Die Bedienung erfolgt über die gleiche Fernbedienung wie für den Fernseher. Das Menü ist einfach gehalten. Fazit: Brauch­bar.

Produktfinder Fernseher

Die Stiftung Warentest testet regel­mäßig Fernseher – und stellt die Test­ergeb­nisse in den Produktfinder Fernseher ein. Insgesamt enthält die Daten­bank jetzt Test­ergeb­nisse von 668 Fern­sehern.

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