23.04.2013

Fernseher: 515 TV-Geräte im Test

So kommt HDTV ins Haus

Die meisten Fernseher besitzen inzwischen HD-taugliche Empfänger. Zu erkennen am Logo HDTV. Theoretisch können sie hoch­auflösendes Fernsehen anzeigen. Voraus­setzung allerdings: Der Haus­halt empfängt entsprechende Signale. Das sollten Zuschauer vor dem Fernseherkauf über­prüfen.

Fernsehen in besserer Qualität

HD-Fernseh­bilder sind generell detailreicher und schärfer als Fernseh­bilder in Stan­dard­auflösung. Die tatsäch­liche Bild­qualität hängt vor allem vom verwendeten Fernseher und dem einge­speisten Signal ab. HD-Sender strahlen entweder hoch­auflösend produzierte Sendungen aus, oder sie rechnen normal produzierte Sendungen nach­träglich hoch. Solche nachbearbeiteten Produktionen liefern in der Regel kein ganz so gutes Bild wie „echte“ HD-Sendungen.

Zahl der HD-Sender wächst

Mit den Olympischen Winterspielen in Vancouver sind Das Erste und ZDF ins Zeit­alter des hoch­auflösenden Fernsehens gestartet. Arte über­trägt bereits seit Juli 2008 in HD. Positiv: Die öffent­lich-recht­lichen Sender über­tragen ihre Inhalte auch in HD kostenlos und unver­schlüsselt. So schreibt es der Rund­funk­staats­vertrag vor. Ganz anders die Privaten: RTL, Vox, Sat.1, ProSieben und Kabel Eins verschlüsseln ihre hoch­auflösenden Sendungen in „HD+“. Um sie zu empfangen brauchen Zuschauer einen speziellen Empfänger mit integrierter HD+-Karte. So können die Sender nicht nur Mitschnitte verhindern. Sondern sie kassieren auch zusätzliche Gebühren: Nach den ersten 12 Monaten 50 Euro im Jahr.

Empfang über Satellit

Verschiedene Wege führen zum hoch­auflösenden Fernsehen. Der einfachste geht im Moment über Satelliten. Jeder dritte deutsche Haushalt hat bereits eine digital-taugliche Satellitenschüssel mit Universal-LNB auf dem Dach. Mit einem Fernseher mit HD-fähigem DVB-S-Empfänger sind sie gut gerüstet für die hoch­auflösenden Sendungen von ARD HD, ZDF HD und Arte HD. Für Privatsender in HD brauchen sie einen HD+-fähigen Satellitenreceiver mit integrierter HD+-Karte.
Tipp: Besitzer eines Fernsehers mit CI+-Schlitz können statt dem HD+-fähigen Sat-Empfänger ein CI+-Modul einschieben. Das spart Platz und Strom. Eine HD+-Karte brauchen sie aber ebenfalls.
Tipp: Suchen Sie in der Tabelle nach Fernsehern mit einge­bautem DVB-S-Empfänger und guter HD-Qualität

Empfang über Kabel

Beim Kabel­fernsehen hängt die Zahl der empfangenen HD-Sender vom Anbieter ab: Kabel Deutsch­land hat sich Ende Januar 2010 mit ARD und ZDF über die Einspeisung der HDTV-Programme ins Kabelnetz geeinigt. Kleinere Kabelanbieter werden nun folgen. Die privaten HD Sender RTL HD, VOX HD , PRO 7 HD, SAT.1 HD, KABEL 1 HD sind jedoch noch nicht im Kabel verfügbar. Dafür lässt sich das HD-Angebot des Bezahlsenders Sky bei den Kabelanbietern abonnieren. Nachteil: Anders als beim Satelitten­fernsehen zahlen Kabel­kunden monatliche Gebühren. Zum Empfang hoch­auflösender Sendungen brauchen Kabel­kunden einen digitalen Kabel­anschluss sowie einen Fernseher mit HD-fähigem Kabel-Empfänger.
Tabelle: Suchen Sie in der Tabelle nach Fernsehern mit einge­bautem DVB-C-Empfänger und guter Bild­qualität

Empfang über Internet

Hoch­auflösendes Fernsehen gelangt auch über das Internet ins Wohn­zimmer. Nötig ist dafür ein Fernseher mit HDMI-Schnitt­stelle, eine Empfangs­box für IPTV sowie ein sehr schneller Internet­anschluss. DSL 16 000 sollte es mindestens sein. Die Internet­provider Alice und T-Home bieten Internet­fernsehen an. Im Paket mit DSL- und Telefonflatrates. Preise: zwischen 30 und 45 Euro im Monat. Neben zahlreichen Sendern und Filmen in Stan­dard­auflösung über­tragen Alice und T-Home auch die hoch­auflösenden Programme von ARD, ZDF und Arte. Nachteil: Bean­spruchen mehrere Geräte im Haushalt die Internetleitung, sinkt die Daten­rate für den Fernseher. So kann zum Beispiel ein längerer Download auf dem PC das Fernseh­vergnügen stören.
Tabelle: Suchen Sie in der Tabelle nach Fernsehern mit guter HD-Bild­qualität über die HDMI-Schnitt­stelle

Empfang über Antenne

Schlechte Nach­richten für Nutzer von DVB-T-Antennen. Sie werden auf absehbare Zeit kein hoch­auflösendes Fernsehen in Deutsch­land empfangen. Einzig Bewohner der Grenz­regionen zu Frank­reich können damit französische HD-Sender anschauen. Allen anderen DVB-T-Zuschauern bleibt nur Stan­dard­fernsehen (SDTV).

Fazit

Alte Röhren können hoch­auflösendes Fernsehen nicht darstellen. Wer schärfere Bilder sehen möchte, kommt um einen Flach­bild­fernseher mit HD-tauglichem Empfänger nicht herum. Hoch­auflösendes Fernsehen ohne Zusatz­kosten liefern im Moment nur ARD, ZDF und Arte. Über Satellit. Privatsender kassieren extra.

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