So kommt HDTV ins Haus
Die meisten Fernseher besitzen inzwischen HD-taugliche Empfänger. Zu erkennen am Logo HDTV. Theoretisch können sie hochauflösendes Fernsehen anzeigen. Voraussetzung allerdings: Der Haushalt empfängt entsprechende Signale. Das sollten Zuschauer vor dem Fernseherkauf überprüfen.
Testergebnisse für Fernseher
Fernsehen in besserer Qualität
HD-Fernsehbilder sind generell detailreicher und schärfer als Fernsehbilder in Standardauflösung. Die tatsächliche Bildqualität hängt vor allem vom verwendeten Fernseher und dem eingespeisten Signal ab. HD-Sender strahlen entweder hochauflösend produzierte Sendungen aus, oder sie rechnen normal produzierte Sendungen nachträglich hoch. Solche nachbearbeiteten Produktionen liefern in der Regel kein ganz so gutes Bild wie „echte“ HD-Sendungen.
Zahl der HD-Sender wächst
Mit den Olympischen Winterspielen in Vancouver sind Das Erste und ZDF ins Zeitalter des hochauflösenden Fernsehens gestartet. Arte überträgt bereits seit Juli 2008 in HD. Positiv: Die öffentlich-rechtlichen Sender übertragen ihre Inhalte auch in HD kostenlos und unverschlüsselt. So schreibt es der Rundfunkstaatsvertrag vor. Ganz anders die Privaten: RTL, Vox, Sat.1, ProSieben und Kabel Eins verschlüsseln ihre hochauflösenden Sendungen in „HD+“. Um sie zu empfangen brauchen Zuschauer einen speziellen Empfänger mit integrierter HD+-Karte. So können die Sender nicht nur Mitschnitte verhindern. Sondern sie kassieren auch zusätzliche Gebühren: Nach den ersten 12 Monaten 50 Euro im Jahr.
Empfang über Satellit
Verschiedene Wege führen zum hochauflösenden Fernsehen. Der einfachste geht im Moment über Satelliten. Jeder dritte deutsche Haushalt hat bereits eine digital-taugliche Satellitenschüssel mit Universal-LNB auf dem Dach. Mit einem Fernseher mit HD-fähigem DVB-S-Empfänger sind sie gut gerüstet für die hochauflösenden Sendungen von ARD HD, ZDF HD und Arte HD. Für Privatsender in HD brauchen sie einen HD+-fähigen Satellitenreceiver mit integrierter HD+-Karte.
Tipp: Besitzer eines Fernsehers mit CI+-Schlitz können statt dem HD+-fähigen Sat-Empfänger ein CI+-Modul einschieben. Das spart Platz und Strom. Eine HD+-Karte brauchen sie aber ebenfalls.
Tipp: Suchen Sie in der Tabelle nach Fernsehern mit eingebautem DVB-S-Empfänger und guter HD-Qualität
Empfang über Kabel
Beim Kabelfernsehen hängt die Zahl der empfangenen HD-Sender vom Anbieter ab: Kabel Deutschland hat sich Ende Januar 2010 mit ARD und ZDF über die Einspeisung der HDTV-Programme ins Kabelnetz geeinigt. Kleinere Kabelanbieter werden nun folgen. Die privaten HD Sender RTL HD, VOX HD , PRO 7 HD, SAT.1 HD, KABEL 1 HD sind jedoch noch nicht im Kabel verfügbar. Dafür lässt sich das HD-Angebot des Bezahlsenders Sky bei den Kabelanbietern abonnieren. Nachteil: Anders als beim Satelittenfernsehen zahlen Kabelkunden monatliche Gebühren. Zum Empfang hochauflösender Sendungen brauchen Kabelkunden einen digitalen Kabelanschluss sowie einen Fernseher mit HD-fähigem Kabel-Empfänger.
Tabelle: Suchen Sie in der Tabelle nach Fernsehern mit eingebautem DVB-C-Empfänger und guter Bildqualität
Empfang über Internet
Hochauflösendes Fernsehen gelangt auch über das Internet ins Wohnzimmer. Nötig ist dafür ein Fernseher mit HDMI-Schnittstelle, eine Empfangsbox für IPTV sowie ein sehr schneller Internetanschluss. DSL 16 000 sollte es mindestens sein. Die Internetprovider Alice und T-Home bieten Internetfernsehen an. Im Paket mit DSL- und Telefonflatrates. Preise: zwischen 30 und 45 Euro im Monat. Neben zahlreichen Sendern und Filmen in Standardauflösung übertragen Alice und T-Home auch die hochauflösenden Programme von ARD, ZDF und Arte. Nachteil: Beanspruchen mehrere Geräte im Haushalt die Internetleitung, sinkt die Datenrate für den Fernseher. So kann zum Beispiel ein längerer Download auf dem PC das Fernsehvergnügen stören.
Tabelle: Suchen Sie in der Tabelle nach Fernsehern mit guter HD-Bildqualität über die HDMI-Schnittstelle
Empfang über Antenne
Schlechte Nachrichten für Nutzer von DVB-T-Antennen. Sie werden auf absehbare Zeit kein hochauflösendes Fernsehen in Deutschland empfangen. Einzig Bewohner der Grenzregionen zu Frankreich können damit französische HD-Sender anschauen. Allen anderen DVB-T-Zuschauern bleibt nur Standardfernsehen (SDTV).
Fazit
Alte Röhren können hochauflösendes Fernsehen nicht darstellen. Wer schärfere Bilder sehen möchte, kommt um einen Flachbildfernseher mit HD-tauglichem Empfänger nicht herum. Hochauflösendes Fernsehen ohne Zusatzkosten liefern im Moment nur ARD, ZDF und Arte. Über Satellit. Privatsender kassieren extra.
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