25.11.2005

Fernlenkautos: Lego macht das Rennen

Fernlenkautos Test

Sie hetzen über Sand und Schotter und lassen nicht nur Kinderherzen höher schlagen: Modellautos mit Fernsteuerung und dicken Geländereifen. Die Stiftung Warentest hat 13 Modelle ins Rennen geschickt. Am Ende liegt der Lego Dirt Crusher vorn. Dicht gefolgt von Tamiya Baja King, Jamara MTB und Karstadt Quadra Racer. test.de zeigt die Stärken und Schwächen der einzelnen Modelle und gibt Tipps für den Gabentisch. Außerdem im Test: Welche Unternehmen produzieren sozial und ökologisch korrekt? Auch hier machen Lego und Karstadt das Rennen.

Erst bauen, dann fahren

Der Lego Dirt Crusher macht einfach Spaß. Das fängt schon beim Auspacken an: Der gelbe Geländeflitzer kommt als Bausatz daher - aus biegsamen Nylon-Elementen, Motor und Rädern. Erster Job für kleine Mechniker: die Einzelteile zusammenbauen. Das dauert zumindest eine halbe Stunde. Der Dirt Crusher kann also nicht sofort ins Rennen. Dafür macht das Basteln Spaß. Der kleine Mechniker bekommt einen Eindruck vom Innenleben des Gefährts. Außerdem kann er zwischen mehreren Bauformen wählen. Fernsteuerung, Ladegerät und Akkus gehören ebenfalls zum Paket.

Robust und schnell

Der Dirt Crusher fährt schnell. Spitzengeschwindigkeit auf Asphalt: 16 Kilometer pro Stunde. Nur der Rennwagen von Graupner ist mit 20 Stundenkilometern noch schneller. Im Testrennen hat dieser Flitzer trotzdem keine Chance. Das Graupnermodell ist zu empfindlich. Beim Aufprall auf einen Bordstein bricht die Radaufhängung. Auch den Fall aus einem Meter Höhe überlebt der Graupner Junior Line nicht. Der Testsieger von Lego übersteht den Crashtest dagegen mit Bravour. Er ist haltbar und robust, fährt auch im Gelände und meistert Schotter, Rasen und Sand. Spielspaß: sehr gut. Nachteil des Lego-Modells: Es saugt gierig am Akku. Schon nach 26 Minuten Fahrt muss der Dirt Crusher zurück an die Box. Wenn jetzt keine Ersatzakkus bereit liegen, ist das Rennen erstmal gelaufen. Das Auftanken des Akkus dauert etwa vier Stunden.

Unsichtbare Fessel

Der Tamiya Baja King bleibt länger im Rennen. Bis zu 60 Minuten fährt er mit einer Akkuladung. Der Jamara MTB schafft sogar 75 Minuten. Das ist sehr gut. Auch in puncto Fahreigenschaften reicht der MTB locker an den Lego Dirt Crusher heran. Teilweise übertrifft er ihn noch: In lockerem Sand und beim geradeaus Fahren macht der MTB das Rennen. Seine Fernsteuerung reicht bis zu 42 Meter, die vom Dirt Crusher nur für 16 Meter. Danach reagieren die Modelle nicht mehr zuverlässig auf die Funkkommandos der Fernsteuerung. In der Praxis reißt die Verbindung aber kaum ab. Die kleinen Piloten laufen ihren Modellen sowieso hinterher. So sind sie mitten im Geschehen.

Wendig im Rennen

Die drei Spitzenreiter Lego Dirt Crusher, Tamiya Baja King und Jamara MTB sind – dank Proportionalsteuerung – sehr wendig. Sie können enge und weite Kurven fahren. Die Räder lassen sich sanft einschlagen und das Tempo kann gut dosiert werden. Die realistische Fahrweise begeistert vor allem Erwachsene und ältere Kinder. Die aufwändige Technik hat allerdings ihren Preis. Der Testsieger von Lego kostet stolze 149 Euro, Tamiya Baja King und Jamara MTB jeweils 95 Euro. Beim MTB sind noch nicht mal Akkus und Ladegerät dabei. Die kosten 40 bis 100 Euro extra. Komplettpreis: locker über 150 Euro.

Geheimtipp Karstadt

Viel billiger ist der Quadra Racer von Karstadt. Preis: 39 Euro – mit Fernsteuerung, Ladegerät und Akkus. Das eigentümliche Spaßmobil aus dem Kaufhaus fährt im Test auf Platz vier und entpuppt sich damit als Geheimtipp. Der Quadra Racer sieht zwar nicht aus wie ein Auto, bringt aber viel Spaß. Vier bullige Räder sind an ein drehbares Mittelteil montiert. Die linke und rechte Hälfte können sich gegenläufig bewegen: So schlägt der Quadra Racer ganz wilde Kapriolen. Das begeistert vor allem kleine Testpiloten. Sie sind mit der einfachen Vor-Zurück-Links-Rechts-Steuerung voll zufrieden. Spaß, nicht Realismus, steht hier im Vordergrund.

Konzern trägt Verantwortung

Karstadt bietet mit dem Quadra Racer nicht nur ein gutes und billiges Fernlenkauto, sondern auch ein verantwortungsvoll produziertes Produkt. Der Kaufhauskonzern kontrolliert seine Produzenten in China und verlangt die Produktion nach gesetzlichen Standards. Seit einem Jahr untersucht die Stiftung Warentest bei einigen Testprojekten auch das soziale und ökologische Engagement der beteiligten Unternehmen. Die Tester sind dabei allerdings auf Kooperation angewiesen: Blockt ein Unternehmen ab, ist eine Bewertung kaum möglich.

Inspektionen abgelehnt

Karstadt und Lego liefern recht umfangreiche Informationen. Prädikat: „engagiert“. Soziale Leitlinien und Umweltschutz sind hier bereits in der Unternehmenspolitik verankert. Unternehmen wie Simba-Dickie (Tamiya Baja King) und Jamara zeigen dagegen nur bescheidene Ansätze von sozialer und ökologischer Verantwortung. Immerhin geben sie einige Auskünfte. Große Spielzeugkonzerne wie Toys R Us und Mattel entziehen sich dem Test ganz und gar. Auch der Modelbauprofi Graupner will keine Fragen zu sozialen und ökologischen Aspekten beantworten. Dabei ging es nur um Fragen. Eine Inspektion ihrer Fabriken in China lehnten alle Unternehmen ab. Nur Karstadt öffnete die Tore für einen Reporter und einen Fotografen der Stiftung Warentest. Details in der Reportage Besuch in Fujian.

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