Bei 4 der 22 getesteten Tintenstrahldrucker sind Original und Kopie beim Fotodruck kaum noch zu unterscheiden. Andere Geräte zeigten in dieser Disziplin deutliche Schwächen.
Wer hat ihn nicht schon einmal in die tiefsten Tiefen der Hölle gewünscht? Wer wollte ihn nicht schon einmal aus dem Fenster schmeißen, nur um zu sehen, ob er auch so langsam fällt, wie er arbeitet? Mit Druckern kann man seine liebe Not haben. Spaß und Drucken scheinen auf den ersten Blick zwei unvereinbare Dinge zu sein. Doch inzwischen wächst auch der Spaßfaktor. Allein Texte zu drucken, ist langweilig, T-Shirts verschönern, Karten herstellen und Fotos aus dem letzten Urlaub ausdrucken ist angesagt. Mit dem richtigen Gerät kommt wirklich Freude auf. Daher haben wir 22 Tintenstrahldrucker, die sich auch für den Fotodruck eignen, getestet. Tintenstrahldrucker sind zwar vielseitig im Gebrauch und auch relativ preiswert in der Anschaffung, doch bei den Druckkosten muss aufgepasst werden. Denn, nicht alle Patronen sind günstig. Die Tintenkosten können jedoch bei einigen Modellen mit Produkten von Drittanbietern niedrig gehalten werden.
Schnellläufer und lahme Enten
Der Schnellste im Testfeld ist ein Japaner: Der Testsieger von Canon, der S900, braucht nur 1,4 Minuten für unser DIN-A4-Farbfoto. Das macht ihm kein anderer Drucker so schnell nach, schon gar nicht mit der gleichen Qualität. Denn die ist im Fotoausdruck „sehr gut“. Zwar drucken auch die Epson Stylus Photo 810, 890 und 895 „sehr gute“ Fotos, sind aber langsamer als der Canon S900. Wer nicht so großen Wert auf die Geschwindigkeit legt, der ist beim Fotodruck aber auch mit einem der anderen Drucker im vorderen Testfeld (Canon S750, S820D, S520, S300 und HP Deskjet 960C) „gut“ bedient. Wer 6,2 Minuten Zeit hat, kann mit dem insgesamt „befriedigenden“ Epson Stylus C60 noch „gute“ Fotos drucken.
Doch beim Textdruck kommt keiner der getesteten Tintenstrahldrucker an die Qualität eines Laserdruckers heran. Nur vier der Getesteten kommen hier auf ein „gutes“ Ergebnis (Canon S300 und S200 und HP Deskjet 960C und 920C). Wer also viel Text hat und auf Farbe verzichten kann, dem sei zu einem erschwinglichen Schwarz-weiß-Laserdrucker geraten. Der ist auch schneller als ein Tintenstrahldrucker. In Sachen Geschwindigkeit gibt es aber auch gravierende Unterschiede im Testfeld. Wer es mit seinen Fotos eilig hat, der sollte die Finger von den Druckern von Lexmark, dem Epson Stylus C40UX und dem Canon S200 lassen. Gerade Letzterer kann die Geduld mit 23,6 Minuten für ein DIN-A4-Farbfoto überstrapazieren. Die meisten Drucker liegen aber bei noch annehmbaren zwei bis sechs Minuten. Die lange Druckzeit resultiert beim Fotodruck oft aus der Einstellung auf maximale Auflösung. Die muss aber nicht immer sein. Denn ein Foto, das zum Beispiel nur mit 1 200 dpi eingescannt wurde, wird durch einen Ausdruck mit 2 400 dpi auch nicht besser.
Tipp: Falls Sie nicht ständig Fotos in hoher Auflösung einscannen und drucken, stellen Sie den Drucker auf eine mittlere Auflösung ein. Die reicht für den normalen Fotodruck aus.
Auflösung sagt wenig
Angaben wie 2 400 x 1 200 oder 2 880 x 720 dpi beziffern die maximale Auflösung, in der ein Foto oder Text gedruckt werden kann. Die Abkürzung dpi kommt aus dem Englischen und bedeutet „dots per inch“, zu deutsch: (Bild-)Punkte pro Zoll. Ein Zoll misst 2,54 Zentimeter. Die Auflösung gibt die Punkte pro Quadratzoll an.
Je mehr Bildpunkte, desto feinere Qualität wird beim Ausdruck geliefert – denkt man. Unser Test zeigt: Das ist nicht immer der Fall. Der Drucker mit der höchsten maximalen Auflösung ist der Lexmark Z55 mit 3 600 x 1 200 dpi. Trotzdem variiert seine Druckqualität nur zwischen „befriedigend“ und „ausreichend“. Der Drucker mit den wenigsten Punkten, 600 x 1 200 dpi, ist der HP Deskjet 854C. Seine Druckqualität ist durchgehend „befriedigend“, daher rangiert er sogar noch vor dem Lexmark Z55.
Der Testsieger Canon S900 und elf weitere Drucker haben eine maximale Auflösung von 2 400 x 1 200 dpi. Dieser Wert liegt zwischen den beiden Extremen und die Qualität der Drucke ist höchst unterschiedlich, reicht von „sehr gut“ bis „ausreichend“. Im Endeffekt bringt es also nicht allzu viel, nur nach der maximalen Auflösung zu gehen. Sie allein sagt wenig über die Qualität des Ausdrucks.
Jedenfalls sind nur vier Tintenstrahldrucker beim Druck auf Fotopapier „sehr gut“, sodass Original und Kopie kaum voneinander zu unterscheiden sind: der Testsieger Canon S900 und drei Epson aus der Serie Stylus Photo (890, 895, 810).
Tipp: Um einen qualitativ hochwertigen Ausdruck zu bekommen, sollten Sie nicht nur auf den Drucker, sondern auch auf das Papier achten.
Druckertreiber und Kabel
Ärgerlich: Die mitgelieferten Druckertreiber waren nicht immer die aktuellsten. Treiber sind kleine Zusatzprogramme, die es ermöglichen, am Computer angeschlossene Geräte zu betreiben, zum Beispiel Modem, Soundkarte oder eben Drucker. Sie arbeiten quasi als „Dolmetscher“ zwischen Betriebssystem und Gerät. Treiber werden beim Hardwarekauf immer mitgeliefert. Alle halbe Jahre sollte man sich eine neuere Version holen (Update) – wenn man wegen eines neuen Betriebssystems nicht sowieso einen neuen Treiber braucht. Kostenlose Updates finden sich im Internet auf den Seiten der Hersteller. Eine neue Version kann die Druckerfunktionen optimieren. Druckqualität und -geschwindigkeit können sich verbessern und neue Funktionen können hinzukommen.
Tipp: Links zu den Seiten der Anbieter sowie Tricks und Problemlösungen finden Sie unter www.treiber.de.
Während bei den Treibern die Aktualität zu wünschen übrig ließ, tauchte bei den Kabeln ein altbekanntes Problem wieder auf: Bei keinem einzigen der getesteten Drucker wurden die benötigten Kabel zum Anschluss an den Computer mitgeliefert. Das ist ärgerlich, denn sie müssen ja auf jeden Fall gekauft werden, und das ist nicht billig. Ein Kabel kann je nach Länge zwischen 10 und 25 Euro kosten.
Parallele und serielle Schnittstelle
Die Anschlussstellen für Peripheriegeräte am Computer (zum Beispiel Modem, Scanner, CD-Brenner oder Drucker) werden Schnittstellen genannt. An der parallelen Schnittstelle hängt normalerweise der Drucker. Seit 1995 gibt es aber mit dem „Universal Serial Bus“ (USB) die einheitliche Schnittstelle für alle Peripheriegeräte. Jeder der 22 getesteten Drucker ist mit einer solch schnellen USB-Schnittstelle ausgerüstet. Und immerhin 13 Drucker haben auch noch einen Parallelanschluss.
Tipp: Wer einen älteren Rechner ohne USB-Schnittstelle hat, sollte auf eine Parallelschnittstelle am Drucker achten. Auch bei den Betriebssystemen Windows NT, 95 oder älter, sollte darauf geachtet werden. Denn die alten Betriebssysteme unterstützen noch kein USB.
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