Fair gehandelte Produkte: Absatz steigt um 50 Prozent
26.04.2009
2008 kauften deutsche Verbraucher deutlich mehr fair gehandelte Produkte als noch ein Jahr zuvor. Und auch weltweit stieg der Absatz von fair gehandelten Waren. Obwohl sie häufig teurer sind, ist es Verbrauchern offenbar zunehmend wichtiger, sozial und ökologisch verantwortungsvoll hergestellte Produkte zu kaufen.
2,9 Milliarden Euro Umsatz
Deutsche Verbraucher haben im vergangenen Jahr 213 Millionen Euro für Produkte aus Fairem Handel ausgegeben - 50 Prozent mehr als 2007. Das teilte kürzlich die Organisation TransFair mit. Weltweit stieg der mit fair gehandelten Waren erzielte Umsatz um 25 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Auch die Verbraucher in Großbritannien, Frankreich und den skandinavischen Ländern kauften mehr fair gehandelte Produkte.
Mit Rosen Gutes tun
Diese fair gehandelten Produkte haben die Deutschen häufiger in ihre Einkaufswagen gepackt: Zucker (+91 Prozent), Fruchtsaft (+80 Prozent) und Kaffee (+14 Prozent). Am stärksten aber legte der Faire Handel mit Rosen (+138 Prozent) zu. Fast 47 Millionen Stück erwarben deutsche Kunden. Lediglich der Absatz von fair gehandelten Bananen ging um 11 Prozent zurück. Grund: Verschiedene Handelsketten haben sie aus dem Sortiment genommen.
Mehr Verantwortungsgefühl
Laut TransFair haben neue Partnerfirmen, ein erweitertes Angebot, mehr Engagement des Handels sowie ein bewussteres Einkaufsverhalten die Absatzsteigerung ermöglicht. „Die Verbraucher möchten zunehmend ethische Produkte kaufen, die ohne Ausbeutung und Umweltschäden hergestellt wurden. Hier bietet Fairtrade einen glaubwürdigen Lösungsansatz“, so Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair.
Wer profitiert
Vom Absatzplus fair gehandelter Produkte profitieren insbesondere die 870 zertifizierten Produzenten-Organisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Sie haben allein über den deutschen Markt mehr als 33 Millionen Euro Direkteinnahmen erhalten. Die Gelder nutzen die Produzenten-Organisationen hauptsächlich dazu, die medizinische Versorgung, Bildung und soziale Einrichtungen zu verbessern.
Stiftung Warentest prüft CSR
Die Stiftung Warentest überprüft seit einigen Jahren, ob Unternehmen sozial und ökologisch korrekt handeln, ob sie fair mit ihren Mitarbeitern umgehen und in Aus- und Weiterbildung investieren. Das heißt, sie untersucht Fragen der sogenannten Corporate Social Responsibility, kurz: CSR. Getestet wird produktbezogen:
Special Sozial und ökologisch produzieren. Das neueste Produkt, das im Hinblick auf CSR getestet wurde, ist Kaffee.
Die Siegel im Fairen Handel
TransFair handelt als unabhängige Siegel-Initiative nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das internationale Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. Das Bio-Unternehmen Rapunzel kennzeichnet fair gehandelte Produkte mit seinem hauseigenen Siegel Hand In Hand. Und auch Europas größter Importeur fair gehandelter Waren, die GEPA (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH), und der Discounter Lidl mit seinem Haussiegel Fairglobe markieren solche Waren.
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