09.02.2007

Erben und Vererben: Alles richtig regeln

Testament II: Alles richtig machen

Ein selbst aufgesetztes Testament ist nur dann gültig, wenn es handschriftlich verfasst ist. Die Alternative ist ein öffentliches oder notarielles Testament. Dieses wird vom Notar beurkundet. Der Vererbende legt den Inhalt fest. Ein aktuelleres Testament ersetzt das ältere. Welche formalen Grundsätze noch gelten, sagt test.de hier.

Tipps

  • Eigenhändiges Testament: Sie müssen das Testament vollständig handschriftlich verfassen. Gültig ist normaler Text genauso wie die Briefform. Die Sprache ist egal. Ob Deutsch oder Kisuaheli – Hauptsache, ein Dritter versteht sie. Auch ein stenografiertes Testament ist gültig, solange es keinen Zweifel gibt, dass der Erblasser auch wirklich der Verfasser des Dokuments ist.
  • Überschrift: Betiteln Sie Ihr Testa­ment oder letzten Willen auch als solchen, dann kann es nicht mit einem bloßen Entwurf verwechselt werden.
  • Unterschrift: Das Testament muss unterschrieben sein, und die Unterschrift muss am Ende stehen. Unterschreiben Sie Ihr Testament mit Vor- und Zunamen, damit vermeiden Sie Verwechslungen. Textteile unterhalb der Unterschrift müssen separat unterschrieben werden. Eine Selbstbenennung am Textanfang ersetzt die Unterschrift nicht.
  • Ort und Datum: Schreiben Sie immer den Ort und das Datum in das ­Testament, damit es eingeordnet werden kann. Denn ein jüngeres Testament ­verdrängt ein älteres. Und wenn von mehreren gültigen, aber widersprüch­lichen Testamenten keines als das jüngste ermittelt werden kann, gilt keins.
  • Konkrete Angaben: Legen Sie so detailliert wie möglich fest, wer was ­bekommen soll. Das erspart später Streit. Vermeiden Sie Umgangssprache, denn wenn der Sohn die „Hütte“ erben soll, ist vielleicht nicht klar, ob es das Wohnhaus ist oder nur das Gartenhäuschen.
  • Legitimität: Nur der Vererbende darf sein Testament schreiben. Verfasst es ein Dritter, ist es ungültig. Auch Handführen ist nicht erlaubt. In solchen Fällen gilt dann automatisch ein früheres Testament, falls vorhanden, oder die gesetzliche Erbfolge.
  • Notarielles Testament: Das öffentliche oder notarielle Testament wird vom Notar beurkundet und kann auch von ihm geschrieben werden. Er verlangt dafür eine Gebühr, die sich an der Höhe des Nachlasses orientiert. Bei einem Vermögen von 50 000 Euro beträgt die Gebühr rund 140 Euro. Sie legen fest, was im Testament steht, und müssen am Ende lediglich unterschreiben.
  • Notfall: Kann der Vererbende nicht mehr selbst schreiben, darf er in einem Fall einen Dritten schreiben lassen oder das Testament ausdrucken. Und zwar dann, wenn er seinen letzten Willen in einem verschlossenen Umschlag dem Notar überreicht. Er bestätigt den Erhalt schriftlich, liest das Testament aber nicht. Jeder andere kann ebenfalls die Form der verschlossenen Testamentübergabe an den Notar wählen.

Fazit: Entscheiden Sie nach Ihrem Maßstab

Das eigenhändige Testament ist billiger als das notarielle. Allerdings läuft der Verfasser Gefahr, dass er formale Fehler macht oder missverständliche Anordnungen trifft. Außerdem kann es verloren gehen oder womöglich gefälscht werden. Sicherheitshalber lässt der Verfasser es beim Amtsgericht verwahren. Das kostet aber auch Gebühren. Ein notarielles Testament wird auf jeden Fall beim Amtsgericht hinterlegt. Und es bringt den späteren Erben Vorteile: Sie sparen sich den zeitlichen und ­finan­ziellen Aufwand für einen Erbschein, denn ein öffentliches Testament ist als notarielle Urkunde ein zulässiger Ersatz für dieses Dokument.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Gesetzliche Erbfolge

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