08.02.2007

Erben und Vererben: Alles richtig regeln

Testament II: Alles richtig machen

Ein selbst aufgesetztes Testament ist nur dann gültig, wenn es hand­schriftlich verfasst ist. Die Alternative ist ein öffent­liches oder notarielles Testament. Dieses wird vom Notar beur­kundet. Der Vererbende legt den Inhalt fest. Ein aktuel­leres Testament ersetzt das ältere. Welche formalen Grund­sätze noch gelten, sagt test.de hier.

Tipps

  • Eigenhändiges Testament: Sie müssen das Testament voll­ständig hand­schriftlich verfassen. Gültig ist normaler Text genauso wie die Briefform. Die Sprache ist egal. Ob Deutsch oder Kisuaheli – Haupt­sache, ein Dritter versteht sie. Auch ein stenografiertes Testament ist gültig, solange es keinen Zweifel gibt, dass der Erblasser auch wirk­lich der Verfasser des Dokuments ist.
  • Über­schrift: Betiteln Sie Ihr Testa­ment oder letzten Willen auch als solchen, dann kann es nicht mit einem bloßen Entwurf verwechselt werden.
  • Unter­schrift: Das Testament muss unter­schrieben sein, und die Unter­schrift muss am Ende stehen. Unter­schreiben Sie Ihr Testament mit Vor- und Zunamen, damit vermeiden Sie Verwechs­lungen. Text­teile unter­halb der Unter­schrift müssen separat unter­schrieben werden. Eine Selbst­benennung am Text­anfang ersetzt die Unter­schrift nicht.
  • Ort und Datum: Schreiben Sie immer den Ort und das Datum in das ­Testament, damit es einge­ordnet werden kann. Denn ein jüngeres Testament ­verdrängt ein älteres. Und wenn von mehreren gültigen, aber wider­sprüch­lichen Testamenten keines als das jüngste ermittelt werden kann, gilt keins.
  • Konkrete Angaben: Legen Sie so detailliert wie möglich fest, wer was ­bekommen soll. Das erspart später Streit. Vermeiden Sie Umgangs­sprache, denn wenn der Sohn die „Hütte“ erben soll, ist vielleicht nicht klar, ob es das Wohn­haus ist oder nur das Garten­häuschen.
  • Legi­timität: Nur der Vererbende darf sein Testament schreiben. Verfasst es ein Dritter, ist es ungültig. Auch Hand­führen ist nicht erlaubt. In solchen Fällen gilt dann auto­matisch ein früheres Testament, falls vorhanden, oder die gesetzliche Erbfolge.
  • Notarielles Testament: Das öffent­liche oder notarielle Testament wird vom Notar beur­kundet und kann auch von ihm geschrieben werden. Er verlangt dafür eine Gebühr, die sich an der Höhe des Nach­lasses orientiert. Bei einem Vermögen von 50 000 Euro beträgt die Gebühr rund 140 Euro. Sie legen fest, was im Testament steht, und müssen am Ende lediglich unter­schreiben.
  • Notfall: Kann der Vererbende nicht mehr selbst schreiben, darf er in einem Fall einen Dritten schreiben lassen oder das Testament ausdrucken. Und zwar dann, wenn er seinen letzten Willen in einem verschlossenen Umschlag dem Notar über­reicht. Er bestätigt den Erhalt schriftlich, liest das Testament aber nicht. Jeder andere kann ebenfalls die Form der verschlossenen Testament­über­gabe an den Notar wählen.

Fazit: Entscheiden Sie nach Ihrem Maßstab

Das eigenhändige Testament ist billiger als das notarielle. Allerdings läuft der Verfasser Gefahr, dass er formale Fehler macht oder miss­verständliche Anordnungen trifft. Außerdem kann es verloren gehen oder womöglich gefälscht werden. Sicher­heits­halber lässt der Verfasser es beim Amts­gericht verwahren. Das kostet aber auch Gebühren. Ein notarielles Testament wird auf jeden Fall beim Amts­gericht hinterlegt. Und es bringt den späteren Erben Vorteile: Sie sparen sich den zeitlichen und ­finan­ziellen Aufwand für einen Erbschein, denn ein öffent­liches Testament ist als notarielle Urkunde ein zulässiger Ersatz für dieses Dokument.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Gesetzliche Erbfolge

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