Was ist Ihnen beim Kauf eines Elektrogeräts wichtig? – so eine Frage der kürzlich durchgeführten Onlineumfrage auf test.de. Häufigste Antwort: die Ausstattung. Bemerkenswert: die Antwort auf Platz zwei. Sie lautete nicht etwa Preis oder Marke, sondern Stromverbrauch. Elektrogeräte sind in den letzten Jahren bis 80 Prozent sparsamer geworden. Aber nicht jedes neue Gerät ist automatisch sparsam. test beantwortet wichtige Fragen.
Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Stromverbrauch.
Wie viel Geld kann ich mit einem neuen, effizienten Elektrogerät sparen?
Ein komplett mit Altgeräten ausgestatteter Haushalt verbraucht doppelt so viel Strom wie einer, der nur auf Spargeräte setzt – rund 400 Euro lassen sich so in einem 3- bis 4-Personen-Haushalt sparen. Bei Kühl-Gefrier-Kombis ist am meisten drin: Geräte von 1992 brauchen im Schnitt Strom für 145 Euro im Jahr. Kombis aus dem Jahr 2009 begnügen sich mit 56 Euro. Aber: Nicht jedes Neugerät ist sparsam. Wer etwa bei LCD-Fernsehern mit 107 Zentimeter Bilddiagonale zum Stromfresser statt zum Spargerät greift, zahlt in zwölf Jahren Nutzungszeit rund 1 000 Euro mehr für Strom.
Soll ich jetzt alle meine alten Geräte sofort verschrotten?
Nein. Funktionierende Altgeräte sofort zu verschrotten, ist aus Umweltsicht fragwürdig. Aber je älter das Gerät ist und je mehr Strom sich mit dem neuen sparen lässt, desto sinnvoller wird der Austausch. Erst recht, wenn eine teure Reparatur ansteht. Ausnahme: Alte stromfressende Heizungspumpen sollten sofort gewechselt werden.
Woran erkenne ich sparsame Geräte?
Viele Elektrogeräte müssen ein Energielabel tragen: Topsparer bei Kühl- und Gefriergeräten sowie bei Waschmaschinen und Spülmaschinen weisen dort die Energieklasse A+++ auf. Aber auch Geräte mit A++ sind noch effizient. Bei Fernsehern kennzeichnet zurzeit ein A+ die sparsamsten Geräte, bei Wäschetrocknern, Backöfen, Raumklimageräten, Lampen und – auf freiwilliger Basis – Heizungspumpen ein einfaches A.
Sind A-Klasse-Kühlschränke sparsam?
Nein, Kühlschränke mit Energieklasse A sind nur noch viertklassig und dürfen ab Mitte 2012 gar nicht mehr verkauft werden. Ein Kühler mit A++ ist um die Hälfte sparsamer als Kühler mit einfachem A. Außerdem gilt: Je größer ein Kühlschrank ist, desto mehr Strom braucht er. Für zwei Personen reichen in der Regel 120 bis 140 Liter Nutzinhalt. Für jede zusätzliche Person sollten etwa 60 Liter mehr einkalkuliert werden. Bei Gefriergeräten genügen bei geringer Vorratshaltung 50 bis 80 Liter Nutzinhalt, ansonsten 100 bis 130 Liter.
Wie spare ich beim Kühlen Strom?
Stellen Sie die Temperatur im Kühlgerät nicht zu tief ein, da jedes Grad Extra-Kühlung Energie kostet. Im Kühlschrank sollten Speisen zwischen +5 und +7 Grad Celsius kalt sein, im Gefriergerät – 18 Grad. Außerdem gilt: Je höher die Umgebungstemperatur, desto häufiger schaltet sich das Gerät in der Regel ein und verbraucht Strom. Ein Kühler sollte daher nicht neben dem Backofen oder der Heizung stehen.
Mit welchem Elektroherd lässt sich am meisten Strom sparen?
Mit Induktionsherden: Pro Jahr fallen etwa 65 Euro an Stromkosten an. Herkömmliche Herdplatten kommen im Schnitt auf rund 83 Euro. Doch die neue Technik hat ihren Preis. Induktionsherde kosten ab etwa 640 Euro, gute Herde mit Kochplatten gibt es schon ab 340 Euro. Finanziell rechnet sich das noch nicht: Bei einer üblichen Nutzung sparen Induktionsherde in 15 Jahren im Schnitt 270 Euro Stromkosten, die teure Anschaffung amortisiert sich also nicht. Für die Umwelt ist der geringere Stromverbrauch aber in jedem Fall ein Gewinn.
Verbrauchen Elektrogeräte im Standby immer noch so viel Strom?
Nein, seit 2010 dürfen viele neue Elektrogeräte wie etwa Fernseher, Kaffeeautomaten und Waschmaschinen ausgeschaltet und im Bereitschaftszustand höchstens noch 1 Watt verbrauchen. Verfügen sie über eine zusätzliche Anzeige, liegt die Obergrenze im Standby bei 2 Watt. Ab 2013 sinken die Grenzwerte weiter. Dann gelten für Standby und Aus noch maximal 1 Watt beziehungsweise 0,5 Watt. Altgeräte brauchen im Standby aber oft viel Strom. Hier gilt weiterhin: Abschaltbare Mehrfachsteckdosen können Standbyverluste vermeiden.
Lohnt ein Warmwasseranschluss für die Waschmaschine?
Beim Warmwasseranschluss muss die Waschmaschine das kühle Leitungswasser nicht mehr erhitzen. Das lohnt sich allerdings nur, wenn die Zuleitungen kurz sind und das Wasser anderswo im Haus zum Nulltarif erwärmt wird, etwa über eine solarthermische Anlage. Dann lässt sich etwa ein Drittel Strom sparen. Dennoch fallen zusätzliche Kosten durch neu zu verlegende Leitungen an. Vorher exakt kalkulieren.
Sinkt der Stromverbrauch der Elektrogeräte in Zukunft immer weiter?
Fernseher werden in den nächsten Jahren sicherlich noch sparsamer. Bei Waschmaschinen zeichnet sich dagegen ein Ende ab. Damit die Wäsche sauber wird, ist ein Minimum an Wasser nötig, das erhitzt werden muss. Wer noch mehr sparen will, sollte sein Verhalten im Blick haben, zum Beispiel die Wahl der Waschtemperatur: 40 Grad reichen für normal Verschmutztes aus. Die 40-Grad-Wäsche braucht etwa ein Drittel weniger Energie als die 60-Grad-Wäsche. In vielen Haushalten steigt der Stromverbrauch allerdings trotz aller Effizienz und Sparsamkeit weiter an. Das liegt auch daran, dass immer mehr Elektrogeräte den Weg in unseren Alltag finden.
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