Ihr angestaubtes Image haben Elektrofahrräder abgelegt. Mittlerweile liegen die Pedelecs vielmehr im Trend: Dank elektrischer Motorunterstützung sind Gegenwind und Steigungen kein Problem mehr. Doch im Test zeigten sich auch gefährliche Mängel. Bei einem Rad brach der Rahmen, einige andere haben zu schwache Bremsen.
Elektrofahrräder 08/2011 - Komforträder mit Einrohrrahmen (Wave)
- Flyer C8 Premium
- Kalkhoff Pro Connect C8
- Kettler Twin Front NX8
- Kreidler Vitality Elite
- KTM Macina Dual
- Pegasus E-Tour
- Raleigh Leeds HS
Elektrofahrräder 08/2011 - Trekkingräder mit Diamantrahmen
- Diamant Zouma Sport +
- Giant Twist Esprit Power
- Prophete Alu Rex Art.Nr. 1973
- Ruhrwerk 28" E-Bike
- Winora F2
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Für Touren bis 100 Kilometer
Erstmals führte die Stiftung Warentest einen umfangreichen Test von 12 Elektrofahrrädern durch. Die ausgewählten Komfort- und Trekkingräder gehören zur Gruppe der Pedelecs. Der inzwischen gebräuchliche Name steht für „Pedal Electric Cycle“. Das sind Fahrräder, bei denen ein Elektromotor den Radler unterstützt, solange der in die Pedale tritt. „Gasgeben“ ohne zu treten, wie bei einem Mofa, ist nicht möglich. Beim Fahren schaltet sich der Motor ab, sobald 25 km/h erreicht sind. Wer schneller fahren möchte, muss auf Muskelkraft „umschalten“. Führerschein und Versicherungskennzeichen sind für Pedelecs nicht erforderlich. Immerhin: Die Kraft der leistungsstarken Akkus kann inzwischen für Touren bis rund 100 Kilometer Länge ausreichen.
Sportlich oder komfortabel fahren
Den Elektroantrieb gibt es für alle Fahrradtypen. test hat sich bei der Auswahl für die Untersuchung an einer Umfrage unter rund 1 000 test-Lesern orientiert und Modelle der beiden beliebtesten Bauarten ausgewählt: Alu-Komforträder mit tiefem Durchstieg und Alu-Trekkingräder mit 28-Zoll-Laufrädern sowie Diamantrahmen. Auch innerhalb der Gruppen ist für jeden Geschmack etwas dabei: Unterschiedliche Reifenbreiten, Lenker- und Sattelformen sowie Naben- oder Kettenschaltungen – je nachdem ob Radler eher sportlich oder komfortabel unterwegs sein möchten.
Umfassende Prüfungen
In Bayern ging es bergauf, bergab und über gerade Strecken: Drei Frauen und vier Männer, alles erfahrene Freizeitradler, sammelten auf der Teststrecke ihre Eindrücke. Zusätzlich führten die Tester in mehreren Labors umfangreiche Prüfungen zur elektrischen und mechanischen Sicherheit durch. Ein Prüfstand etwa simulierte eine Fahrtstrecke von 20 000 Kilometern, um die Bruchfestigkeit von Gabel, Lenker und Vorbau, Sattelstütze sowie Rahmen zu testen. Darüber hinaus holperten die Räder noch über einem Rollenprüfstand, der unterschiedliche unebene Straßenbeläge wie Pflastersteine nachahmte, um die Haltbarkeit weiterer Teile – vom Schutzblech bis zum Gepäckträger – zu testen. Bei der Begutachtung der Bremswirkung flossen neben den subjektiven Erfahrungen der Testradler auch Messungen im Prüflabor ein.
Knackpunkt Rahmen und Bremsen
Die Rahmen und Bremsen von Pedelecs müssen dem höheren Gewicht der Räder und der höheren Durchschnittsgeschwindigkeit standhalten. Aber gerade in dem Punkt offenbarten manche Räder im Test ihre Schwächen. Schon nach knapp 10 000 Kilometern brach bei einem Rad der Rahmen. Das ist mangelhaft. Das zweite Mangelhaft im Test kassierte ein weiteres Pedelec für seine viel zu schwachen Bremsen. Bei drei weiteren Modellen ist die Bremswirkung nur ausreichend. Sie verpassten daher ein besseres Qualitätsurteil.
Mehr als 2000 Euro
Für eines der drei guten Elektrofahrräder, müssen Radler zwischen 2 200 und 2 700 Euro ausgeben. Dafür erhalten sie Räder mit guten Fahreigenschaften und sehr effektiven Bremsen. Raum für Verbesserungen gibt es aber auch hier. Mal war die Akkuladedauer etwas lang, bei allen das Licht nur durchschnittlich oder die Gebrauchsanleitung oder CE-Kennzeichnung unvollständig.
Sicher fahren
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Selbst geübte Fahrradfahrer sollten sich Zeit nehmen, um sich an das Pedelec zu gewöhnen. Sonst kann es auch mal kritisch werden auf der Straße. Bei einigen Pedelecs wird die Motorunterstützung durch einen Sensor aktiviert, der auf die Umdrehung der Pedalkurbel reagiert. Dadurch kann der Schub verzögert einsetzen oder der Motor noch nachlaufen – auch wenn der Radler schon aufgehört hat zu treten. Pedelecs, deren Steuerung dagegen auf Pedaldruck reagieren, können sich an der roten Ampel plötzlich in Bewegung setzen, wenn der Fuß auf dem Pedal ruht. Das ist zum Beispiel der Fall bei Radlern, die es gewohnt sind, noch im Stand das Pedal auf „fünf nach Zwölf“ zu stellen und dann mit vollem Körpergewicht aufs Pedal steigen. Sicherer ist es, mit dem Pedal unten zu starten und erst dann mit Kraft in die Pedale zu treten, wenn es losgehen soll und der Radler im Sattel sitzt. Eine Umstellung vom gewohnten Fahrverhalten ist also durchaus angebracht.
Antwort auf Ihre Fragen
Ihre Fragen beantworteten die test-Experten Elke Gehrke und Jürgen Tewes am Mittwoch, 3. August.
Lesen Sie alle Fragen und Antworten aus dem Chat zum Thema E-Bikes.
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