24.04.2003

Elektrische Zahnbürsten (Akku): Gut geputzt

Elektrische Zahnbürsten (Akku) Test

Eine gute akkubetriebene Zahnbürste muss keine 70 Euro kosten. Schon für 15 Euro ist man ordentlich bedient.

Ganz schön rasant: Akkuzahnbürsten putzen mit bis zu 40 000 Umdrehungen pro Minute. Wer deshalb von diesen Zahnbürsten ein Super-Putzergebnis erwartet, wird enttäuscht sein. Die meisten sind zwar insgesamt „gut“, die Testerfahrungen zeigen aber auch, dass Akkubürsten nicht generell gründlicher reinigen als Batteriezahnbürsten. Sogar Handzahnbürsten können im Putzergebnis mithalten. Auch der Preis ist kein verlässliches Qualitätskriterium: Eine gute Akkuzahnbürste muss keine 70 Euro kosten. Schon für 15 Euro ist man ordentlich bedient.

Zahnbürstentest Teil 3

Nach den Batteriezahnbürsten und den ebenfalls batteriebetriebenen Kinderzahnbürsten haben wir jetzt zehn elektrische Zahnbürsten unter die Lupe genommen, deren Elektromotoren über einen Akku betrieben werden. Die Bürste von Rewe (Oral Care Today Dent 2 in 1) für 16 Euro arbeitet wahlweise auch mit Batterien. Wir haben auch eine „schallaktive“ Zahnbürste mitgeprüft, die Rowenta Dentasonic für 50 Euro. Hier versetzt ein Motor mit hoher Drehzahl die Borsten in Schwingungen. Bei dieser Zahnbürste vibriert nicht nur der Bürstenkopf, sondern der gesamte Aufsatz, auf dem das Borstenfeld befestigt ist.

Die anderen getesteten Akku-Zahnbürsten putzen mit „oszillierenden“ Bewegungen, das heißt, die Bürstenköpfe schwingen hin und her. Bei Braun 3D und Dr. Best Brillant kommt noch eine Vor- und Rückwärtsbewegung dazu.

Wie immer sich die elektrische Putzhilfe bewegt – ob vibrierend oder hin- und herschwingend, egal auch, wie oft pro Minute –, auf das Reinigungsergebnis hat das keine großen Auswirkungen: Fast alle Bürsten entfernten den Zahnbelag „gut“ – damit allerdings nicht besser als die Handzahnbürste, die wir zum Vergleich mitgeprüft haben. Dabei wurde mit jeder Bürste zwei Minuten lang geputzt.

Unsere Testpersonen – alles zahnmedizinische Laien – hatten zwar oft das Gefühl, ihre Zähne seien mit der elektrischen Zahnbürste sauberer geworden als mit der Handzahnbürste. Doch die Plaquemessungen in der Zahnklinik widerlegten diese subjektiven Eindrücke eindeutig. Als besonders kritisch erwiesen sich die Zahnzwischenräume und der Zahnfleischsaum, und die machen immerhin rund 40 Prozent der Zahnoberfläche aus. Auch Benutzer von elektrischen Zahnbürsten kommen also ohne Hilfsmittel wie Zahnseide oder Interdentalbürstchen nicht aus, wenn ihnen die Gesundheit ihrer Zähne wichtig ist.

Schlusslicht

Weniger gründlich putzte allein die Severin Denti-Care. Nicht nur in der Plaque­entfernung, sondern auch in der Handhabung blieb sie mit „befriedigend“ hinter den Konkurrenten zurück. Das „mangelhafte“ test-Qualitätsurteil hat sie jedoch dem schlechten Ergebnis in der Dauerprüfung zu verdanken: Oft verweigerte diese Zahnbürste ihren Dienst, setzte zwischendurch aus oder sprang gar nicht erst an. Das weist auf deutliche Schwächen in der Gesamtkonstruktion hin. Auch Dr. Best Brillant hinterließ in der Dauerprüfung keinen brillanten Eindruck: Schon nach gut der Hälfte der Prüfzeit machte diese ansonsten gut reinigende Bürste schlapp.

Mehr Ausstattung

Teurere Akku-Zahnbürsten haben meist etwas stärkere Motoren und sind reichhaltiger ausgestattet als billigere. So bieten einige zwei Geschwindigkeitsstufen, die man je nach Empfindlichkeit schalten kann. Auch eine Putzzeitanzeige ist hilfreich: Nach rund zwei Minuten signalisiert sie, dass die Mindestputzzeit vorbei ist. So gewöhnt man sich leichter an die zur Zahnreinigung notwendige Zeit. Allerdings: Viele Zahnmediziner bezweifeln, dass zwei Minuten genügen, um ein rundum gutes Putzergebnis zu erreichen.

Einige Bürsten schalten ihre Kraft zurück beziehungsweise geben nach, wenn sie zu fest an Zähne und Zahnfleisch gepresst werden. Diese Anpressdruckkontrolle kann helfen, Verletzungen zu verhindern, und ist für heftige Putzer eine sinnvolle Orientierungshilfe.

Zahnbürste sorgfältig reinigen

Die Reinigung ist etwas aufwendiger als bei der Handzahnbürste, doch wichtig für ein langes Leben der Bürste. Denn wenn sich nicht entfernte Zahnpastareste langsam in Richtung Akku durchgefressen haben, streikt die Zahnbürste. Also nach jedem Putzen den eingeschalteten Bürstenkopf unter fließendem Wasser gründlich abspülen, dann die Bürste vom Handteil abziehen, beides getrennt abspülen und abtrocknen.

Fazit: Auch wenn elektrische Zahnbürsten nicht unbedingt gründlicher reinigen als Handzahnbürsten, bequemer ist es mit ihnen auf jeden Fall: Die Bürste wird langsam an den Zahnreihen entlanggeführt, komplizierte „Rütteltechniken“, die der Zahnarzt empfiehlt, werden überflüssig. Und im Endeffekt ist es nicht allein die Bürste, sondern auch die persönliche Sorgfalt, die über Erfolg oder Misserfolg beim Putzen entscheidet.

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