05.12.2012

Einkommensteuer: Steuertipps zum Jahres­ende

Einkommensteuer Meldung

Jetzt läuft der Endspurt: Für 2012 lässt sich die Abrechnung mit dem Finanz­amt noch beein­flussen. Voraus­gesetzt, Steuerzahler handeln bis Silvester.

Check zu Ende des Jahres sinn­voll

Die Einkommensteuer ist ein Jahres­geschäft, sie kommt und geht mit dem Kalender­jahr. Ein Check im November oder Dezember kann also besonders ertragreich sein. Etwas Geschick kann die Belastung für die Jahre 2012 und 2013 senken. Hat etwa ein Arbeitnehmer in diesem Jahr gut verdient und erwartet 2013 geringere Einnahmen, können sich 2012 zusätzliche Werbungs­kosten für ihn auszahlen. Es entlastet ihn zum Beispiel, wenn er sich bis Silvester Fachbücher und andere Arbeits­mittel zulegt oder die im Januar fällige Rechnung für die gebuchte Weiterbildung noch in diesem Jahr bezahlt. Ist absehbar, dass 2013 besser wird als das Vorjahr, läuft es umge­kehrt: Anschaffungen für den Job auf 2013 verschieben. Selbst­ständige können per Rechnungs­stellung und -bezahlung ihre Einnahmen und Ausgaben oft noch besser verlagern.

Sonder­ausgaben und Außergewöhnliche Belastungen

Auch bei Spenden und anderen Sonder­ausgaben lohnt es, auf den optimalen Zahlungs­zeit­punkt zu achten. Das gilt ebenso für Krank­heits­kosten und andere außergewöhnliche Belastungen. Noch wichtiger kann aber die „zumut­bare Belastung“ sein. Das sind Ausgaben, für die ein Steuerzahler selbst aufkommen muss, bevor der Fiskus hilft. Die Summe beläuft sich auf 1 bis 7 Prozent der Einkünfte. Gelingt es beispiels­weise, teure Zahn- oder andere Behand­lungen, Kuren und größere Medikamenten­bestel­lungen 2012 oder 2013 zu bündeln, lässt sich die Hürde besser nehmen.

Kosten für Hand­werker und Haus­halts­hilfen

Das gilt auch für Hand­werk­erausgaben und Haus­halts­hilfen. Das Finanz­amt akzeptiert pro Jahr maximal 20 000 Euro Personal­kosten, die ein Haushalt für Hilfe beim Putzen, Kochen und andere haus­halts­nahe Tätig­keiten ausgibt sowie maximal 6 000 Euro für Hand­werk­erdienste. Je 20 Prozent davon erstattet das Finanz­amt: bis zu 4 000 und bis zu 1 200 Euro. Entstehen beispiels­weise in diesem Jahr Hand­werk­erkosten von 10 000 Euro, drücken nur 6 000 Euro die Einkommensteuer, der Rest wirkt sich wegen der Begrenzung nicht aus. Verteilt ein Arbeitnehmer die Arbeiten jedoch geschickt auf zwei Jahre, kann er die vollen Kosten steuersenkend ansetzen. In diesem Jahr gäbe es 1 200 Euro Steuererstattung (20 Prozent von 6 000 Euro), im kommenden Jahr wären weitere 800 Euro drin (20 Prozent von 4 000 Euro). Für 2012 zählen übrigens auch Anzah­lungen auf Leistungen, die erst 2013 erbracht werden.

Steuerklassen

Stellt der Arbeit­geber am 1. Januar 2013 auf die elektronische Lohn­steuerkarte (Elstam) um, sollten sich Arbeitnehmer noch 2012 beim Finanz­amt einen Ausdruck ihrer Daten holen und kontrollieren, ob alles stimmt, die Steuerklasse etwa. Stellt der Arbeit­geber später um, gilt die Lohn­steuerkarte von 2010 bis dahin weiter. Achtung: Arbeitnehmer müssen für Elstam alle Frei­beträge (außer für Behinderte und Hinterbliebene) beim Finanz­amt neu beantragen. Verheiratete sollten ihre Lohn­steuerklasse prüfen, besonders wenn Eltern­geld oder eine andere Lohn­ersatz­leistung ansteht. Für Arbeits­losengeld I gilt die Klasse vom 1. Januar 2013. Mehr Lohn­ersatz gibt es, wenn der betroffene Ehepartner Klasse V meidet.

Tipp: Wer freiwil­lig seine Steuererklärung oder den Antrag auf vermögens­wirk­same Leistungen für 2008 abgeben möchte, hat nur noch bis 31. Dezember 2012 Zeit.

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