24.02.2011

EU-Label Haushaltsgeräte: A-Klasse wird erweitert

EU-Label Haushaltsgeräte Meldung

Waschmaschine, Kühlschrank und Geschirrspüler bekommen ein neues Energie­etikett. Es soll beim Strom­ver­brauch besser diffe­ren­zieren. Deshalb wird die A-Klasse erweitert.

Seit mehr als zehn Jahren müssen große Haushaltsgeräte europaweit einen einheitlichen Stromausweis mitführen. Er heißt EU-Label, Energielabel oder Energieetikett. Darauf muss der Gerätehersteller den Stromverbrauch angeben – bisher mit Effizienzklassen von A wie ausgesprochen günstig bis G wie grottenschlecht. Zusätzlich signalisieren Farben den Energieverbrauch: Tiefgrün steht für einen sehr niedrigen, Grellrot für einen sehr hohen.

In der A-Klasse ist es eng geworden

Grundlage sind Verordnungen der Europäischen Kommission, die für alle EU-Mitglieder gelten. Kunden sollen beim Kauf auf einen Blick erkennen können, ob sie einen Sparfuchs oder einen Verschwender vor sich haben. Nun gibt es ein neues Label, weil das alte nicht mehr genügend differenziert. Topgeräte sitzen häufig im selben „A-Boot“ wie veraltete Produkte, obwohl sie viel sparsamer sind. Für Unternehmen und Umwelt ist das Energielabel eine Erfolgsgeschichte, denn der Anteil verkaufter Spargeräte wächst stetig. Stromfresser werden zu Ladenhütern. Spitzentechnik kommt mit immer weniger Energie aus. Was früher erste Liga war, ist heute oft nur noch drittklassig, trotz gleicher Kennzeichnung. So tauchen in der Werbung häufig Ergänzungen wie „20 Prozent sparsamer als Klasse A“ auf. Das verwirrt, untergräbt die Transparenz. Deshalb wird jetzt innerhalb der A-Klasse weiter differenziert: Es gibt A+, A++ und A+++. Die sparsamsten Geräte erkennt der Verbraucher nun an drei Plus.

Alte Etiketten verschwinden langsam

Offiziell gilt das neue Label schon seit Dezember 2010. Da trat die EU-Verordnung für Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler und Waschmaschinen in Kraft. Es wird aber noch eine Weile dauern, bis das neue Etikett in den Geschäften auftaucht. Es gibt eine Übergangsfrist von zwölf Monaten. Erst ab Januar 2012 müssen die Anbieter das neue Etikett benutzen.

Produkte mit altem Label, die davor in den Handel kommen, dürfen weiter verkauft werden, ohne zeitliche Beschränkung. Kunden werden also noch länger mit alter und neuer Kennzeichnung konfrontiert. Je schneller Altgeräte ausverkauft sind, desto schneller geht die Umstellung.

Einfaches A entfällt bei Kühlgeräten

Um die Topsparer hervorzuheben, heißt nun die höchste Effizienzklasse auch bei Kühl- und Gefriergeräten A+++. Bei ihnen wird die A-Klasse schon seit 2003 getoppt von A+ und A++. Diese Zwischenregelung wurde nötig, weil die Unterschiede innerhalb der A-Klasse zu groß wurden. Mittlerweile fällt aber ein Großteil der Modelle bereits in die Kategorien A+ und A++.

Mit Einführung des dritten Pluszeichens rangieren einfache A-Modelle nur noch unter „ferner liefen“. Ab 1. Juli 2012 dürfen sie gar nicht mehr in den Handel gelangen. Neu auch: Für Weinkühlschränke gibt es jetzt ebenfalls ein Energiesparetikett.

Neues bei Geschirrspülern

Bei Geschirrspülern müssen die Hersteller statt des Energieverbrauchs pro Spülgang nun den jährlichen Stromverbrauch beziffern. Er steht für 280 Spülgänge im stromsparenden Standardprogramm (Labelprogramm). Hinzu kommt der Standbyverbrauch. Nach der Übergangsfrist dürfen sie nur noch Spüler verkaufen, die im Reinigen mindestens ein A schaffen. Die Angabe der Reinigungsleistung entfällt. Es bleiben der jährliche Wasserverbrauch, die Einstufung für das Trocknen, das Fassungsvermögen (Anzahl Normgedecke) und das Geräusch.

Bei Waschmaschinen auch 40 Grad

Statt des Stromverbrauchs pro Waschgang steht nun auch bei Waschmaschinen der Jahresverbrauch auf dem Energieetikett. Ihm liegen 220 Waschgänge im Baumwollprogramm bei 60 und nun auch 40 Grad Celsius zugrunde. Verschwinden wird die Waschwirkungsklasse, weil nur noch Maschinen mit mindestens A erlaubt sind. Jetzt obligatorisch: die Angabe des Geräuschs fürs Waschen und Schleudern.

Tipp: Wegen der Umstellung und des Verbots von A-Kühlgeräten ab Mitte 2012 werden viele Ladenhüter zu Schnäppchenpreisen locken. Rechnen Sie dann sehr genau. Ein Kosten-Nutzen-Vergleich mit Strom- und Wasserpreisen für zehn Jahre hilft dabei. Mehr über sparsame Geräte erfahren Sie in unserer Klimaschutzinitiative und in den Infodokumenten zum Thema Umwelt und Energie.

Bei Fernsehern ja, bei Backöfen nicht

Wäschetrockner, Waschtrockner und Backöfen bleiben vorerst bei der alten Kennzeichnung. Erstmals eingeführt wird das Energielabel bei Fernsehern. Sie starten mit den Effizienzklassen A bis G (siehe Meldung „Energielabel für Fernsehgeräte“ aus test 03/2011). Vorbereitungen für ein Label laufen für Wasserkocher und Staubsauger.

Mit Milchtüte und Wasserhahn

Das neue Energieetikett ist sprachneutral und einheitlich für alle EU-Länder gestaltet. Piktogramme symbolisieren die einzelnen Kategorien. So steht die Milchtüte auf dem Kühlschranketikett für den Nutzinhalt, der Wasserhahn bei Waschmaschinen und Geschirrspülern für den Wasserverbrauch und der Lautsprecher bei allen für das Geräusch. Bei den Farbbalken bleibt es bei sieben an der Zahl. Der dunkelrote steht für die D-Klasse ganz unten, der dunkelgrüne für die Klasse A+++ ganz oben.

Wie die Werte zustande kommen

Die Verordnungen aus Brüssel schreiben Normprüfungen und Rechenformeln vor. Damit müssen die Gerätehersteller arbeiten. Auch wir benutzen diese Vorgaben häufig bei den Tests. Wie viel das einzelne Haushaltsgerät im Alltag tatsächlich verbraucht oder wie laut es ist, hängt aber stark von der individuellen Nutzung ab.

Ohne Label keine Werbung

Das Label muss gut sichtbar außen am Gerät kleben. Es reicht nicht mehr, es einfach in die Gebrauchsanleitung zu legen. Ohne Labelklasse dürfen Händler die Geräte auch nicht mehr bewerben. Ob Prospekte, Anzeigen, Onlineshops: Wenn Preis oder technische Infos beim Produkt erscheinen, muss auch die Effizienzklasse dabeistehen.

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