13.05.2012

EM 2012: Reisekasse: Sicher zahlen während der EM

EM 2012: Reisekasse Special

Fahren Fußball-Fans zur EM nach Polen oder in die Ukraine, sollten sie nicht alles auf eine Plastikkarte setzen. Denn nicht alle Karten funktionieren überall. Mit einem Mix aus Bargeld in der Landes­währung, Kreditkarte und Girocard im Gepäck sind Reisende gut ausgerüstet und immer flüssig.

Vor der Reise nachfragen

Für Pauschaltouristen in Europa reicht meist die Girocard. Urlauber, die ihre Reise selbst planen und in Länder außerhalb Europas fahren, müssen sich über ihre Reisekasse mehr Gedanken machen. Am besten erkundigen sie sich vor der Abreise bei ihrer Bank, ob ihre Karte für das jeweilige Land frei geschaltet ist.

Girocard mit Maestro- oder V-Pay-Zeichen

Jeder Bankkunde, der ein Girokonto besitzt, bekommt automatisch eine Girocard. „Mit einer Girocard kommt man praktisch überall auf der Welt an Bargeld und kann auch direkt im Handel damit bezahlen“, sagt Michaela Roth vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (dsgv). Bei vielen Kunden ist die Girocard immer noch unter dem Namen ec-Karte bekannt. Karten mit dem Girocard-Zeichen können an Bankautomaten und elektronischen Kassen in Deutschland eingesetzt werden.

Im Ausland immer mit Pin

Anders als in Deutschland müssen Kunden im Ausland nicht nur beim Geldabheben, sondern auch beim Bezahlen immer ihre Geheimzahl, die Pin, eingeben. Teilweise wird auch der Ausweis beim Bezahlen verlangt. In der Ukraine und in Polen erkennen Kunden einen Automaten, der ihre Girocard akzeptiert, am Maestro-Zeichen oder dem V-Pay-Zeichen. Auf das V-Pay-System haben seit 2010 Postbank, Targobank, BW-Bank, LBB, einige Sparkassen sowie einige Volks- und Raiffeisenbanken umgestellt. Wie bei Maestro handelt es sich um ein internationales Debitsystem, bei dem der Umsatz sofort vom Konto abgebucht wird.

Karten mit V-Pay sind sicherer

Bei der Girocard mit V-Pay-Zeichen wird das Bezahlen und das Geldabheben immer über den Chip gesteuert, deshalb braucht man immer die Pin. Die Karte ist sicherer, da die Betrüger den Chip nicht kopieren können. Sie funktioniert nur, wenn das Lesegerät im Ausland auf den Chip zugreifen kann. Das ist bisher in allen EU-Ländern, also auch in Polen, möglich, sowie in der Schweiz, der Türkei, in Andorra, Bosnien-Herzegowina, Gibraltar, Island, Israel, Kroatien, Liechtenstein, Monaco, Montenegro, Norwegen, San Marino, Serbien und Vatikanstadt. In der Ukraine könnte es aber zu Schwierigkeiten kommen. Urlauber sollten sich deshalb vorab vergewissern, bei welchen ausländischen Banken sie ihre Karte in den acht EM-Austragungsorten problemlos benutzen können.

Kreditkarte von Mastercard oder Visa

Die Kreditkarte ist auf Reisen eine ideale Ergänzung, weil sie weltweit bargeldloses Bezahlen möglich macht. Die meisten Kartenherausgeber bieten bei Verlust der Karte einen 24-Stunden-Service anbieten. Im Gegensatz zur Girocard wird bei der Kreditkarte das ausgegebene Geld in der Regel nicht sofort, sondern nur einmal im Monat abgebucht. In Deutschland sind die meisten Kreditkarten von Mastercard oder Visa. Da Kreditkarten im Gegensatz zur Girocard nicht an die Hausbank gebunden sind, können Kunden unter den Kartenherausgebern frei wählen. Häufig werben die Anbieter mit Gold- und Premium-Karten für Zusatzleistungen, wie etwa einer Reiseversicherung. Die Karten kosten dann zwischen 50 bis 80 Euro im Jahr. test.de hat den Reiseschutz bei 42 Kreditkarten-Angeboten untersucht und informiert darüber, welche Zusatzleistungen sich rechnen. Die besten Karten für Vielreisende, Autofahrer und Onlinekäufer werden im Kreditkarten-Test genannt.

Geld holen mit der Postbank Sparcard

Wer eine Postbank Sparcard hat, kann auf Reisen an ausländischen Automaten mit Visa-plus-Zeichen zehn Mal in Jahr kostenlos Geld abheben. Die Höhe der Abbuchungssumme ist begrenzt. Das voreingestellte Kartenlimit liegt bei 1500 Euro pro Woche und kann auf Wunsch verändert werden. Mit der Karte ist es aber nicht möglich, im Handel zu bezahlen.

Die Kosten im Auge behalten

In Polen bezahlen Urlauber mit der Währung Złoty , in der Ukraine mit Hrywnja. Reisende sollten vor Ort die Währung tauschen oder sich das Bargeld am Automaten am Flughafen holen, da es in Deutschland meist etwas teuerer ist, Geld in eine andere Währung zu tauschen. Damit Reisende nicht Betrügern auf den Leim gehen, wenden sie sich am besten an offizielle Wechselstuben. Geldabheben in Ländern ohne Euro kann besonders teuer werden. In Polen und der Ukraine kostet das Bezahlen mit der Girocard meist 1 Prozent vom Umsatz. Für das Geldabheben mit dieser Karte berechnen die Banken in den beiden EM-Ländern 1 Prozent, mindestens aber 3,50 bis 10 Euro. Beim Shoppen mit Kreditkarte zahlen Urlauber in beiden Ländern 1 bis 2 Prozent vom Umsatz. Beim Geldabheben am Automaten werden 2 bis 4 Prozent fällig, mindestens also zwischen 5 bis 7,50 Euro. Zusätzlich kommt noch ein Auslandseinsatzentgelt von 1 bis 2 Prozent hinzu. Die Kosten müssen im Preisverzeichnis der jeweiligen Bank ausgewiesen werden.

Kostenlos Bargeld abheben

Einige Banken haben im Ausland eigene Filialen oder Kooperationspartner bei denen Karteninhaber keine Abhebungsgebühr zahlen müssen, wenn sie sich Bargeld am Automaten holen. Dann wird nur das Auslandseinsatzentgelt erhoben. Ob Kunden auf ihrer Reise nach Polen oder in die Ukraine davon betroffen sind, ist abhängig von ihrer Karte und der Bank, bei der sie Kunde sind.

  • Girocard-Besitzer. Sie profitieren davon, wenn sie beispielsweise Kunden bei Allianz Bank, Berliner Sparkasse (nur mit Reisepaket für 30 Euro pro Jahr), Hypovereinsbank (bei den Automaten der Unicredit Group), Postbank (gilt nicht für Ukraine) oder Targobank (bei den Automaten der citibank) sind.
  • Visa-Kreditkarten-Besitzer. Sie sind eingeschlossen, wenn sie beispielsweise Kunden bei comdirect bank, Cortal Consors, DKB sind. Sparda Hamburg verlangt für den Service monatlich 2,99 Euro. Wüstenrot Bank bietet ihren Kunden 24 kostenfreie Abhebungen pro Jahr.
  • Master-Kreditkarten-Besitzer. Sie können den Service in Polen und der Ukraine nutzen, wenn sie beispielsweise bei DAB Bank oder SKG Bank Kunden sind. Für netbank-Kunden gilt diese Regelung fünfmal im Monat. Sparda Hamburg verlangt für den Service monatlich 2,99 Euro. Für den Wechsel der Fremdwährung können aber auch hier Kosten entstehen.

Geldautomaten vor Ort finden

Während die Akzeptanz der Kreditkarte und Girocard in größeren polnischen und ukrainischen Städten hoch ist, können im ländlichen Raum Probleme auftreten. Reisende müssen davon ausgehen, dass die Infrastruktur in Polen besser entwickelt ist als in der Ukraine. Meistens funktionieren in der Ukraine nur Girocards mit Maestro oder Cirrus-Zeichen. „Außerhalb der Austragungsorte können sogar Reiseschecks notwendig sein“, sagt Steffen Steudel vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Karteninhaber, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollten deshalb vor ihrer Reise nach Banken in Hotelnähe recherchieren. Hier finden sie geeignete Geldautomaten, die in Polen oder der Ukraine ihre jeweilige Karte akzeptieren:

Sicher ist sicher

Grundsätzlich gelten in Polen und der Ukraine die selben Sicherheitshinweise wie im Inland. Karteninhaber sollten ihren Pin-Code verdeckt eingeben und ihn an einem anderen Ort als die Karte aufbewahren. Am besten prägen sie sich die Zahlenkombination ein. Achtung: Reisende sollten ihre Eingabe am Automaten nur bestätigen, wenn sie den Bildschirmtext auch verstehen. Sonst müssen sie vielleicht Geld zahlen, ohne es zu wollen. Gerade in Polen werden Karteninhaber am Eingabefeld des Automaten häufig zu einer Spende aufgefordert. Damit Karteninhaber im Urlaub keine teure Überraschung erleben, sollten sie grundsätzlich folgende Hinweise beherzigen:

  • Erkundigen Sie sich vorher, ob ihre Karte von der Hausbank für ihr Reiseziel frei geschaltet ist.
  • In immer mehr Ländern wird auch beim Zahlen mit der Kreditkarte die Geheimnummer abgefragt. Bewahren Sie die Pin aber nie mit der Karte gemeinsam auf.
  •  Nehmen Sie den Sperrnummer für ihre Karte mit und notieren Sie sich die Kartennummer auf einem Zettel, den Sie getrennt von der Karte aufbewahren.
  • Rufen Sie bei Kartenverlust den Sperrnotruf 116 116 an. Er ist weltweit rund um die Uhr erreichbar. Die Vorwahl in Polen lautet 0049- und in der Ukraine 81049-. Während die Telefonnummer im Inland kostenlos ist, zahlen Sie in den EM-Austragungsorten den jeweiligen Auslandstarif für das deutsche Festnetz. Visa-Kunden können eine gebührenfreie Hotline wählen. Sie lautet in Polen 0 08001 111 569 und für die Ukraine 8 100 11, zweiten Wahlton abwarten und dann 888 557 4445 eingeben.
  • Sobald Sie wieder in Deutschland sind, sollten Sie regelmäßig ihren Kontostand kontrollieren. Je schneller Sie Fehlbuchungen bei ihrer Bank melden, umso wahrscheinlicher ist es, dass Sie ihr Geld zurück erhalten.

Der deutsche Bankenverband gibt Sicherheitstipps fürs Zahlen mit der Kreditkarte im Internet. Im test Special finden Karteninhaber Informationen über die Tricks der Betrüger.

...alle Meldungen zur EM finden Sie auf unserer Themenseite Fußball unter test.de/thema/fussball.

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