15.10.2010

E-Book-Reader: Bücherschrank fürs Handgepäck

E-Book-Reader Test

Die einen sehen darin die Zukunft des Buches, die anderen den Untergang der Lesekultur: An E-Books und den zugehörigen Lesegeräten scheiden sich die Geister. Doch wie weit ist die Technik überhaupt? test hat 14 E-Book-Reader geprüft. Außerdem im Test: Apples iPad als Lesegerät für elektronische Bücher.

E-Book-Reader 10/2010 - E-Book-Reader

  • Bebook Mini
  • Bookeen Cybook Opus
  • Ectaco jetBook-Lite
  • Foxit eSlick
  • Hanvon Wisereader N516
  • Hexaglot E-Book Reader N518
  • Interead Cool-er
  • Irex Digital Reader 800S
  • Iriver Story
  • Pocketbook 360°
  • Sony Reader Pocket Edition (PRS-300)
  • Sony Reader Touch Edition (PRS-600)
  • Weltbild eBook-Reader N516

E-Book-Reader 10/2010 - Besonderheiten

  • Amazon Kindle DX
  • Apple iPad 16GB 3G

Hunderte Bücher für unterwegs

Ein Vorteil von E-Book-Readern liegt auf der Hand: Mit einem solchen Lesegerät kann der Nutzer den Inhalt ganzer Bücherregale mit sich herumtragen. Ein elektronisches Buch braucht meist nur einige hundert Kilobyte Speicher – entsprechend viele Bücher passen auf die zum Teil mehrere Gigabyte großen Speicher der Lesegeräte.

E-Ink ermöglicht lange Akkulaufzeiten

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Die meisten E-Book-Reader haben unbeleuchtete Schwarz­weißbildschirme. Die Technik dahinter heißt E-Ink („elektronische Tinte“). Sie bietet einige Vorteile gegenüber hintergrundbe­leuch­teten LCD-Bildschirmen, wie sie etwa in Notebooks verbaut sind. So verbraucht E-Ink viel weniger Strom. Das ermöglicht extrem lange Akkulaufzeiten. Bei vielen Readern war der Akku im Test auch nach 14 Tagen Dauerbetrieb noch nicht leer. Beim iPad mit seinem beleuchteten LCD-Bildschirm ist dagegen nach neun bis zehn Stunden Schluss.

Lesen auch bei heller Umgebung

Auch bei der Textdarstellung hat E-Ink Vorteile: Das Bild ist sehr scharf und bietet einen größeren Blickwinkel als LCD-Anzeigen. Zudem ist der Text auch bei hellem Umgebungslicht noch lesbar. Nur das Display des Sony Reader Touch Edition spiegelt so stark, dass bei Sonnenlicht Text kaum noch zu erkennen ist. Noch extremer ist das beim iPad. Das hat zwei Gründe: Erstens ist der Bildschirm spiegelblank, zweitens überstrahlt die Sonne die Hintergrundbeleuchtung. Bei Schummerlicht dagegen hat das iPad ein tolles Bild. Die unbeleuchteten E-Book-Reader brauchen hier eine Leselampe – wie richtige Bücher auch.

Lahme Bedienung per Tastendruck

Ein Nachteil von E-Ink-Displays: Sie sind langsam – zum Beispiel beim Umblättern. E-Book-Reader, die mit dieser Technik arbeiten, brauchen zum Blättern von einer Seite zur nächsten durchschnittlich knapp zwei Sekunden. Und auch sonst reagieren die meisten Geräte auf Eingaben oft eher langsam. Da lässt es sich mit dem iPad flüssiger arbeiten. Ein weiterer Vorteil des Apple-Flachmanns: Die Touchscreen-Bedienung per Fingerzeig. Das bietet unter den reinen Lesegeräten im Test nur der Sony Reader Touch Edition. Die Reader von Irex und Hexaglott haben zwar auch berührempfindliche Bildschirme, doch die brauchen zum Bedienen einen Eingabestift. Die übrigen Geräte werden per Tastendruck bedient.

Kopierschutz schmälert Lesevergnügen

Noch ist das Angebot an E-Books überschaubar Tipps. Hinzu kommt der Ärger mit dem Kopierschutz: Hier konkurrieren unterschiedliche Systeme. Kein Reader im Test unterstützt sie alle. Die Lesegeräte von Foxit und von Ectaco können überhaupt keine kopiergeschützten Bücher darstellen. Wer sich nicht mit Kompatibilitäts­problemen herumärgern will, muss hoffen, dass die Verlage in Zukunft auf lästigen Kopierschutz verzichten, wie es die Musikindustrie bereits seit einer Weile tut.

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