26.07.2007

Dunstabzugshauben: Stark und schick für Ihre Küche

Dunstabzugshauben Test

Sie sollen nicht nur Dunst und Gerüche beseitigen, sondern auch die Küche zieren. Im Test: Kaminhauben von 300 bis rund 1 800 Euro. Die teuren sind besser.

Vom verschämt versteckten „Stiefkind“ zur repräsentativen Augenweide: Die Dunstabzugshaube hat sich gemausert. Waren früher schlichte Unter- und Einbaumodelle gefragt, bevorzugen die Käufer heute freihängende Designhauben, sogenannte Essen. Aus Edelstahl, Glas oder Aluminium gefertigt, sind sie prädestiniert für die schicke Einbauküche. Solche Eleganz kostet. Die 16 Kaminhauben dieser Untersuchung sind für unter 500 Euro nicht zu haben – mit einer Ausnahme. Nur das Bauknecht-Modell DKN 1760 gibt es schon für 305 Euro. Die teuersten von Bosch und Siemens kosten rund 1 800 Euro. Doch wer viel Geld in seine Küche steckt, sollte beim Dunstabzug nicht knausern. Preisgünstige Geräte sind häufig so laut wie ein Staubsauger. Eine muntere Unterhaltung mit Koch oder Köchin ist bei einer solchen Geräuschkulisse kaum möglich. Manche entfernen auch Gerüche schlecht, jedenfalls dann, wenn sie im Umluftbetrieb laufen. Anders ausgedrückt: Teure Dunsthauben funktionieren in der Regel besser und leiser. Die Spitzenmodelle von Miele, Neff und Siemens mit ihren Baugleichheiten (siehe Tabellen) belegen das. Sie „entsor­gen“ als einzige Fett und Gerüche im Abluftbetrieb „sehr gut“ und ziemlich leise.

Kaminhauben heißen die Dunstabzüge übrigens deshalb, weil sie die Form eines Kamins haben. Das Abzugsrohr bis zur Wand ist mit einer passenden Verblendung verkleidet. Im Test waren sechs Geräte mit 60 Zentimetern Breite für den klassischen Herd und zehn mit 90 Zentimetern, ein Muss für überbreite Kochfelder. Alle werden an die Wand montiert, eignen sich also nicht für ein freistehendes Kochzentrum. Dafür braucht man eine Inselhaube für die Deckenmontage.

Abluft braucht Zuluft

Klären sollte man vor dem Kauf unbedingt, in welcher Betriebsart die Haube die Kochdünste absaugen soll. Alle untersuchten Modelle funktionieren wahlweise als Abluft- und als Umluftgerät. In der Laborküche wurden sie auch in beiden Betriebsarten geprüft. Deshalb gibt es für jede Haube zwei test-Qualitätsurteile. Wer die Dunstschwaden problemlos ins Freie leiten kann, sollte die Abluftversion wählen. Das ist meist effektiver, allerdings strömt im Winter dadurch teuer aufge­heizte Luft nach draußen. Im Abluftbetrieb saugt das Gebläse die fett- und geruchsge­schwängerte Küchenluft an und führt sie über den Fettfilter, an dem die Fettpartikel hängen bleiben. Die Geruchsstoffe entweichen mit der entfetteten Luft ins Freie. Ob das gefahrlos möglich ist, muss der Schornsteinfeger prüfen. Den sollte man auch zurate ziehen, wenn in der Wohnung mit Gas, Kohle, Öl oder Holz geheizt wird. Für Gasetagenheizung, Gasdurchlauferhitzer, Öl- und Kohleofen oder Kamin erlaubt die Feuerstättenverordnung nur dann Abluftbetrieb, wenn genügend frische Luft zugeführt wird – jedenfalls wenn sie zu den offenen, raumluftabhängigen Feuerstellen zählen. Der Dunstabzug kann nämlich einen derart starken Unterdruck erzeugen, dass gefährliche Abgase, die normalerweise durch den Kamin abziehen, in die Küche gelangen. Nur der Fachmann vor Ort kann beurteilen, ob und wie ein gefahrloser Abluftbetrieb möglich und was dazu technisch erforderlich ist, zum Beispiel eine Zwangsbelüftung.

Auch ein Gasherd hat eine offene Flamme. Trotzdem lässt sich eine Ablufthaube meist problemlos installieren, wenn die Küche groß genug ist und durch Tür oder Fenster genügend Frischluft einströmen kann. Zu beachten ist – auch beim Elektroherd – der richtige Abstand zwischen Kochmulde und Haube. Angaben dazu stehen in der Gebrauchsanleitung.

Umluft müffelt mehr

Dunstabzugshauben Test

Unkompliziert und überall möglich ist der Umluftbetrieb. Dabei wird der Küchendunst erst über den Fettfilter und danach über einen Geruchsfilter aus Aktivkohle geführt. Durch die Ausblasöffnung gelangt die gereinigte Luft dann zurück in die Küche. Die Fettfilter der untersuchten Hauben sind aus Metall und können im Geschirrspüler – am besten separat – gereinigt werden, der Aktivkohlefilter normalerweise nicht. Ihn muss man alle vier bis zwölf Monate nachkaufen, Kostenpunkt zwischen 23 und 70 Euro.

Preisgünstig wird es mit den 90 Zentimeter breiten Hauben von AEG und Bauknecht. Ihre Geruchsfilter halten drei Jahre, wenn man die Aktivkohle zwischendurch immer wieder reinigt und im Backofen regeneriert. Doch auch für sie gilt: Keine Kohle kann die Kochdüfte so gut binden, wie sie durch den Abluftkanal abziehen. Im Umluftbetrieb schluckten die Spitzengeräte um die 70 Prozent der im Prüfraum verdampften „Stinkbomben“, ein Gemisch aus Wasser und Aromastoff (Methyl-Ethylketon). Das nannten wir bestenfalls „befriedigend“. In der Abluftversion schafften fast alle Hauben 95 bis 98 Prozent: „sehr gut“.

Weniger gravierend sind die Unterschiede in der Fettbeseitigung, im Test Maiskeimöl. Die meisten Fettfilter nehmen davon um die 90 Prozent auf, egal ob mit Abluft oder mit Umluft. Negativ aus der Reihe tanzt das Quelle-Gerät. In seinem Metallgeflecht sammeln sich nur magere 60 (Abluft) bis 63 (Umluft) Prozent. Der Rest landet im Gehäuse. Eine zierende Metallplatte lenkt den Luftstrom ungeschickterweise so ab, dass ein Teil davon den Filter gar nicht erst erreicht.

Sitzt die Haube erst einmal richtig ins­talliert an der Wand – was für Laien nicht immer einfach zu bewerkstelligen ist –, bereitet der tägliche Umgang mit ihr keine Probleme. Auch der Energiebedarf hält sich in Grenzen. Wer seinen Abzug ein Jahr lang täglich eine Stunde auf höchster Lüfterstufe laufen lässt, belastet seine Stromrechnung mit etwa 10 bis 20 Euro. Kein Grund, auf die Dienste eines dekorativen Dunstabzugs zu verzichten.

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