Gut und günstig sind längst nicht alle im Test. Erstmals mit dabei: Multifunktionsdrucker mit Farblaserdruck.
So ein Kombidrucker ist eine tolle Sache. Nicht nur dass man damit Bilder und Texte drucken und umgekehrt in den Rechner einlesen kann, ohne dass ein zusätzlicher Scanner Platz auf dem Schreibtisch wegnimmt. Darüber hinaus dient das Kombigerät auch noch als Fotokopierer. Fast alle im aktuellen Test schaffen zumindest Textkopien in guter oder besserer Qualität, etliche liefern auch gute Farbkopien. Typischerweise arbeiten solche Multifunktionsgeräte für den Heimbereich mit Tintenstrahltechnik. Inzwischen werden aber auch Geräte mit Farblaserdruck erschwinglicher. Neben elf Tintenstrahlern haben wir darum erstmals auch vier Farb-Kombidrucker mit Lasertechnik geprüft.
Die Systemfrage: Laser oder Tinte
Ein guter Tintenstrahler druckt nicht nur Text und Grafiken, sondern auf geeignetem Fotopapier auch Fotos richtig schön. Im Test schaffen sieben Geräte „gute“ Fotodrucke, der Epson Stylus Photo PX700W und der Brother DCP-585CW sogar „sehr gute“. Mit den Laserdruckern ist das in der Qualität nicht zu machen. Dafür arbeiten sie schneller als die meisten Tintenstrahler und liefern Textseiten in hervorragender Qualität. So sind sie besonders fürs Büro geeignet. Die von Brother und HP schaffen auch Drucke und Kopien von farbigen Layout-Seiten in „guter“ Qualität. Besonders der Brother ist mit über 30 Kilogramm aber auch eine recht sperrige Büromaschine.
Traditionell sind Laserdrucke auch licht- und wasserbeständiger. Doch hier holen einige Tintenstrahler auf: Die Tintendrucke der beiden Epson- und des günstigeren Brother-Geräts sind – wenn sie einmal getrocknet sind – ähnlich unempfindlich gegen Wasser und Sonnenlicht wie Laserdrucke. Die von HP und Lexmark dagegen verwischen ziemlich stark, wenn sie nass werden. Tintendrucke von Lexmark bleichen zudem bei Sonnenlicht schneller aus.
Scanner nur für flache Vorlagen
Die eingebauten Flachbettscanner, die in den Geräten für das Einlesen von Text und Bild zuständig sind, haben im aktuellen Testfeld allesamt keine besonders gute Tiefenschärfe. Das kann zum Beispiel problematisch werden, wenn man Buchseiten scannt: Wo sich die Seite zum Buchrücken wölbt, führt es zu Unschärfen. Flach auf der Glasplatte aufliegende Textvorlagen bewältigen dagegen alle Scanner im Test problemlos. Bei Fotos und Farbseiten sind die Unterschiede umso größer. So zeigen sich bei den HP-Geräten beim Foto-Scan feine Streifen, die den Bildeindruck stören. Die von Epson und der Lexmark lesen dagegen auch Farbfotos tadellos in den Rechner.
Überraschungen beim Kopiertest
Viele schaffen ihren Kombidrucker wohl weniger zum Scannen an als zum Kopieren. Nun sollte man meinen, die Qualität beim Kopieren müsste sich einfach aus der des Drucker- und des Scannerteils ergeben. Doch zeigen sich im Test einige überraschende Ausnahmen. So geraten ausgerechnet beim Gerät des Kopiererspezialisten Xerox auch Textkopien unscharf und verschwommen: Die Schrift erscheint auf den Kopien viel fetter als beim Original. Und das, obwohl das Gerät Textvorlagen einwandfrei druckt und scannt. Umgekehrt machen sich die Streifen, die bei den HP-Tintenstrahlern die Foto-Scans verunzieren, beim Fotokopieren kaum bemerkbar.
Vorsicht, Tintenkosten
Große Unterschiede gibt es bei den Kosten, die beim Drucken für Tinte oder Toner anfallen. Wie so oft ist es ein Lexmark-Gerät, das die teuersten Drucke liefert: 4,20 Euro Tintenkosten für ein A4-Foto. Das ist fast doppelt so teuer wie die 2,20 Euro für die nächstteuren Fotodrucke von Brother. Die hohen Kosten beim Lexmark entstehen auch durch die teure Spezialtinte für Fotodrucke. Mit normaler Tinte druckt er Fotos nur geringfügig schlechter, aber mit 1,50 Euro pro A4-Foto deutlich günstiger. Textdrucke sind nur bei den billigeren Tintenstrahlern von Brother, Canon und Epson noch ein wenig teurer als die vom Lexmark.
Viele Kombidrucker im Test können Fotos direkt aus einer Digitalkamera oder von Speicherkarten drucken. Etliche haben einen Vorschaubildschirm, auf dem man dabei die Bilder auswählen kann. Vier Geräte kann man in ein lokales Lan-Netzwerk, zwei in ein WLan-Funknetz integrieren. Das ist nützlich, um von mehreren Rechnern auf einen Drucker zuzugreifen.
Schwächen bei der Bedienung
Die große Funktionsvielfalt, die die Kombidrucker in einem Gehäuse vereinen, geht zuweilen auf Kosten der Handhabung. So ist die Menüstruktur beim Bedienen am Gerät oft recht unübersichtlich. Gut gelöst ist sie nur bei den beiden teureren Canon-Kombidruckern. Die beiden haben auch als einzige neben dem Hauptpapierfach, das sich unterhalb der Druckeinheit befindet, noch ein zweites, über das man zum Beispiel hochwertiges Fotopapier einlegen kann, ohne dass es beim Druckvorgang stark verbogen würde.
Bei einigen Multifunktionsdruckern ist das Nachfüllen von Papier recht fummelig. So muss man bei den beiden Tintenstrahlern von Brother die ziemlich klapprige Papierschublade komplett herausnehmen, um Papier nachzulegen.
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