29.04.2004

Digitales Fernsehen DVB-T: Durchblick

Digitales Fernsehen DVB-T Test

Am 24. Mai startet in NRW und Norddeutschland das digitale Antennenfernsehen. Bis Ende 2004 sollen es 24 Millionen Zuschauer empfangen können. test stellt 19 Empfangsgeräte vor und sagt, was Sie wissen sollten.

Die Region Berlin/Potsdam war Vorreiter, jetzt folgt schrittweise der Rest der Republik: Ab 24. Mai startet das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) in Köln/Bonn, Hannover/Braunschweig und Bremen/Unterweser mit zunächst mindestens 16 Programmen. Im Herbst ziehen Düsseldorf/Ruhrgebiet und mehrere Ballungsräume in Norddeutschland und im Rhein-Main-Gebiet nach. Bis 2010 sollen sich die „DVB-T-Inseln“ auf ganz Deutschland ausgedehnt haben. Für den Nutzer heißt das: Gewappnet sein.

Wen betrifft das?

Digitales Fernsehen DVB-T Test
DVB-T-Startregionen in Deutschland. Stand: März 2004. Quelle: DVB-T-Projekte/IDR-BNA.

Erst einmal natürlich alle, die bisher weder Kabelvertrag noch Satellitenschüssel besitzen und über Antenne fernsehen. Sie müssen sich auf jeden Fall eine Empfangsbox kaufen, sonst schauen sie bald in die Röhre. DVB-T ist aber auch eine Alternative für alle, die sich die Kabelvertragskosten sparen wollen. Darüber hinaus ist es für alle interessant, die am Hauptfernseher im Wohnzimmer Kabel- oder Satellitenprogramme gucken, aber auch im (nicht verkabelten) Kinderzimmer oder Gartenhaus Millionenquiz und Tagesthemen sehen wollen.

Was brauche ich dafür?

Grundvoraussetzung: Sie müssen die Empfangssignale über Antenne bekommen. Außerdem brauchen Sie einen DVB-T-Empfänger sowie ein TV-Gerät.

Welche Vorteile hat DVB-T?

  • Mehr Programme: Die digitale Übertragung ermöglicht eine bessere Ausnutzung der Kanäle. Sie bekommen drei- bis viermal so viele Programme wie bisher, etwa ganze 27, wie heute in Berlin möglich.
  • Bessere Qualität: Bild und Ton sind in der Regel besser als beim analogen Fernsehen. Auch Raumklang wie zum Beispiel Dolby Digital lässt sich übertragen.
  • Zusatzdienste: DVB-T bietet auch Zusatzdienste, beispielsweise den elektronischen Programmführer (EPG). Dazu kommen Sportinfos, Flugpläne und Veranstaltungskalender, aber auch Interaktives wie Spiele oder elektronischer Einkauf. All das läuft unter „Multimedia Home Platform“ (MHP). Für dieses „Mitmachfernsehen“ muss die Box über ein Modem verfügen. Das hat keine der bisher geprüften Boxen.
  • Mehr Flexibilität: Der Nutzer ist nicht wie bei Kabel oder Satellit an einen Ort gebunden. Im Idealfall sitzt er mit dem akkubetriebenen TV-Gerät im Garten und guckt Fußball. Es ist sogar mobiler Empfang in Auto, Bus oder Bahn möglich. Das ist aber technisch noch nicht ausgereift.

Welche Nachteile hat DVB-T?

  • Kosten: Der Kunde muss sich pro Fernseher einen Empfänger kaufen. Die 19 Boxen aus den Tests 2002 und 2003 kosten jetzt im Schnitt rund 150 Euro. Damit sind sie erfreulicherweise im Schnitt 30 Prozent günstiger geworden. Die billigste gibt es für 99 Euro, die teuerste (mit Festplatte zum zeitversetzten Fernsehen) für 600 Euro. Übrigens: Die Rundfunkgebühren werden durch DVB-T nicht höher.
  • Handhabung: Für Einsteiger ist das Menüsystem der Box ungewohnt. Außerdem muss neben der Fernbedienung für das TV-Gerät noch eine zweite benutzt werden.
  • Empfangsprobleme: Bis etwas zu sehen ist, muss beim Empfang mit Zimmerantenne eventuell ihr Standort verän­dert werden. Randbereiche einer Senderegion können eine Dachantenne erforderlich machen. Geister- oder verrauschte Bilder gibt es gar nicht mehr. Entweder man hat Empfang oder gleich ein schwarzes Bild.
  • Aufnehmen: Eine Box empfängt immer nur ein Programm. So ist es nicht möglich, einen Film aufzuzeichnen und parallel Nachrichten zu sehen. Wer das will, muss warten, bis die Hersteller Twinempfänger mit integriertem zweiten Tuner anbieten. Oder er muss zwei Boxen kaufen und so aufstellen, dass es keine Verwirrung mit der Fernbedienung gibt.

Worauf muss ich achten?

Am Gerät sollten Bedientasten und alle nötigen Anschlüsse vorhanden sein. Nehmen Sie zum Kauf eine Skizze von der Rückseite Ihres Fernsehers mit. Und starten Sie als Erstes den „Automatischen Suchlauf“.

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