21.10.2004

Digitales Fernsehen DVB-T: Der Ruhrpott am Start

Digitales Fernsehen DVB-T Test

Ab 8. November ist digitales Antennenfernsehen auch im Ruhrgebiet und einigen norddeutschen Regionen zu sehen. test stellt 14 Empfangsboxen vor.

Attacke – der Schlachtruf der Fußballfans auf Schalke könnte demnächst zur Losung jener Ruhrpottbewohner werden, die bisher mit der Antenne auf dem Dach ihr Fernsehprogramm empfangen. Denn nun startet bei ihnen und in mehreren Regionen im Norden Deutschlands das digitale Antennenfernsehen DVB-T und das bedeutet: Ran an die Empfangsboxen.

Was ist das?

DVB-T steht für „digital video broadcasting terrestrial“, digitales terrestrisches Fernsehen. Das heißt: Wo DVB-T Einzug hält, werden die Fernsehsignale für den Antennenempfang nicht mehr analog, sondern digital übertragen.

Wen betrifft das?

Alle, die weder Satellitenschüssel noch Kabelvertrag haben. DVB-T eröffnet neue Möglichkeiten auch für Zuschauer, die sich die Kabelvertragskosten sparen wollen oder außer im (verkabelten) Wohnzimmer im Hobbykeller oder im Gartenhaus fernsehen möchten.

Was brauche ich dafür?

Ein Fernsehgerät, eine Antenne und einen speziellen DVB-T-Empfänger. Dieser Empfänger, auch DVB-T-Box oder Set-Top-Box („Obendraufkiste“) genannt, übersetzt die digitalen Sig­nale für das analoge Fernsehgerät. Solche Boxen kosten zwischen 79 und 500 Euro (mit Festplatte). In den Tabellen stellen wir all jene DVB-T-Empfänger unserer letzten vier Tests vor, die noch im Handel erhältlich sind.

Was bringt das?

DVB-T liefert drei- bis viermal so viele Programme ins Haus wie die Antenne bisher. Außerdem sind Bild und Ton in der Regel besser als bei analoger Übertragung. Hinzu kommen Pluspunkte wie der Empfang von Rundum­klang, zum Beispiel Dolby Digital, oder Zusatzdienste wie der elektronische Programmführer (EPG). Das ist eine Art elektronische „Programmzeitschrift“.

Geht das mit jeder Antenne?

Das hängt ganz davon ab, wo man in der Empfangsregion wohnt. In den inneren Bereichen kann eine Zimmerantenne ausreichen, im Außenbereich wird es ohne Dachantenne nicht funktionieren (siehe Zimmerantennen).

Warum heißt es „Überallfernsehen“?

Weil DVB-T Flexibilität und Mobilität verspricht. Das heißt, der Nutzer soll überall fernsehen können. Was theore­tisch auch zutrifft, weil er nicht mehr wie bei Kabel oder Satellit an einen bestimmten Ort gebunden ist. Voraussetzung für den Einsatz unterwegs sind idealerweise Fernsehgeräte mit integriertem DVB-T-Empfänger.

Funktioniert der mobile Empfang?

Alle Geräte mit integriertem Empfänger, die test unter die Lupe nahm, zeigen: Der mobile DVB-T-Empfang steckt noch in den Kinderschuhen. Bisher haben die Hersteller zwei Varianten erdacht: tragbare Fernseher mit integrierter Box wie den DigiPal-LCD von Technisat für 499 Euro und Sets aus Mini-Antenne und Steckkarte beziehungsweise USB-Box fürs Notebook (siehe „Eine Bahnfahrt...“).

Gibt es schon Fernsehgeräte mit integrierter DVB-T-Box?

Ja, zum Beispiel von Loewe und Panasonic. Aber: Die Auswahl ist noch klein und der Preis hoch (ab 1 100 Euro, 81 Zentimeter Bilddiagonale). Auch Nachrüstsätze werden angeboten.

Welche Nachteile hat DVB-T?

Der Kunde muss sich für jeden Fernseher im Haus eine Box kaufen. Auch für jeden Videorekorder wird eine fällig, falls man einen anderen Film sehen möchte als den, der gerade aufgezeichnet wird. Außerdem bietet DVB-T zwar mehr Programme als Antennennutzer bisher sehen konnten, aber deutlich weniger als via Kabel oder gar Satellit zu empfangen sind. Und die Nutzung des VPS-Signals ist derzeit auch noch nicht sichergestellt. Mit dessen Hilfe reagiert der Videorekorder bei Aufnahmen auf Verschiebungen der Anfangszeit.

Worauf ist beim kauf zu achten?

Nehmen Sie eine Skizze von der Rückseite des Fernsehers mit. Sagen Sie dem Händler, welche Geräte Sie anschließen wollen.

Wo finde ich Hilfe?

Bei den Projektbüros für NRW und Norddeutschland unter 0 180 5/50 81 55, für Hessen: 0 180 5/25 55 25 (vom Festnetz 12 Cent pro Minute). Noch mehr Infos: www.dvb-t-nord.de, www.lfm-nrw.de, www.lpr-hessen.de.

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