Die Riester-Tests von Finanztest: Alle Riester-Sparformen im Vergleich

Die Riester-Tests von Finanztest Special

15.05.2012

Sicher ist: Die gesetzliche Rente allein wird später im Alter nicht ausreichen. Sicher ist auch: Riester-Verträge sind durch staatliche Zulagen, Steuer­vorteile und Garantien als Alters­vorsorge­produkt Spitze. Wer nicht auf Dauer wenig verdient, wird profitieren. test.de sagt, welche Riester-Sparform für wen geeignet ist.

Bis zu 200 Prozent Zugabe vom Staat

Riester-Verträge sind so attraktiv, weil jeder mit einer Zulage vom Staat und Steuervorteilen bezuschusst wird. Bis zu 200 Prozent gibt der Staat je nach Einkommen und Familiensituation zum Beitrag des Sparers dazu. Ein Verlustrisiko ist ausgeschlossen, weil mindestens alle eingezahlten Beiträge und Zulagen vom Anbieter zum Rentenbeginn garantiert werden. Für den einzelnen Sparer ist der Erfolg am Ende am größten, wenn sein Riester-Vertrag zu ihm passt und das Angebot zu den guten oder besten seiner Sparte gehört. Finanztest hat die Riester-Angebote regelmäßig untersucht: Banksparpläne, Fondssparpläne, Rentenversiche­rungen und nun „Wohn-Riester“ als Darlehen oder Bausparen.
Test: Alle Sparformen im Vergleich

Zulagen und Steuerersparnis

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Die staat­lichen Zulagen für Riester-Sparer: Die Grundzulage beträgt maximal 154 Euro pro Jahr. Pro Kind, für das Anspruch auf Kindergeld besteht, kommt noch einmal bis zu 185 Euro hinzu. Für Kinder, die ab 1. Januar 2008 geboren sind, gibt es sogar bis zu 300 Euro vom Staat. Dazu erhalten Sparer über ihre Steuer­er­klärung Steuern auf den Beitrag zurück. Seit 2008 können sie maximal von 2 100 Euro Beitrag inklusive Zulage jährlich beim Finanzamt geltend machen. Die erhaltene Zulage wird von der Steuerersparnis abgezogen. Alle Riester-Verträge garantieren den Erhalt des eingezahlten Geldes und der staatlichen Zulage zum Ende der Ansparphase.
Tipp: Die Zulage gibt es aber nur, wenn sie der Kunde extra beantragt. Den Zulagenantrag gibt es beim Anbieter des Riester-Vertrags. Einmal ausgefüllt, gilt er dauerhaft. Änderungen sind nur nötig, wenn ein Kind dazukommt oder die Eltern kein Kindergeld mehr erhalten.
Finanztest 06/2011: Hunderttausende Riester-Kunden haben rückwirkend Zulagen verloren. So kämpfen Riester-Sparer um die Zulage.
Finanztest 10/2011: Wer als Rentner ins EU-Ausland umzieht, kann seine Riester-Zulage in den meisten Fällen behalten.

Auszahlung und Abrechnung

Riester-Rentner müssen Steuern zahlen. Auch auf Wohn-Riester-Verträge besteht Steuerpflicht im Ruhestand. Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge müssen Riester-Rentner nur in seltenen Fällen zahlen. Wie die Auszahlung in den einzelnen Vertragstypen genau funktioniert, erfahren Leser in diesem Beitrag.
Finanztest 06/2012:Es ist so weit

Riester in der Kritik

Viele sehen die Riester-Rente kritisch. Die Vorwürfe: Sie ist zu bürokratisch und lohnt sich nicht. Kunden müssten steinalt werden, damit sie mit Riester ins Plus kommen. Finanztest antwortet auf die Argumente der Kritiker.
Finanztest 05/2012:Es geht auch besser

Wenn die Zulage eingezogen wird

Bereits ausgezahlte staatliche Zulagen hat die zuständige Stelle etlichen Riester-Sparern für die Jahre der Elternzeit wieder abgeknöpft. Wie sich Eltern jetzt ihre Förderung zurückholen, sagt der Beitrag
Finanztest 04/2012:Zulage zurück

Versicherungsvermittler beraten im eigenen Interesse

Bankberater und Versicherungsvermittler empfehlen ihren Kunden häufig nicht den optimalen Riester-Vertrag. Denn Berater sind Verkäufer. Sie wollen den Sparer oft von dem Riester-Produkt überzeugen, an dem sie am meisten verdienen können. Das geht zu Lasten des Kuden. Sie zahlen etwa hohe Abschlusskosten für fondsgebundene Rentenversicherungen. Die Vermittler fahren so hohe Provisionen ein. Riester-Banksparverträge sind dagegen für den Verkäufer wenig profitabel. Was Riester-Sparer jetzt tun können, sagt die Checkliste aus
Finanztest 03/2012: Nicht allein auf Beratung verlassen

Einfach Riestern ohne Job

Zum Riestern braucht es keinen Job. Auch Hausfrauen und -männer können in einen Riester-Vertrag einzahlen. Für sie gelten aber seit Anfang diesen Jahres neue Regeln. Sie können nicht mehr wie bisher nur die staatlichen Zulagen ansparen, sondern müssen einen Eigenbeitrag für die staatliche geförderte Altersvorsorge leisten. Auch Erziehende, Pflegende, Arbeitslose und Erwerbsunfähige können von der Riester-Förderung profitieren.
Finanztest 02/2012: Heim-Riester

10 Jahre Riester-Rente – eine Bilanz

Die Riester-Rente wird 10 Jahre alt. Fast 15 Millionen Menschen haben haben für die Riester-Rente bisher insgesamt 37 Milliarden Euro angespart. test.de stellt in acht Kompassen die verschiedenen Riester-Sparformen vor, erklärt, zu wem welche am besten passt und nennt gute Angebote.
Finanztest 11/2011: Die Riester-Bilanz

Jahresmitteilungen für Riester-Sparer besser

Aus den Jahresmitteilungen sollen Riester-Sparer erfahren, ob alle Beträge in ihrem Vertrag richtig gebucht sind. Lange Zeit war das kaum möglich: Die Mitteilungen waren oft unverständlich. Der Test zeigt: Die Informationen sind jetzt aussagekräftiger. Anleger erfahren, wie sie wichtige Informationen in den Mitteilungen ausfindig machen.

Streubomben in Riester-Verträgen

Riester-Sparer müssen damit rechnen, dass ihr Geld auch bei Waffenschmieden angelegt ist, die Streubomben produzieren. Diese Waffen sind international geächtet und in Deutschland verboten. Finanztest hat 174 Banken, Versicherungen, Bausparkassen und Fondsgesellschaften, die Riester-Altersverträge anbieten, befragt. Nur bei zwölf Finanzinstituten sind Streubombeninvestments ausdrücklich verboten: Und zwar bei den Fondsgesellschaften Union Investment und DWS, dem Versicherungskonzern Generali mit ihren Töchtern AachenMünchener und CosmosDirekt, bei der Axa, der Debeka, oecocapital und Zurich, bei der Raiffeisenbank Rastede sowie bei der Ethikbank und der Bank für Kirche und Caritas. Allianz Global Investors (AGI) hat für den europäischen Teil des Konzerns nach der Veröffentlichung in Finanztest 1/2011 erklärt, kein Geld mehr in Hersteller von Streumunition zu investieren. In einer Umfrage auf test.de haben sich rund drei Viertel der Befragten dafür ausgesprochen, dass ihr Anbieter die entsprechenden Papiere sofort verkaufen sollte – selbst wenn ihnen dadurch Gewinne entgingen. An der nicht repräsentativen Online-Umfrage haben sich mehr als 3 500 Leser beteiligt.
Zum Test: Auf vermintem Gelände

Klassische Riester-Rentenversicherung

Produkt: Staatlich geförderter Renten­versicherungs­vertrag, der bei Beitrag und Leistung nicht zwischen Männern und Frauen unterscheidet (Unisex-Tarif). Durchgängiger Vertrag von der Anspar- bis zur Verrentungsphase.
Vorteil: Bringt neben der Kapitalgarantie, die alle Riester-Produkte bieten, eine garantierte Mindestrendite von 2,25 Prozent auf den Sparanteil. Schon bei Abschluss ist klar, welche Rente Sparer mindestens erhalten werden.
Nachteil: Die relativ hohen Abschlusskosten. Der Sparer muss sie mit seinen Beiträgen meist in den ersten fünf Jahren der Vertragslaufzeit zahlen. Ein Ausstieg aus dem Vertrag oder eine Reduzierung der ursprünglich vereinbarten Beträge wird dadurch sehr teuer. Von Anbieter zu Anbieter hohe Unterschiede bei Garantien und Überschussprognose.
Geeignet für: Vor allem für 40- bis 50-Jährige. Menschen, die sich nicht aktiv um ihre Altersvorsorge kümmern möchten und die sich sehr sicher sind, die einmal vereinbarten Raten auch über die gesamte Laufzeit des Vertrages leisten zu können.
Zum Test Riester-Rentenversicherung: Für Sparer mit Ausdauer

Riester-Banksparplan

Produkt: Staatlich geförderter und verzinster Sparvertrag.
Vorteil: Die Anbieter stellen keine Abschlusskosten oder Provisionen in Rechnung. Dadurch ist ein Riester-Banksparplan sehr sicher, flexibel und transparent: Selbst bei vorzeitigem Ausstieg besteht kein Verlustrisiko.
Nachteil: Mittlere Renditeaussichten von rund 3 bis 6 Prozent.
Geeignet für: Vor allem für über 40- und auch noch über 50-Jährige. Auch für jüngere Kunden, die ihr Riester-Konto zwischendurch für eine Immobilienfinanzierung beleihen wollen.
Zum TestRiester-Banksparpläne: Eine faire Altersvorsorge

Riester-Fondssparpläne

Produkt: Staatlich geförderte Fondssparpläne. Das Geld fließt in Aktien- und Rentenfonds. Sparer profitieren von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen.
Vorteil: Bieten die höchsten Renditeaussichten - je höher der Aktienfondsanteil, desto besser sind sie. Möglich sind bis zu 10 Prozent pro Jahr.
Nachteil: Beim Kauf der Fondsanteile fällt ein Ausgabeaufschlag an, der bis zu 5 Prozent der Rate beträgt. Für das Management werden jährlich bis zu 1,94 Prozent der Anlagesumme abgezogen. Zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Für eventuelle Verluste bei einem Produktwechsel während der Ansparphase gibt es keinen Ausgleich.
Geeignet für: Vor allem jüngere Kunden bis ungefähr Mitte 40. Sie können sich die hohen Renditechancen der Aktienfonds zunutze machen.
Zum Test Riester-Fondssparpläne: Vor- und Nachteile, Riester-Fondssparpläne: Vorsorge mit Rettungsring,

Fondsgebundene Riester-Rentenversicherung

Produkt: Staatlich geförderte fondsgebundene Rentenversicherung von Gesellschaften mit deutschem Insolvenzschutz. Für das Geld der Sparer stehen bis zu drei verschiedene Anlagebausteine zur Verfügung, die auf unterschiedliche Art miteinander kombiniert werden können. Das Angebot umfasst Fonds zur freien Auswahl (ohne Garantiefonds), vom Anbieter vorgegebene Fonds und dazu bei fast allen Versicherungsprodukten das konventionelle Deckungskapital.
Vorteil: Bieten hohe Renditeaussichten - je höher der Aktienfondsanteil, desto höher sind sie.
Nachteil: Die Kosten sind bei Versicherungsunternehmen sehr hoch. So verlangt die Alte Leipziger 14,21 Prozent von jedem planmäßig eingehenden Beitrag. Andere liegen mit knapp 12 Prozent nur wenig darunter.
Geeignet für: Vor allem jüngere Kunden bis Anfang 40. Älteren Kunden kann es passieren, dass die Umsetzung der gesetzlichen Garantie die Renditechancen verdirbt. Eine ­Alternative mit hoher Sicherheit, aber geringeren Renditechancen sind Riester-Banksparpläne.
Zum Test Riester-Fondspolicen: Der Riester mit dem Extra, Riester-Fondspolicen: Prüfen Sie selbst

Wohn-Riester

Produkt: Wohn-Riester gibt es als Angebote der Bausparkassen und als Riester-Darlehen von Banken. Im aktuellen Test schneiden die Wohn-Riester-Kredite der Bausparkassen besser ab.
Vorteil: Zur Finanzierung einer Immobilie ist die Riester-Förderung ideal. Aus jedem Riester-Vertrag ist das Entnehmen von Kapital für ein Eigenheim oder eine Wohnung möglich. Beim Bausparvertrag profitieren Immobilienkäufer von niedrigen Zinsen. Wird der Bausparvertrag zugeteilt, haben Immobilienbesitzer Anspruch auf ein günstiges Bauspardarlehen.
Nachteil: Die Kombination aus Bausparvertrag und tilgungsfreiem Darlehen kann anfangs geringfügig ins Minus rutschen.
Geeignet für: Riester-Bausparen für alle, die für sich selbst später eine Immobilien kaufen wollen. Riester-Darlehen für Sparer, die jetzt eine Immobilie kaufen wollen, die sie selbst nutzen werden.
Zu den Tests Mit Riester sparen Bauherren doppelt

Finanztest-Spezial Altersvorsorge

Die Riester-Tests von Finanztest Special

Wer sich umfassend über die Altersvorsorge informieren will, findet Anleitungen zum Abschätzen der Rentenlücke, die Vorteile der jeweiligen Riester-Renten-Produkte und der betrieblichen Altersvorsorge sowie die Besonderheiten von Lebensversicherungen im neuen Finanztest-Spezial Altersvorsorge, erschienen im November 2011. Das Sonderheft gibt Anleitungen sich die individuell passende Vorsorge zusammenzustellen.

Finanztest-Spezial Riester-Rente

Die Riester-Tests von Finanztest Special

Ausführlich schildert das Finanztest-Spezial Riester-Rente alle Arten von Riester-Verträgen und zeigt in Tests die besten Produkte der Anbieter. Denn um im Alter keine Geldsorgen zu haben, kommt es auf die Wahl des richtigen Angebots an. Im Sonderheft, erschienen im November 2010, finden Leser Vergleichstests von sieben verschiedenen Riester-Varianten, Beispielrechnungen, Wegweiser für die staatliche Förderung und alle wichtigen Riester-Hinweise.

Expertenchats zu Riester-Verträgen

Die Riester-Tests von Finanztest Special
Finanztest-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen

Fragen zu den Riester-Untersuchungen aus Finanztest 2010 beantworten Susanne Meunier und Martin Schulz im Chat. Alle Fragen und Antworten.
Die Finanztest-Experten Theo Pischke und Martin Schulz haben Leserfragen rund um die Riester-Rente im Chat im Oktober 2008 beantwortet. Alle Fragen und Antworten.
Im Januar 2009 stellte sich Finanztest-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen den Fragen der Leser von test.de zum Thema Riester-Rente.
Fragen und Antworten des Chats.

Zum Shop Finanztest-Spezial: Altersvorsorge
Special Riester-Verträge: Leser-Fragen & Finanztest-Antworten

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